Hula-Hoop, Diddl-Maus und Zauberwürfel: Viele Spielzeug-Hypes verschwanden nach kurzer Zeit wieder in den Schubladen. Andere werden bis heute als echte Klassiker geschätzt, die nach jahrelanger Spielpause plötzlich wieder Schulhöfe, Spielzimmer und Bürgersteige erobern.

Wir haben vierzehn Hypes aus der Spielkiste gekramt – und spannende Fakten dazu aus den Archiven:

Hula-Hoop

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Diddl-Maus

Diddl-Blöcke, Diddl-Mäppchen, Diddl-Schultasche, Diddl-Tasse, Diddl-Kuschelmaus … Die Cartoonfigur bevölkerte in den 90ern die Schulhöfe. Doch so plötzlich wie die Maus mit den Riesenfüßen ihren Siegeszug antrat, so schnell verschwand sie auch wieder: 2014 gab das mittelständische Unternehmen Depesche Vertrieb aus Geestacht bei Hamburg die Lizenz an ihren Erfinder, den Zeichner Thomas Goletz, zurück. Seit 2016 feiert die Cartoon-Figur unter dem Namen „Diddl Forever“ ihr Comeback.

Beanis

Die Kuscheltierbabys mit den großen Kulleraugen – bei uns auch als Glupschis bekannt – erobern seit 2009 die deutschen Kinderzimmer. Doch angefangen hat alles 1993 in den USA unter der Produktbezeichnung „Ty Beanie Boos“. Dass die possierlichen Tierchen seit jeher in begrenzter Anzahl hergestellt werden, steigert noch das Sammelfieber unter den Fans.

Rainbow Loom

2011 kam plötzlich der Hype um den kleinen Webrahmen mit den bunten Gummibändern angeflitscht. Aus diesen lassen sich etwa Schlüsselanhänger, Schmuck, Sandalen und sogar Kleidung häkeln. Sogar der Papst konnte sich nicht entziehen – er besitzt ein Loom-Armband. Erfunden wurde das Gerät von Cheong Choon Ng, einem amerikanischen Maschinenbauingenieur aus Detroit. Die Idee kam ihm, als er seinen Töchtern das Weben erleichtern wollte Allein 2014 machte der geschäftstüchtige Familienvater mit Rainbow Loom einen Umsatz von mehr als 70 Millionen Euro. Mittlerweile ist der Hype aber abgeflaut – unter anderem, weil massenweise allergieauslösende Imitate auf den Markt geworfen wurden.

Pokémon Go

Den ersten Pokémon-Hype gab es schon 1996. Damals handelte es sich um ein Videospiel aus Japan, gefolgt von einer Anime-Fernsehserie, einem Sammelkartenspiel und anderen Produkten. 20 Jahre später, im Juli 2016, machten rund um den Globus scharenweise Smartphone-User Jagd auf die kleinen Monster – und zwar wahrhaftig laufend, kreuz und quer durch Städte und Landschaften. Denn Pokémon Go ist eine Art „Schnitzeljagd-App“, die von Nintendo in Zusammenarbeit mit der kalifornischen Firma Niantic entwickelt wurde. Die virtuellen Fabelwesen werden in das Kamerabild des Handys eingeblendet und verschmelzen so mit der Realität. Die App löste einen solchen Hype aus, dass sich der Aktienkurs des Konsolenherstellers Nintendo innerhalb von sieben Handelstagen auf rund 36 Milliarden Euro mehr als verdoppelte. Für 2017 sind Updates und weitere Features geplant.

Squishables

Kuschelig, knallig und bunt. So geht es in der Welt der Squishables zu. Die kuscheligen Plüschfiguren kommen aus den USA und sind im Winter 2017 bis weit ins Jahr 2018 der Hit – zumindest was Mädchen angeht. Squishables lassen das Monchhichi-Gefühl zurückkehren. Von ihren vornehmlich weiblichen Besitzern werden sie nach Herzenslust geknuddelt. Dabei ist die Form egal. Sie kommen mal als Kuscheltier daher, sind aber auch als Ananas, Avocado oder Hamburger erhältlich. 

LOL-Surprise Figuren

LOL-Surprise-Figuren lassen in den letzten beiden Jahren das Ü-Ei-Feeling wieder aufleben. Die meist quietsch-rosa Puppen stecken in einem überdimensionalen Plastik-Ei – samt Kronen, Hündchen und 50 weiteren Einzelteilen. Was genau drinsteckt, entdeckt man erst, wenn man das Ei öffnet. Die Entwicklung des Spielzeug-Renners hat angeblich nur 18 Wochen gedauert. Übrigens: Die Abkürzung LOL heißt laut dem US-Hersteller MGA Entertainment nicht etwa „laughing out loud“ (deutsch: laut gelacht), eine beliebte Abkürzung in der Twitter- und Whatsapp-Gemeinde, sondern „Little Outrageous Little“, was so viel heißen soll wie „Kleine ungeheuerlich kleine Überraschungspuppe“. Hätte man sich ja denken können …