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Fit mit Sport im Betrieb

Wie ein Triathlet mit Laufen, Schwimmen und Radeln seine Kollegen auf Trapp hält

Ohne Sport geht in Detlef Börgers Job nichts. Der Triathlet und Maschinenbauhandwerksmeister motiviert Kollegen beim Vliesstoffhersteller TWE in Emsdetten zu Höchstleistungen. Jetzt startet er noch mal durch: in den USA.

Sportliches Highlight: Detlef Börger 2017 beim Triathlon in der Hansestadt. Foto:TWE

Sportliches Highlight: Detlef Börger 2017 beim Triathlon in der Hansestadt. Foto:TWE

Verantwortung im Beruf: Der Sportler kümmert sich im Betrieb um die Technik von zehn Nadelvliesanlagen. Foto: Roth

Verantwortung im Beruf: Der Sportler kümmert sich im Betrieb um die Technik von zehn Nadelvliesanlagen. Foto: Roth

Kontakt zu Kollegen: Börger im Gespräch mit Industriemeister Pascal Reth. Foto: Roth

Kontakt zu Kollegen: Börger im Gespräch mit Industriemeister Pascal Reth. Foto: Roth

Emsdetten. Dieser Mann ist immer in Bewegung. Detlef Börger: sportliche Figur, praktischer Kurzhaarschnitt und ein sympathisches Lächeln.

Der 53-Jährige läuft gerade an einer Wand bestückt mit unterschiedlichen Zahnrädern vorbei – und steuert auf eine der bis zu 100 Meter langen Nadelvliesanlagen bei TWE in Emsdetten zu. Seine Arme schwingen mit, die langen Beine holen weit aus. So als wollte er gleich durchstarten und locker ein Paar Kilometer laufen.

"Der Sport ist für mich perfekter Ausgleich zum Beruf

„Da hätte ich so richtig Lust drauf“, sagt Börger und lacht. Laufen, Radfahren und Schwimmen – das gehört zu seinem Leben. Nicht nur privat, auch beruflich.

„Für mich ist der Sport der perfekte Ausgleich zum Job“, sagt Börger. In der Firma ist er für die Technik im Betrieb zuständig, und als Triathlet betreut der ehemalige Wasserballer die Schwimmgruppe des „TWETri-Teams“ – der Werkmannschaft des Vliesstoffherstellers aus dem Münsterland, der unter anderem Reinigungstücher herstellt.

Morgens schwimmen, mittags eine Runde laufen

Das bedeutet momentan viel Arbeit. Denn jetzt beginnt wieder die heiße Phase des Trainings. Das Ziel: der weltgrößte Triathlon in Hamburg Mitte Juli. An ihm will das Werkteam wieder teilnehmen. Vor neun Jahren gehörte Börger zu den Ersten, die in Saerbeck den Triathlon im Team mitliefen. Seitdem ist die Mannschaft auf 50 Sportler gewachsen.

„Ich organisiere das Training über eine Whatsapp-Gruppe“, sagt Börger. Dabei greift er auf professionelle Hilfe zurück. „Zusammen mit einer Fitnessschule vor Ort erstellen wir Trainingspläne. Einsteiger bekommen Hilfe bei der Verbesserung des Lauf-, Radfahr- oder Schwimmstils“, erklärt der Athlet. Finanziert wird das zum größten Teil vom Unternehmen. Je nachdem, wie intensiv man sich engagieren will, gibt es regelmäßige Treffen für die sportlichen TWEler.

Teilnehmer sind in Organisationsteams unterteilt

Dienstags läuft eine Gruppe in der Mittagspause fünf bis sieben Kilometer, direkt vom Werktor. Oder man trifft sich morgens vor der Arbeit, um einige Runden zu schwimmen.

„Es ist wichtig, dass das professionell abläuft“, ist Börger überzeugt. Dazu gehört auch, dass die Sportler im Betrieb Duschen und Umkleiden haben. Und: „Unsere Chefs unterstützen uns dabei ohne Wenn und Aber. Sie trainieren sogar selbst mit.“ Im Arbeitsalltag sind die Sportler in Organisationsteams unterteilt, die extra Zeit für Turniervorbereitung und Materialbeschaffung haben.

Das erleichtert auch Börgers zweite Aufgabe: Einsteiger fürs Team finden.

Eins ist ihm wichtig: „Es geht nicht um Top-Leistungen. Wir wollen Spaß am Sport haben.“ Der Teamgedanke zählt; im Job wie im Sport: „Bei uns wird der Letztplatzierte genauso gefeiert wie der Erste.

Neue berufliche und sportliche Herausforderungen in den USA

Diesen Teamgeist hat Börger jetzt mit seinen Laufschuhen in den Koffer gepackt. Er geht für TWE in die USA, um dort einen Produktionsstandort technisch auf Vordermann zu bringen sowie eine Anlage aufzubauen und in Betrieb zu nehmen: „Das wird stressig. Die Leute ticken dort ganz anders als hier.“

Er setzt auf die sportliche Karte, um das Eis zu brechen. Am Hamburg-Triathlon wird er aber nicht mehr teilnehmen können. Macht nichts. Börger sieht das positiv: „Wer weiß, vielleicht laufe ich ja dann schon die ersten Runden mit den neuen Kollegen in den USA.“

Persönlich

Wie kamen Sie zu Ihrem Beruf?

Nach meiner Ausbildung zum Maschinenbauhandwerksmeister habe ich noch den Betriebswirt des Handwerks drangehängt und und kam 1993 zu TWE.

Was reizt Sie am meisten?

Sportlich wie auch beruflich Herausforderungen suchen. Das mache ich beim Triathlon und jetzt, indem ich in die USA gehe.

Worauf kommt es an?

Aufs Team und darauf, dass man in bestimmen Situationen immer wieder den inneren Schweinehund überwindet.


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