Was Superlative über den Wolken betrifft, legen nicht nur Flugzeuge die Messlatte ziemlich hoch: auch andere fliegende Transportmittel haben beeindruckende Rekorde vorzuweisen. Überzeugen Sie sich selbst – und staunen Sie über die zwölf Höchstleistungen in der folgenden Bilderstrecke!

Das größte Fluggerät aller Zeiten

Stolze 245 Meter lang, 41,2 Meter Durchmesser, ein Gesamtvolumen von 200.000 Kubikmetern: Die Luftschiffe „D-LZ129 Hindenburg“ (Jungfernflug 1936) und „D-LZ130 Graf Zeppelin II“ (Jungfernflug 1938) waren die mächtigsten Kolosse, die je durch die Lüfte schwebten. Sie hatten annähernd die Maße des Ozeanriesen „Titanic“. 72 Passagiere und 60 Crewmitglieder fanden an Bord Platz. Gefüllt waren die Giganten mit Wasserstoff. Genau das wurde der „Hindenburg“ am 6. Mai 1937 auf der Transatlantik-Strecke zum Verhängnis. Bei der Landung in Lakehurst (USA) kam es zu einer elektrischen Entladung, die das Gas im Inneren des Luftschiffs entzündete. 36 Menschen starben, darunter auch ein Mitglied der Bodenmannschaft. Das Schwester-Luftschiff „D-LZ130 Graf Zeppelin II“ (zum Unglückszeitpunkt der Hindenburg noch im Bau) wurde dennoch in Dienst gestellt, absolvierte 30 Fahrten. Doch nach der Katastrophe war die Zeit der Passagierluftschiffe für immer vorbei. Die „Graf Zeppelin II“ wurde im April 1940 verschrottet. 

Das größte Flugzeug

In Sachen Größe und Länge kann ihr heute keiner das Wasser reichen: Die in der Sowjetunion entwickelte und gebaute Frachtmaschine Antonow An-225 (Erstflug 1988) ist das Maß aller Flugzeuge – mit 85,3 Metern Länge, einer Spannweite von 88,4 Metern und einem maximalen Startgewicht von 600 Tonnen. Sie wurde als Transportflugzeug für militärische Zwecke konstruiert. Heute gibt es von ihr nur ein fliegendes Exemplar. Es ist im Besitz der ukrainischen Antonov Airline und wird für Charterflüge eingesetzt. Das andere wurde unfertig eingelagert, denn die Produktionskosten waren zu hoch. Die An-225 hat sechs Triebwerke und bietet – neben der Fracht und der Crew – 70 Passagieren Platz. Die schwerste jemals in einem Flugzeug transportierte Luftfracht hatte 247 Tonnen Gewicht. Es war die Ausrüstung für eine Ölpipeline, die die An-225 im Jahr 2004 von Prag nach Taschkent (Usbekistan) flog. Das schwerste einzelne Frachtstück, das je auf der Riesenmaschine mitflog, war ein 190 Tonnen schwerer Gaskraftwerks-Generator, der von Frankfurt nach Armenien transportiert wurde. Nur ein einziges Flugzeug hatte jemals eine noch größere Flügelspannweite als die An-225: das amerikanische Wasserflugzeug Hughes H-4 Hercules, genannt Spruce Goose (englisch für „schmucke Gans“), entwickelt 1947. Es maß in der Breite 97,51 Meter und schaffte es zwar in die Lüfte, wurde allerdings niemals in Dienst gestellt. 

Die größte Passagiermaschine

Am 27. April 2015 feierte er seinen zehnten Geburtstag: Der Airbus A380-800 ist das größte Passagierflugzeug der Welt. Er ist stolze 72,3 Meter lang, hat eine Spannweite von knapp 80 Metern und ein maximales Startgewicht von circa 590 Tonnen. Der durchgehend doppelstöckige Riese kann laut Hersteller bis zu 853 Passagiere befördern, die Maximalbestuhlung mit nur einer Reiseklasse wird aber von keiner Airline genutzt. Die meisten Passagiere setzt die russische Airline Transaero in den A380: nämlich 652. Die erste Linienverbindung nahm Singapore Airlines am 25. Oktober 2007 zwischen Singapur und Sydney auf. Mittlerweile sind 156 Airbus A380 im Dienst, 317 sind bestellt (Stand: 16. März 2015). Das Prestigeprojekt des europäischen Herstellers – ein Konsortium aus deutschen, französischen, britischen und spanischen Firmen – mit Sitz in Toulouse soll im Lauf dieses Jahres erstmals keine Verluste mehr schreiben. Die Bestellungen bleiben aber weiterhin hinter den Erwartungen zurück. Das Unternehmen erwog kurzfristig sogar eine Einstellung des Modells. Airbus-Chef Fabrice Brégier sagte erst kürzlich: „Das Flugzeug wurde wahrscheinlich zehn Jahre zu früh eingeführt.“ Der Markt habe sich nicht so entwickelt wie erwartet. 

Der höchste Flug eines Düsenflugzeugs

Ohne Raketenantrieb schaffte es die amerikanische Lockheed SR-71 im Jahr 1967 in 26.213 Meter Höhe - im Horizontalflug. Das heißt, das auch „Blackbird“ (englisch für „Amsel“) genannte Aufklärungsflugzeug, das die US Air Force von 1966 bis 1998 nutzte, konnte diese Höhe auch über eine längere Strecke halten. Das musste sie auch, sollte sie doch bei ihren Aufklärungsflügen nicht von feindlichen Boden-Luft-Raketen abgeschossen werden können. 32 Blackbirds wurden insgesamt gebaut, zwölf Maschinen verunglückten, aber keine einzige wurde abgeschossen. In noch größere Höhe war nur 1977 eine russische MiG 25 in der Rekordversion Je-266 vorgestoßen. Der Aufklärer und Abfangjäger schaffte 37.650 Meter, allerdings nur im Parabelflug. Die MiG stieg für kurze Zeit auf diese Höhe, musste sie jedoch schnell wieder verlassen. 

Die längste Ballonfahrt

Der Schweizer Wissenschaftler und Abenteurer Bertrand Piccard umkreiste 1999 als erster Mensch die Erde nonstop in einem Ballon. Für die 45.755 Kilometer brauchten er und sein Co-Pilot Brian Jones 19 Tage, 21 Stunden und 47 Minuten. Es ist der längste Flug der Luftfahrtgeschichte – sowohl was die Dauer als auch was die Entfernung angeht. Piccard ist der Enkel des Ballonpioniers Auguste Piccard (1884-1962), der 1932 einen neuen Höhenrekord im Ballon erreichte, sowie der Sohn von Jacques Piccard (1922 - 2008), der 1960 mit 10.910 Metern den bis heute gültigen Rekord im Tiefseetauchen aufstellte. Bertrand Piccard geht weiter auf Rekordjagd: Den Höhenrekord unter den Solarflugzeugen hat er 2010 mit seinem Prototyp „Solar Impulse“ über der Schweiz aufgestellt. Während des 26-stündigen Flugs stieg die Maschine, deren Elektromotoren ausschließlich durch Sonnenenergie angetrieben werden, auf 9.235 Meter Höhe. Derzeit befindet sich der Schweizer mit der „Solar Impulse 2“ auf der ersten Weltumrundung mit einem Solarflugzeug in mehreren Etappen. Der Flieger könnte übrigens für immer in der Luft bleiben, denn: die Sonnenenergie wird gespeichert, sodass auch nachts geflogen werden kann. Da Pilot Piccard aber Pausen braucht und das Cockpit der „Solar Impulse 2“ nur Platz für eine Person hat, müssen die Zwischenstopps sein. 

Die höchste Ballonfahrt

Dieser Rekord ist quasi noch ganz frisch: Am 24. Oktober 2014 sprang der amerikanische Google-Manager Alan Eustace aus 42.424 Metern Höhe aus einem Ballon mit einem Fallschirm ab. Keiner stieg mit einem Ballon je höher auf. Sein Fall zurück zum Boden dauerte 15 Minuten, er erreichte dabei Geschwindigkeiten von 1.322 Kilometern pro Stunde. Den Rekord sicherte sich Eustace in aller Stille. Ganz anders als sein Vorgänger, der zwei Jahre zuvor die Bestmarke auf 39.045 Kilometer für die bemannte Ballonfahrt und den höchsten Absprungort bei einem Fallschirmsprung geschraubt hatte: Flug und Sprung des Österreichers Felix Baumgartner wurden live im Fernsehen übertragen und zu einem großen Medienereignis rund um den Globus. 

Das schnellste Flugzeug

Und noch einmal der Riesenvogel namens „Blackbird“: Die Lockheed SR-71A ist nicht nur das Flugzeug, das am höchsten fliegt, sondern auch das schnellste. 1976 stellten die beiden US-Air-Force-Piloten Adolphus Bledsoe und Eldon Joersz mit ihrem Aufklärungsflugzeug den bis heute gültigen Geschwindigkeitsrekord von unglaublichen 3.529 Stundenkilometern auf. Auf einer Strecke von 16,1 Kilometern hielt die „Amsel“ diese Geschwindigkeit – in einer Höhe von 24.000 Kilometern. Doch nur unwesentlich langsamer konnte das schnellste Flugzeug der Welt auch längere Distanzen fliegen. Die Strecke New York – London (5.570 Kilometer) schaffte die Blackbird in einer Stunde, 54 Minuten und 56,4 Sekunden. Das ist eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 2.908 Stundenkilometern. 

Der größte Hubschrauber

Noch ein Gigant der Lüfte: Die russische Mil Mi-12 (Erstflug 1968) ist der größte und schwerste jemals gebaute Hubschrauber – sie wiegt 69 Tonnen. Sie sollte die Erschließung entlegener Gebiete der Sowjetunion möglich machen und in der Lage sein, Interkontinentalraketen mit nuklearen Sprengköpfen zu transportieren. Die Mi-12 konnte mit 105 Tonnen Gewicht noch starten. Da der Hubschrauber so viel Ladekapazität haben sollte wie ein riesiger Antonow An-22-Frachtflieger, sieht der Rumpf auch fast aus wie der eines Flugzeugs. Der Durchmesser der Mi-12-Rotorblätter beträgt 32 Meter. Der rechte Rotor dreht im Uhrzeigersinn, der linke dagegen. 196 Passagiere hatten in dem Riesenhubschrauber Platz, es gab auch Pläne für eine Version für 250 Passagiere. Der Riesen-Heli ging allerdings nie in die Serienproduktion. 

Das schnellste Passagierflugzeug

Mit maximal 2.405 Stundenkilometern durchbrach die Concorde als schnellstes Passagierflugzeug aller Zeiten regelmäßig die Schallmauer. Von 1976 bis 2003 wurde sie von Air France und British Airways betrieben, zumeist auf den Strecken London/Paris – New York, vereinzelt auch auf der Strecke London – Barbados. So schnell die Concorde auch war, allzu große Distanzen konnte sie nicht überwinden: Nach 6.000 Kilometern war Schluss. Außerdem war sie beim Starten und Landen so extrem laut, dass sie nur für diese wenigen Flughäfen eine Landegenehmigung erhielt. Der Speed des eleganten Überschall-Fliegers beeindruckt – damals wie heute. 1978 flog die Concorde in drei Stunden, 30 Minuten und 11 Sekunden von Paris nach New York. Wie viel Zeitersparnis das zu einem normalen Transatlantik-Flug ausmachte, zeigte ein Experiment im Jahr 1974: Damals startete eine Concorde der Air France in Boston nach Paris-Orly, gleichzeitig startete in Paris-Orly eine Boeing 747 mit Ziel Boston. Die Concorde schaffte es – trotz Landung, Tankvorgang und Wiederbeladung in Paris – zehn Minuten früher wieder in Boston zu landen als die 747. Das Aus für die Concorde wurde 2000 eingeläutet, als der Air-France-Flug 4590 verunglückte. Ein auf der Startbahn liegendes Metallteil zerfetzte die Reifen der Concorde, durch die Trümmerteile entstand ein Leck im Tank, und die Maschine ging während der Starts in Flammen auf. Alle 109 Insassen und 4 Personen am Boden starben. Nach dem Unglück musste die Concorde umgerüstet werden, die Buchungen gingen zurück. 2003 wurden die Concorde-Flüge endgültig eingestellt. 

Der längste Passagier-Flug

Nonstop von Singapur nach New York brachte Singapore Airlines die Passagiere mit einem Airbus A340-500 – in 18 Stunden. Der lange Flug (16.600 Kilometer) war allerdings nur unter Ausnutzung des Jet-Streams möglich – Rückenwind sei Dank also. Die Flugverbindung wurde am 23. November 2013 aufgrund von Unwirtschaftlichkeit eingestellt. Aktuell wird der längste Nonstop-Flug von Qantas in einem Airbus A380 von Sydney nach Dallas durchgeführt. Der Flug hat eine Distanz von 13.808 Kilometern und dauert circa 15 Stunden und 25 Minuten. Militärische Flugzeuge können jedoch noch länger in der Luft bleiben, wenn sie im Flug aufgetankt werden. Die Air Force One beispielsweise, die Maschine des US-Präsidenten, kann mit regelmäßigem Nachtanken in der Luft ganze sieben Tage am Stück fliegen.

Das kleinste Flugzeug

CriCri (französisch für Grille) heißt das kleinste Flugzeug der Welt, mit dem Menschen abheben können. Die zweimotorige Maschine ist mit Kosten von rund 20.000 Euro gleichzeitig auch das weltweit billigste Flugzeug. Die Grille ist nur 3,90 Meter lang, hat eine Spannweite von 4,90 Meter und kann maximal 170 Kilo in die Luft heben. Aerodynamik-Ingenieur Michel Colomban entwickelte das Kleinflugzeug in den 60er-Jahren, 1973 hatte es seinen Jungfernflug. Mit maximal 750 Kilometern ist allerdings auch die Reichweite winzig. 

Das teuerste Flugzeug

Rechnet man die Entwicklungskosten hinzu, kostete der von 1988 bis 1997 produzierte Northrop B-2, auch Stealth Bomber („Tarnkappenbomber“) genannt, der US-Air-Force 2,02 Milliarden US-Dollar (1,9 Milliarden Euro). Zum Vergleich: Ein Airbus A380 kostet neu 428 Millionen Dollar (404 Millionen Euro). Dafür kann das teuerste Kampfflugzeug der Welt auch einiges: Durch seine Form ist es für das Radar nahezu unsichtbar. Es wurde im Kosovo, in Afghanistan und im Irak eingesetzt. Maximal 1.010 Stundenkilometer schnell ist der Tarnkappenflieger, zwei Piloten haben in ihm Platz. 21 dieser teuersten Flieger wurden gebaut, einer verunglückte bei einem Startunfall (die Piloten konnten sich mit dem Schleudersitz retten). Die übrigen 20 sind noch im Einsatz.

Marie Schäfers
Autorin

Marie Schäfers hat ihren Studienabschluss in Geschichte und Journalistik an der Universität Gießen gemacht. Sie volontierte bei der „Westfälischen Rundschau“ in Dortmund und ist Leitende Redakteurin der Zeitung Sonntag-EXPRESS in Köln. Für aktiv beschäftigt sie sich als freie Autorin mit den Themen Verbraucher, Geld und Job.

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