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Maschinenbau macht Musik

Kompressoren des Druckluftspezialisten Kaeser bringen Orgel im Passauer Dom zum Klingen

Normalerweise produziert das Familienunternehmen Kaeser seine Komponenten für Handwerksbetriebe. Doch bei der Elektrifizierung der Passauer Domorgel setzten die Orgelbauer ebenfalls auf das Know-how aus Oberfranken.

Riesiges Instrument: Die Orgel im Passauer Sankt-Stephans-Dom besteht aus fünf Teilwerken, die der Organist zentral bedient. Foto: Kaeser

Riesiges Instrument: Die Orgel im Passauer Sankt-Stephans-Dom besteht aus fünf Teilwerken, die der Organist zentral bedient. Foto: Kaeser

Auf der Orgelbühne versteckt: Die „Airbox“ von Kaeser, Baujahr 1991, liefert Druckluft. Foto: Kaeser

Auf der Orgelbühne versteckt: Die „Airbox“ von Kaeser, Baujahr 1991, liefert Druckluft. Foto: Kaeser

Passau. Sie gilt als eine der größten weltweit: die Orgel im Sankt-Stephansdom in Passau. Hunderttausende Besucher reisen jährlich an, um einem der Konzerte zu lauschen, die die Dommusiker regelmäßig veranstalten. Wie bei vielen Instrumenten spielt auch bei der Orgel Luft eine zentrale Rolle: Sie strömt durch die Pfeifen und entlockt ihnen klangvolle Töne.

Unterstützung für die Luftzufuhr liefert eine Komponente des Druckluftspezialisten Kaeser Kompressoren aus dem oberfränkischen Coburg. Eine „Airbox 700“, Baujahr 1991, ist an die Steuerung der Hauptorgel angeschlossen. Wenn der Musiker zwischen verschiedenen Klangregistern umschalten möchte, gibt diese Airbox einen Luftdruckimpuls, der die komplexe Mechanik in Gang setzt.

Und komplex ist das riesige Instrument wahrhaftig: Genau 17.974 Pfeifen stehen in insgesamt 333 Reihen. Sie sind nach ihrer Klangfarbe und Bauweise in 233 Register unterteilt. Je nachdem, welches Register der Organist zieht, klingen die Pfeifen wie ein Streichorchester, wie Flötenspieler oder Trompeter – oder auch wie ein großes Ensemble aus verschiedenen Instrumenten. Und eben für den Wechsel der vielen Register wird die Druckluft von Kaeser benötigt. Üblicherweise werden entsprechende Komponenten in Handwerksbetrieben eingesetzt.

Bis zu 80 Kubikmeter Luft strömen pro Minute durch den Windkanal

Die Airbox ist bei der Orgel natürlich nicht die einzige Technik, die Luft transportiert. Der sogenannte Orgelwind, der die Pfeifen schwingen lässt, stammt allein bei der Hauptorgel aus zwei riesigen Gebläsen. Sie liefern bis zu 80 Kubikmeter Luft pro Minute. Jede Pfeife hat ein Ventil: Drückt der Organist auf eine Taste der Klaviatur, öffnet sich das Ventil, und der Ton erklingt.

Kleine Pfeifen zwitschern fast an der oberen Hörgrenze des Menschen, lange Pfeifen erzeugen tiefe Töne. In Passau misst die längste Pfeife mehr als elf Meter und wiegt 306 Kilo! Kein Wunder also, dass die Orgel so grandiose Klänge erzeugt. Diese können auch Besucher genießen. Von Anfang Mai bis Ende Oktober finden täglich außer sonntags Konzerte um 12 Uhr statt. In der Adventszeit spielen die Domkapellmeister jeden Mittwoch- und Samstagmittag zum Konzert auf.


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