Das Wichtigste auf einen Blick:
- Prüfen Sie vor dem Wohnwagenkauf, ob Wohnwagen und Ihr Auto zusammenpassen – insbesondere Anhängelast, Stützlast und auch Ihre Führerscheinklasse.
- Ein Wohnwagen mit Mindestkomfort kostet etwa 25.000 Euro, familientaugliche Modelle mehr. Gebrauchte Modelle können eine günstigere Alternative sein.
- Neben dem Kaufpreis fallen laufende Kosten an, etwa für Versicherungen, Steuern, Wartung, Tüv und Campingplätze.
Wohnen in der Natur, flexibel weiterreisen, wenn man woanders hinwill, und dort bleiben, wo es einem gefällt – das verbinden viele mit Urlaub im Wohnwagen. Und deshalb ist es auch nach wie vor so beliebt. Einiges sollte man jedoch beachten, bevor der Traum umgesetzt werden kann. Etwa was man zum Zugfahrzeug wissen muss, welchen Führerschein man braucht – und auch was es kostet.
Daher lautet die wichtigste Frage, bevor es losgehen kann: „Passt der Wunsch-Wohnwagen überhaupt zum vorhandenen Fahrzeug?“, sagt Dominic Markert, Campingexperte beim ADAC in München. Hier kommt es auf die erlaubte Anhängelast an.
Passen Fahrzeug und Wohnwagen zusammen?
Wie viel die Familienkutsche ziehen darf, findet sich in den Fahrzeugpapieren. In der Zulassungsbescheinigung Teil I (bekannt als Fahrzeugschein) steht unter dem Punkt O.1 die gebremste und unter O.2 die ungebremste Anhängelast. „Außerdem kann in den Papieren ein gebremstes Zuggesamtgewicht eingetragen sein.“ Diese Werte müssen eingehalten werden. Daher sollte man dort also vorher einen Blick reinwerfen.
Wichtig ist auch die Stützlast: „Die darf weder an der Kupplung noch am Anhänger überschritten werden“, so Markert. Aber sie sollte auch wiederum gut ausgenutzt werden: Das stabilisiert das Gespann während der Fahrt.
Als Faustregel gilt: Ein Mittelklassekombi kann in der Regel einen Wohnwagen mittlerer Größe ziehen, also einen Wohnwagen von sechs bis sieben Meter Länge, der bis 1.600 Kilo auf die Waage bringt – angemessene Dimensionen für eine vierköpfige Familie.
Ein Zugfahrzeug mit Automatikgetriebe und idealerweise auch Allradantrieb kann je nach angestrebter Größe des Caravans ebenfalls ratsam sein, um die Fahreigenschaften zu verbessern.
Wichtig für Camper-Anfänger: Führerscheinklasse B 96 für schwerere Gespanne
Ein weiterer Blick gilt dem eigenen Führerschein. Wer „nur“ den „normalen“ Führerschein Klasse B hat, darf damit Kraftfahrzeuge bis 3,5 Tonnen Gesamtmasse fahren: „Das reicht für viele typische Wohnwagengespanne nicht aus.“ Benötigt wird dann eine Erweiterung: der Führerschein B96. Damit dürfen dann Gespanne bis zu 4,25 Tonnen bewegt werden.
Um B96 zu bekommen, ist eine siebenstündige Schulung in der Fahrschule nötig, die aus Theorie, praktischen Fahrübungen (bremsen, rangieren und zum Beispiel ankuppeln) und Fahrpraxis im Straßenverkehr besteht. Dafür muss man je nach Region mit Kosten von 300 bis 500 Euro rechnen.
Wie viel kostet ein guter Wohnwagen?
Zwar gibt es recht günstige Modelle – der Einstieg ist ab etwa 20.000 Euro möglich –, aber wer etwas Komfort genießen und etwas mehr Platz haben möchte, sollte zumindest 25.000 Euro lockermachen können. „Alltagstaugliche Familienwohnwagen liegen oft deutlich darüber“, sagt Markert. Sein Tipp: „Hier können junge Gebrauchte eine gute Alternative darstellen.“ Die sind schon einiges günstiger.
Grundsätzlich rät er aber vor dem Kauf zu einem Probeurlaub im Caravan. Das geht etwa mit einem gemieteten Wohnwagen: „Dann zeigt sich schnell, ob der Grundriss, Größe, Schlafplätze und Fahrverhalten zu den eigenen Vorlieben passen.“
Wohnwagen kaufen: Tipps zur Finanzierung
Wer sich dann für einen Kauf entschieden hat, kann natürlich direkt den ganzen Kaufpreis zahlen. Möglich ist auch eine Finanzierung. Spezielle Wohnwagen-Kredite sind allerdings kaum verfügbar, informieren die Sparkassen. Infrage kommt etwa ein herkömmlicher Ratenkredit einer Bank – damit lässt sich der Hänger dann bar bezahlen (womöglich gegen einen guten Rabatt) – oder ein Finanzierungsangebot des Herstellers beziehungsweise Händlers, wie es beim Autokauf auch üblich ist.
Eine andere Variante eines Kredits ist die Budgetfinanzierung, die niedrigere Monatsraten ermöglicht, dafür aber eine höhere Anzahlung und auch eine höhere Schlussrate voraussetzt.
Zusatzkosten am Fahrzeug
Sofern nicht schon eine Anhängerkupplung am eigenen Fahrzeug vorhanden ist, muss die auch noch her – dafür sind rund 1.000 Euro bereitzuhalten. Ebenso wenig dürfen Zusatzaußenspiegel fehlen, damit man am breiteren Wohnwagen vorbeischauen kann.
Die Kosten nach dem Wohnwagenkauf
Dass das Auto mit so einem Anhänger mehr Sprit schluckt – klar. Es lohnt sich, die weiteren Folgekosten, die nach dem Erwerb entstehen, vorher zu überschlagen.
Auf Campingversicherung achten, wenn wertvolle Gegenstände im Camper sind
Teil- oder Vollkasko- sowie eine Campingversicherung lassen sich optional abschließen. Die Teilkasko deckt Einbruch, Feuer und Hagelschäden ab, die Vollkasko springt auch bei Schäden für selbst verursachte Unfälle ein.
Eine Campingversicherung ist ratsam, wenn sich im Wohnwagen wertvolle Gegenstände befinden, zum Beispiel ein Fernseher. Die Kasko zahlt nur für Schäden an fest eingebauten Bestandteilen, während die Campingpolice das bewegliche Inventar oder auch das Vorzelt absichert.
Um diese Kosten kommen Wohnwagenbesitzer nicht herum
Zum laufenden Unterhalt: Für einen Wohnwagen müssen wie fürs Auto Steuern und Haftpflichtpolice gezahlt werden – beides zusammen kostet etwa 100 Euro pro Jahr. Hinzu kommen:
- jährliche Wartungskosten,
- alle zwei Jahre der Tüv und die
- Stellplatzmiete (wenn man den Caravan nicht im Garten parken kann).
Und die Nacht auf einem Campingplatz? Klassische Mittelmeerziele wie Italien oder Kroatien schlagen mit rund 63 beziehungsweise 73 Euro zu Buche, so das ADAC-Camping-Portal Pincamp.
In Deutschland zahlt eine Familie mit einem Kind aktuell im Schnitt 41 Euro. Damit gehört Deutschland noch zu den günstigeren Ländern.
Nachfrage verschiebt sich von Wohnwagen zu Wohnmobilen
- 2025 wurden 18.766 Wohnwagen neu zugelassenen. Das liegt zwar rund 13 Prozent unter dem Wert von 2024. Doch der Caravaning Industrie Verband spricht von einem stabilen Niveau.
- Dagegen steigt die Nachfrage nach Gebrauchtfahrzeugen. 2025 gab es rund 192.000 Besitzumschreibungen und damit einen neuen Rekordwert. Zudem zeigt sich das Vermietgeschäft stark, die Caravanmessen sind gefragt.
- Die Pandemie hatte Herstellern von Caravans und Reisemobilen einen Boom beschert und damals sogar zu Lieferengpässen geführt. 2025 gab es hingegen zeitweilig ein Überangebot und als Folge davon eine etwas geringere Produktion.
- Betrachtet man den europäischen Markt, so legte die Zahl der Wohnwagen-Neuzulassungen nur in den Niederlanden und in Polen zu. In etlichen anderen Ländern verschiebt sich die Nachfrage hin zu den Wohnmobilen.

Waltraud Pochert hat bei aktiv vor allem Verbraucherthemen aus dem Bereich der privaten Finanzen sowie Recht und Steuern im Blick. Nach dem Studium der Volkswirtschaftslehre in Köln startete sie ihre berufliche Laufbahn bei einem großen Wirtschaftsmagazin, bevor sie als freie Journalistin tätig wurde. In ihrer Freizeit ist sie gern sportlich unterwegs, vor allem mit dem Fahrrad.
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