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Hightech-Anlagen aus Köln

Die Maschinen von Romaco Kilian pressen bis zu eine Million Tabletten – pro Stunde

Sie sind extrem schnell: Die Anlagen der Kölner Maschinenbaufirma Romaco Kilian pressen wie die Weltmeister. In der Zeit, die der ehemalige Rekord-Sprinter Usain Bolt für 100 Meter brauchte, schaffen sie 2.700 Tabletten.

Herzstück der Anlagen: ­Kristoff Guntermann hebt per Kran eine Matrizenscheibe an. Foto: Wirtz

Herzstück der Anlagen: ­Kristoff Guntermann hebt per Kran eine Matrizenscheibe an. Foto: Wirtz

Extrem schnelle Maschine: Thomas Bröker an der „KTP 720X“. Foto: Wirtz

Extrem schnelle Maschine: Thomas Bröker an der „KTP 720X“. Foto: Wirtz

Präzisionsjob: Zerspanungsmechaniker Ivan Bykh prüft und poliert Bohrlöcher in einer Matrizenscheibe. Foto: Wirtz

Präzisionsjob: Zerspanungsmechaniker Ivan Bykh prüft und poliert Bohrlöcher in einer Matrizenscheibe. Foto: Wirtz

Köln. Am Empfang der Kölner Maschinenbaufirma Romaco Kilian steht eine Anlage, die an eine alte Nähmaschine erinnert. Sie ist exakt 100 Jahre alt. Und wenn man mit der Hand das seitliche Schwungrad bedient, tröpfeln unten frisch gepresste Tabletten heraus. Die Mitarbeiter nennen das gute Stück liebevoll „Heinzelmännchen“.

Zur „KTP 720X“ würde so ein Name kaum passen. Mannshoch ist die Anlage, etwa so groß wie einer dieser modernen Doppel-Kühlschränke, die Innenverkleidung aus hochglänzendem Edelstahl. Die Maschine kann bis zu 1,02 Millionen Tabletten pro Stunde pressen. Anders gesagt: In der Zeit, die der ehemalige jamaikanische Sprinter und Rekordhalter Usain Bolt für 100 Meter brauchte, etwa 2.700.

Löcher werden in Millisekunden mit Pulver gefüllt

„Sie ist unser Supersportwagen“, sagt Peter Heyn, in der Firma für das technische Marketing zuständig. Am Beispiel der KTP 720X macht er deutlich, worauf es ankommt: Geschwindigkeit, Präzision und Zuverlässigkeit. Denn Tempo sei wertlos, wenn es durch lange und häufige Wartungs- und Reinigungspausen aufgefressen wird.

Der „Supersportwagen“ ist, wie die meisten Kilian-Maschinen, ein sogenannter Rundläufer. In der Mitte dreht sich blitzschnell eine Matrizenscheibe mit im Kreis angeordneten Löchern, und jedes einzelne davon wird in Millisekunden gleichmäßig mit Pulver gefüllt. Mit exakt voreingestellter Presskraft wird das Pulver zusammengedrückt, damit Tabletten der gewünschten Härte und Dicke entstehen.

Anlagen für Kopfschmerzmittel und Gebissreiniger-Tabs

Die Anlage arbeitet, wie ihre kleine Schwester KTP 420X, so effizient, dass nur minimale Verluste vom gepressten Pulver anfallen – ob das nun ein Kopfschmerzmittel, eine Vitamintablette oder ein Gebissreiniger-Tab ist. Außerdem, erklärt Heyn, lässt sich die Maschine so leicht zerlegen, dass sie besonders schnell gereinigt oder umgerüstet werden kann.

Rund 70 Prozent der Kunden kommen aus der Pharma-Industrie. Und die Maschinen des Traditionsunternehmens sind rund um den Globus gefragt. Etwa 185 Menschen arbeiten in der Domstadt, neben der KTP-Reihe bauen sie noch viele andere Modelle. In kleinen Serien, genau auf die Kundenbedürfnisse ausgerichtet.

Auf Wunsch auch für herzförmige Brausebonbons. Und sogar für die Farbtabletten in dem Malkasten, den seit Urzeiten jedes i-Dötzchen in seinem Ranzen hat.


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