Bonn. Es ist ganz schnell passiert: Ein Link in einer täuschend echt wirkenden E-Mail führt zu einer Website, auf der man zum Beispiel die Kontonummer eingeben soll … Etwas zu spät fällt so manchem User dann auf, dass er wohl auf eine Phishing-E-Mail hereingefallen ist – und gerade seine persönlichen Daten irgendwelchen Betrügern in die Hände gespielt hat. Was nun? Mehr über die Gefahr von Phishing-E-Mails gibt es auf aktiv-online.de.

Gut zu wissen: Zur Schadensbegrenzung kann man sich an die digitalen Ersthelfer des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) wenden. Und zwar kostenlos! Dieser derzeit noch als Pilotprojekt laufende Service richtet sich an Privatleute sowie kleinere Unternehmen, die einen ernsten IT-Sicherheitsvorfall haben.

Ob Virus oder Ransomware: Die Experten vom Cyber-Sicherheitsnetzwerk wissen Rat

Die Ersthelfer unterstützen also nicht nur bei Phishing-Vorfällen, sondern zum Beispiel auch, wenn die Sicherheitssoftware einen Computer-Virus entdeckt, wenn ein Account in sozialen Medien gehackt wird oder wenn sogenannte Ransomware Daten gesperrt hat und eine Lösegeld-Zahlung gefordert wird. Betroffene finden im Cyber-Sicherheitsnetzwerk qualifizierte IT-Experten, die sich auf freiwilliger Basis zusammengeschlossen haben, um die IT-Sicherheit in Deutschland zu verbessern – und auch, um selbst daraus Erkenntnisse zu gewinnen, wie Gefährdungen vermieden werden können.

Erste Anlaufstelle für Hilfesuchende ist die Hotline, die unter 0800 - 274.1000 zu erreichen ist. Dort hilft man, den Vorfall einzuschätzen und gegebenenfalls den Kontakt zu einem digitalen Ersthelfer zu vermitteln. Diese finden sich zudem im Portal des BSI im Netz und können auch direkt angesprochen werden: bsi.bund.de. „Dafür ist keine Registrierung notwendig, personenbezogene Daten werden nicht erfasst“, heißt es bei der Behörde.

Wer sich in Sachen IT auskennt, kann auch selbst ein digitaler Ersthelfer werden

Kann das Problem so noch nicht gelöst werden, können auf der nächsten Stufe die „Vorfall-Experten“, die ebenfalls zum Sicherheitsnetzwerk gehören, zum Einsatz kommen. Sie sind nachweislich qualifiziert und vom BSI entsprechend zertifiziert. Diese Profis können unter Umständen auch ins Haus kommen, wenn die telefonische Hilfestellung nicht ausreicht.

Übrigens: Da das Cyber-Sicherheitsnetzwerk weiter wachsen soll, können sich dort Interessierte melden, die selbst als Ersthelfer im Einsatz sein wollen. Dafür müssen sie nicht zwingend ein ausgewiesener Experte sein, eine Affinität zur IT reicht. Die neuen Helfer werden dann vom BSI in einem kostenlosen Basiskurs für die Tätigkeit qualifiziert. Beim Cyber-Sicherheitsnetzwerk finden sich weitere Informationen dazu: bsi.bund.de/cyber-sicherheitsnetzwerk.

Waltraud Pochert
Autorin

Waltraud Pochert hat bei aktiv vor allem Verbraucherthemen aus dem Bereich der privaten Finanzen sowie Recht und Steuern im Blick. Nach dem Studium der Volkswirtschaftslehre in Köln startete sie ihre berufliche Laufbahn bei einem großen Wirtschaftsmagazin, bevor sie als freie Journalistin tätig wurde. In ihrer Freizeit ist sie gern sportlich unterwegs, vor allem mit dem Fahrrad.

 

Alle Beiträge der Autorin