Das Wichtigste auf einen Blick:
- Trailrunning bedeutet Laufen abseits befestigter Straßen: auf Waldwegen und schmalen Pfaden. Der Fokus liegt auf Bewegung in der Natur.
- Unebenes Gelände fordert Muskeln, Balance und Konzentration. Das stärkt Herz, Kreislauf und Psyche. Regelmäßiges Laufen senkt Stress und hebt die Stimmung.
- Ida-Sophie Hegemann ist mit zahlreichen Social Media Followern ein Star der Trailrunning-Szene. Hier gibt sie Tipps für Anfänger.
1,9 Millionen Deutsche betreiben Trailrunning
Schmale Pfade statt breiter Wege, wechselnder Untergrund statt gleichmäßiger Strecke: Trailrunning führt dahin, wo Bewegung weniger planbar ist. Was sich nur nach einer Jogging-Variante anhört, folgt doch ganz eigenen Regeln. Tempo und Rhythmus ergeben sich aus dem Gelände, Steigungen, Steine oder Wurzeln geben die Richtung vor.
Wer abseits gepflasterter Straßen unterwegs ist, arbeitet nicht bloß eine Strecke ab – sondern orientiert sich ständig neu. Das liegt im Trend: Laut „SportsShoes Running Report“ sind schon 1,9 Millionen Deutsche begeistert dabei.

Auf den Körper hören: Tipps von Trailrunning-Star Ida-Sophie Hegemann
„Trailrunning bedeutet für mich ganz viel Freiheit“, sagt Ida-Sophie Hegemann. Okay, die Trendsportart macht sich eigentlich nicht viel aus Promis: Der Star ist die Natur. Und doch gibt es ein paar Trailrunner, die viel Aufmerksamkeit erhalten – der 1997 in Niedersachsen geborenen Hegemann folgen rund 170.000 Menschen auf Instagram.
„Wenn man über einen Waldweg läuft und Vögel zwitschern hört, kommen einem viele Probleme plötzlich viel kleiner und lösbarer vor“, sagt sie im Gespräch mit aktiv. „Ich habe gelernt, nicht aufzugeben, auch wenn es mal nicht gut läuft, aber auch zu erkennen, wann man nur auf sich und seinen eigenen Körper hören sollte.“ Ihr Tipp für Anfänger: „Langsam herantasten. Durch das unebene Gelände ist man viel länger unterwegs als auf der Straße.“
Experte der Sporthochschule Köln erklärt: Wie Laufen das Gehirn entlastet
Der Ausdauersport stärkt das Herz-Kreislauf-System und den Bewegungsapparat. Auch der Kopf bekommt während der körperlichen Anstrengung eine Pause, denn die natürlichen Hindernisse erfordern Konzentration: „Beim Laufen verändert sich die Aktivität im Gehirn“, erklärt Sportwissenschaftler Stefan Schneider von der Deutschen Sporthochschule Köln und Autor des Buchs „111 sportliche Impulse, die schlau und glücklich machen“. „Bereiche, die für komplexes Denken zuständig sind, zeigen dann eine verringerte Aktivität.“
Stattdessen übernimmt der Bereich, der Bewegungen plant und ausführt. „Diese Entlastung des Gehirns führt dazu, dass man sich nach dem Laufen oft klarer und fokussierter fühlt.“ Schneider entwickelt Trainings für die Astronauten an Bord der internationalen Weltraumstation ISS. „Sport und Bewegung unterstützen den schulischen Erfolg von Kindern, sie sind Grundpfeiler der Persönlichkeitsentwicklung und reduzieren sogar das Demenzrisiko.“
Trailrunning-Ausrüstung: Das brauchen Anfänger wirklich
Trailrunning-Schuhe sollten eine gute Profilsohle für sicheren Halt auf Matsch und Steinen haben. Auch Stabilität bei seitlichen Bewegungen ist wichtig. Für längere Strecken kann ein eng am Körper sitzender Rucksack mit etwas Proviant sinnvoll sein. In steilem Gelände oder bei langen Distanzen nutzen viele Trailrunner zudem Stöcke, die entlasten Beine und Knie. Viel mehr ist nicht nötig: Entscheidend ist die Bereitschaft, gewohnte Wege zu verlassen.
Bewegte Pause
Nicht immer ist Zeit für einen Trailrun. Aber regelmäßige Bewegung ist eine der wirksamsten Formen der Gesundheitsvorsorge. Wer kurze Aktivpausen in den Alltag einbaut, stärkt die Muskulatur, reduziert Stress und beugt Verspannungen vor – ganz ohne Sportkleidung oder Trainingsraum. Die AOK Rheinland/Hamburg bietet auf ihrer Website kurze Mitmach-Videos für die bewegte Pause am Arbeitsplatz an.

Niklas Kuschkowitz schreibt bei aktiv über Wirtschafts- und Politikthemen. Studiert hat er Germanistik, Geschichte und Neuere Geschichte in Osnabrück und Köln. Nach einem journalistischen Fernsehvolontariat arbeitete er als Redakteur für das Redaktionsnetzwerk Deutschland, Sendungen der ARD und in der Unternehmenskommunikation. Privat lösen volle Fußballstadien und gemütliche Kinosäle große Freude in ihm aus.
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