Düsseldorf. Der Fußball zertrümmert Nachbars Fenster, das Glas Saft fällt bei Freunden auf den Perserteppich, die Spielzeugdrohne landet auf einem fremden Auto: Kinder jeden Alters richten schnell mal teure Schäden an. Und wer haftet dann?

Oft – aber eben nicht immer! – die private Haftpflichtversicherung. Dass diese Police grundsätzlich unverzichtbar ist, sollte sich inzwischen herumgesprochen haben. Nun sind Kinder da zwar ab ihrer Geburt mitversichert, aber: Bis zum siebten Geburtstag sind die Kleinen aus juristischer Sicht noch nicht „deliktfähig“. Bei Schäden im Straßenverkehr gilt das sogar bis zum zehnten Geburtstag.

Aus juristischer Sicht müssen Eltern oft gar nicht haften

Die Eltern müssen also nicht für Schäden einstehen, wenn sie ihre Aufsichtspflicht nicht verletzt haben (dann würden sie selbst haften). Das ist für den Geschädigten allerdings oft schwer nachzuweisen. Aber deshalb mit den Schultern zucken, den Nachbarn oder die Freunde auf dem Schaden sitzen lassen?! Das sorgt natürlich nicht gerade für gute Stimmung...

Deshalb sollten Eltern einfach Schäden auch kleiner Kinder mit absichern, rät Philipp Opfermann, Experte fürs Thema bei der Verbraucherzentrale NRW. Viele Versicherungsunternehmen haben ihre Haftpflicht-Tarife entsprechend erweitert: Sie prüfen gar nicht erst, ob ein Kind nun schon deliktfähig ist oder nicht, sie zahlen.

Ältere Versicherungsverträge haben oft zu geringe Haftungssummen

Gerade bei älteren Verträgen ist dies aber längst nicht immer der Fall. Deshalb sollte man das Kleingedruckte spätestens prüfen, wenn sich Nachwuchs ankündigt. Ohnehin haben die meisten alten Verträge aus heutiger Sicht zu geringe Haftungssummen: „Wenn im Versicherungsschein noch von ,DM’ die Rede ist, sollte man sich auf jeden Fall um ein Update auf die Bedingungen von heute kümmern“, sagt Opfermann. „Meist bekommt man heute sogar günstigere Tarife – es lohnt sich also im doppelten Sinne.“

Sehr gute Tarife für Familien gibt es schon ab 50 Euro im Jahr

Die Versicherungssumme sollte bei mindestens 10, besser 15 Millionen Euro liegen. Auf was man sonst noch achten sollte, verrät gratis einMerkblatt des Bundes der Versicherten. Laut Stiftung Warentest sind sehr gute Tarife für Familien derzeit schon ab 50 Euro pro Jahr zu haben.

Der Nachwuchs ist dann übrigens bis zum Abschluss der ersten Ausbildung bei den Eltern mitversichert. Das gilt auch jenseits des 18. Geburtstags, wenn das erwachsene Kind noch nicht verheiratet ist. In Spezialfällen wie etwa einem Auslandsjahr vor dem Studium sollte man sich den Versicherungsschutz sicherheitshalber schriftlich bestätigen lassen.