Weihnachten ist vorbei, und unter vielen Christbäumen lagen neue Smartphones oder Tablets. Aber: Was soll man mit den alten Geräten machen? Viele Bürger scheinen zumindest die alten Handys einfach zu vergessen. Denn das Ergebnis einer Umfrage des Hightech-Verbands Bitkom von Ende 2012 ist, dass etwa 50 Millionen Bürger fast 86 Millionen alte und ungenutzte Mobilfunkgeräte zu Hause haben.

Wer nun auf die Idee kommt zu entrümpeln, und seine alten Handys und Computer einfach im Hausmüll entsorgen will, macht einen Fehler. Denn dort dürfen die Geräte aufgrund des Elektrogesetzes auf keinen Fall hinein.

In den Geräten sind außerdem kleine Mengen Rohstoffe enthalten – Kupfer, Gold, Silber und Seltene Erden beispielsweise – die ihren Ankauf interessant machen. „Die Rohstoffe lassen sich zu 80 Prozent wiederverwerten“, weiß Axel Koch, der beim Bundesverband Digitale Wirtschaft die Unit Enterprise Mobility leitet. Ihre Aufgabe ist es, Unternehmen für das mobile Zeitalter fit zu machen – und darum kennt er sich bestens mit der Thematik rund um die besagten Geräte aus.

„Viele Hersteller und Telekommunikationsdienstleister nehmen die alten Geräte zurück, wenn man ein neues kauft“, weiß er. „Denn dazu verpflichtet sie das Elektrogesetz.“ Allerdings gibt es noch Nachbesserungsbedarf. Darum formierte sich im Frühjahr 2013 ein Netzwerk aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, um Mobiltelefone künftig nachhaltig zu nutzen. Mehr Informationen unter: wupperinst.org

Kein Wunder also, dass es im Internet immer mehr Modelle der Hersteller und Telekommunikationsdienstleister zur Rücknahme von gebrauchten Handys gibt.

    Recyclingprogramme und Ankaufsplattformen:

    Wo man gebrauchte Handys und Computer spenden kann

    Mit den gebrauchten Geräten lässt sich aber auch Gutes tun. Denn viele Telekommunikationsdienstleister sind Partnerschaften mit Umweltschutzverbänden eingegangen. So bekommt beispielsweise der Naturschutzbund Deutschland für jedes Handy, das bei der E-Plus-Gruppe zurückgegeben wird, etwas Geld: nabu.de Der Betrag fließt in das Naturschutzgroßprojekt Untere Havel.

    Andere Handy-Sammler und die Ankaufplattform Wirkaufens unterstützen die Berggorillas (wirkaufens.de), der World Wildlife Fund hat eine Kooperation mit O2 (wwf.de) und die Telekom mit der Deutschen Umwelthilfe (handysfuerdieumwelt.de). Praktisch: Das Portal Handyverkauf listet nach eigenen Angaben „alle aktuellen Handysammelaktionen übersichtlich auf“ (handyverkauf.net).

    Gebrauchte Computer und Laptops nimmt beispielsweise Labdoo.org an. Die Geräte werden dort aufbereitet und beispielsweise an Kinder in Entwicklungsländern weitergegeben.

    Im Internet verkaufen

    Wer seine gebrauchten Handys oder Computer lieber verkaufen möchte, kann das auf den bekannten Auktionsplattformen wie Ebay oder Hood.de machen. Aber Achtung: Als Privatverkäufer sollte man dabei die gesetzliche Gewährleistung ausschließen. Außerdem gibt es auch Betrüger, die ein Gerät ersteigern. Zuhause haben sie ein identisches, das jedoch defekt ist. Nach dem Kauf des funktionierenden Gerätes reklamieren sie dieses als kaputt und senden dem Verkäufer ihr eigenes, defektes Gerät zurück. Sie lassen sich von ihm ihr Geld zurücküberweisen – und haben so ein funktionierendes Gerät, ohne dafür bezahlt zu haben. Der Verkäufer hat dagegen draufgezahlt. Darum sollte, wer gebrauchte Kameras, Laptops oder Handys verkauft, immer die Seriennummer seines Geräts dokumentieren.

    Ein Fall für den Elektroschrott

    Falls der Verkauf zu umständlich ist, sich der Ankauf nicht lohnt und man auch nicht spenden möchte, entsorgt man seine Alt-Geräte bei den entsprechenden Stellen der Abfallbetriebe in seiner Stadt – zum Beispiel in Recyclinghöfen oder Elektroschrotttonnen. „Manche Städte verlangen für die Entsorgung von Elektroschrott Geld“, weiß Koch, „andere nehmen ihn kostenlos an.“

    Persönliche Daten von gebrauchten Geräten löschen

    Egal, ob das Handy, der Rechner oder das Tablet verkauft, gespendet oder ein Fall für den Elektroschrott wird: „Wer persönliche Daten darauf gespeichert hatte, sollte diese mit speziellen Programmen löschen“, weiß Experte Koch. Allerdings sollte sich auch jeder Gerätebesitzer darüber im Klaren sein, dass sich die Daten sehr oft nicht komplett löschen lassen.