Über 81 Milliarden Euro Steuern haben deutsche Städte und Gemeinden 2012 kassiert, so viel wie nie zuvor. Allerdings ist der Reichtum sehr ungleichmäßig verteilt. Die 20 Kommunen, die die höchsten Steuereinnahmen hatten – umgerechnet auf die Einwohnerzahl –, sehen Sie in der folgenden Fotostrecke:

 

Rang 20: Frankfurt/Main (Hessen)

PIA Stadt Frankfurt am Main

Durchschnittliche Steuereinnahmen: 2.371 Euro pro Einwohner. Die Bankenmetropole ist die Großstadt mit den höchsten Steuereinnahmen pro Kopf. In der Summe nahm die Stadt 2012 rund 1,9 Milliarden an Steuern ein, das meiste aus der Gewerbesteuer.

Rang 19: Schönefeld (Brandenburg)

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Durchschnittliche Steuereinnahmen: 5.033 Euro pro Einwohner. Die Gemeinde südlich von Berlin boomt – trotz, aber auch wegen des neuen Hauptstadt-Flughafens. Wann das Großprojekt fertiggestellt wird, ist für die Finanzen der 10.000-Einwohner-Kommune zweitrangig. Schon heute haben sich in den Gewerbegebieten über 1.800 Firmen niedergelassen, die in Schönefeld Steuern zahlen.

Rang 18: Teichland (Brandenburg)

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Durchschnittliche Steuereinnahmen: 5.112 Euro pro Einwohner. Die knapp 1.200 Einwohner des Ortes nahe der deutsch-polnischen Grenze leben mit und von der Braunkohle. Der Energiekonzern Vattenfall betreibt auf dem Gemeindegebiet Deutschlands größtes Braunkohlekraftwerk und zahlt Millionen an Gewerbesteuer.

Rang 17: Dingolfing (Bayern)

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Durchschnittliche Steuereinnahmen: 5.232 Euro pro Einwohner. Was VW für Wolfsburg ist, ist BMW für Dingolfing. Das Werk des weiß-blauen Autobauers in Niederbayern ist das größte im Konzern weltweit. Bei rund 18.000 Mitarbeitern ist rein statistisch die ganze Stadt in der Autofabrik angestellt.

Rang 16: Löberschütz (Thüringen)

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Durchschnittliche Steuereinnahmen: 5.250 Euro pro Einwohner. In kleinen Orten müssen auch die wichtigsten Gewerbesteuerzahler gar nicht so groß sein. Im 132-Seelen-Dorf Löberschütz reicht ein Mittelständler mit 70 Mitarbeitern, um den Bundesdurchschnitt in Sachen Steuerkraft weit zu übertreffen.

Rang 15: Walldorf (Baden-Württemberg)

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Durchschnittliche Steuereinnahmen: 5.407 Euro pro Einwohner. SAP, Europas größter Softwarekonzern, hat der Stadt im Rhein-Neckar-Raum den Aufschwung gebracht. Derzeit hat die 15.000-Einwohner-Kommune rund 220 Millionen Euro auf der hohen Kante, was 6 Millionen Euro Zinsen bringt.

Rang 14: Weissach (Baden-Württemberg)

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Durchschnittliche Steuereinnahmen: 5.410 Euro pro Einwohner. Was SAP für Walldorf ist, ist Porsche für Weissach. Der Ort im Stuttgarter Speckgürtel profitiert vom Porsche-Entwicklungszentrum mit seinen 3.000 Mitarbeitern, leidet aber auch mit ihm. Weil der VW-Konzern den Sportwagenhersteller komplett geschluckt hat, fließt viel weniger Gewerbesteuer von Porsche in die 7.500-Seelen-Gemeinde als zuvor.

Rang 13: Pöcking (Bayern)

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Durchschnittliche Steuereinnahmen: 5.439 Euro pro Einwohner. Die schöne Lage nah am Starnberger See und ein niedriger Gewerbesteuerhebesatz machen das Dorf mit 5.500 Einwohnern bei Leasing-Unternehmen beliebt und die Gemeinde reich.

Rang 12: Unterföhring (Bayern)

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Durchschnittliche Steuereinnahmen: 5.878 Euro pro Einwohner. Auf 10.000 Einwohner kommen mehr als ein halbes Dutzend Fernsehsender und TV-Produktionsfirmen und machen die Gemeinde nordöstlich von München zu einem der wichtigsten Medienstandorte der Republik. Doch auch die Niederlassungen mehrerer Versicherungskonzerne spülen ordentlich Geld in die Gemeindekassen.

Rang 11: Kampen/Sylt (Schleswig-Holstein)

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Durchschnittliche Steuereinnahmen: 5.948 Euro pro Einwohner. Der edle Kurort auf der Nordseeinsel der Reichen und seine 516 ständigen Einwohner leben im Wesentlichen vom Tourismus und dem Einzelhandel.

Rang 10: Ingelheim (Rheinland-Pfalz)

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Durchschnittliche Steuereinnahmen: 6.116 Euro pro Einwohner. Rhein, Wein und Boehringer prägen das 25.000-Einwohner-Städtchen westlich von Mainz. Der Pharmakonzern leistet dabei den größten Beitrag für den Wohlstand der Kommune.

Rang 9: Loitsche-Heinrichsberg (Sachsen-Anhalt)

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Durchschnittliche Steuereinnahmen: 6.835 Euro pro Einwohner. Der Reichtum der 100-Seelen-Gemeinde in der Magdeburger Börde liegt unter der Erde. Dank des Kali-Abbaus durch den Kasseler K+S-Konzern brummen die Steuereinnahmen.

Rang 8: Liebenwalde (Brandenburg)

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Durchschnittliche Steuereinnahmen: 7.077 Euro pro Einwohner. Das Städtchen nördlich von Berlin ist eine Steueroase mit niedrigen Hebesätzen. Das hat Firmen wie Beteiligungsunternehmen des Lebensmitteldiscounters Lidl angelockt. Doch nun muss der 4.000-Einwohner-Ort einen Teil der Steuermillionen an das Land abgeben, das das Geld an notleidende Kommunen umverteilen will.

Rang 7: Eschborn (Hessen)

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Durchschnittliche Steuereinnahmen: 8.745 Euro pro Einwohner. Die Kleinstadt im Großraum Frankfurt/Main hat so einige lukrative Gewerbesteuerzahler zu bieten: In der 20.000-Einwohner-Kommune haben beispielsweise Vodafone und die Deutsche Börse Frankfurt ihren Sitz. Andere Großunternehmen wie Siemens, Telekom oder mehrere Banken unterhalten Niederlassungen.

Rang 6: Großheringen (Thüringen)

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Durchschnittliche Steuereinnahmen: 8.991 Euro pro Einwohner. Thüringens reichste Gemeinde profitiert nahezu ausschließlich von dem Sanitärteile-Hersteller Viega. Dessen Werk beschäftigt 680 Mitarbeiter und damit sogar etwas mehr, als das Dorf bei Weimar Einwohner hat.

Rang 5: Reußenköge (Schleswig-Holstein)

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Durchschnittliche Steuereinnahmen: 10.033 Euro pro Einwohner. Die kleine Gemeinde mit rund 330 Einwohnern an der Nordseeküste lebt von der Windkraft. Auf dem Gebiet von Reußenköge erzeugen 71 Turbinen fast 140 Megawattstunden Strom pro Jahr. Das reicht, um 340.000 Menschen zu versorgen.

Rang 4: Gallin (Mecklenburg-Vorpommern)

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Durchschnittliche Steuereinnahmen: 15.325 Euro pro Einwohner. Der 500-Einwohner-Ort profitiert vom größten Gewerbegebiet Mecklenburgs direkt an der A 24. Viele Logistikunternehmen und ein Fleischwerk von Edeka bringen üppige Gewerbesteuereinnahmen.

Rang 3: Grünwald (Bayern)

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Durchschnittliche Steuereinnahmen: 15.355 Euro pro Einwohner. Das Dorf der Millionäre vor den Toren Münchens ist selbst gut betucht. Ein niedriger Gewerbehebesteuersatz hat viele Leasing- und Investment-Firmen in den Nobelvorort gelockt und die 11.000-Einwohner-Gemeinde zur reichsten Bayerns gemacht.

Rang 2: Büttel (Schleswig-Holstein)

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Durchschnittliche Steuereinnahmen: 34.933 Euro pro Einwohner. Nur rund 50 Einwohner leben in der Gemeinde an der Unterelbe, direkt am Deich. Dort sorgen allerdings Industrie und Windparks für die Flut in der Gemeindekasse.

Rang 1: Norderfriedrichskoog (Schleswig-Holstein)

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Durchschnittliche Steuereinnahmen: 97.154 Euro pro Einwohner. Viele Briefkastenfirmen verhelfen dem nordfriesischen Dörfchen mit knapp 40 Einwohnern zu sagenhafter Finanzkraft. Die Steueroase ist allerdings ein Auslaufmodell, weil das Land den Ort zu höheren Steuersätzen verpflichtet hat. Viele Unternehmen wandern ab, nun drohen sogar Schulden.