Fakt ist: Wer einen neuen Vertrag in einem Handyladen suchen lässt und ihn dort abschließt, zahlt in der Regel mehr, als wenn er dies online tut. Klar, die Beratung kostet. Online ist die Suche allerdings kompliziert, denn die Tariflandschaft ist sehr unübersichtlich. Tarifsvergleichsportale sind da eine gute Hilfe, allerdings sollte man auch wissen, was man braucht und will, gibt Fachmann Alexander Kuch zu Bedenken. Er ist Redakteur und Chef vom Dienst beim Telekommunikationsmagazin teltarif.de.

Netzempfang prüfen: Mit welchem Netz bin ich wo am besten erreichbar?

Darüber sollte man sich zuerst Gedanken machen. Auf dem Land sind die Netze der Telekom (D1) und Vodafone (D2) besser als das von Telefónica (O2-Netz). Welches Netz am besten ausgebaut ist, kann aber regional sehr unterschiedlich ausfallen. Man sollte also in jedem Fall die Netzqualität an den Orten prüfen, an denen man sich oft aufhält (Zuhause, Arbeitsplatz et cetera). Den aktuellen Handyempfang in einem Netz kann man mit der offiziellen Test-App der Bundesnetzagentur prüfen (https://breitbandmessung.de/mobil-testen). Außerdem sollte sichergestellt sein, dass man das LTE-Netz nutzen kann. Alle Netzbetreiber stellen ihre Handynetze auf die neuen Technologien LTE und 5G um.

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Bei der Tarifsuche helfen Vergleiche

Tarifvergleiche über entsprechende Portale helfen am schnellsten. „Bei unserem Tarifvergleich von teltarif.de (https://www.teltarif.de/handytarife-vergleich) kann der Interessent eingeben, was er benötigt – Telefonminuten, Inklusiv-SMS, Mindest-Datenvolumen und einiges mehr. Dort kann man auch nach Tarifen in einem speziellen Netz suchen“, sagt Kuch.

Flatrate oder minutengenaue Abrechnung: Beobachten Sie ihr Telefonierverhalten

Flatrates sind verlockend, man muss sich um die Kosten nicht sorgen, schließlich ist die monatliche Rate immer gleich. Aber: „Wer mit dem Handy nur wenig telefoniert und überwiegend erreichbar sein möchte, der benötigt keine Flatrate, sondern kann beispielsweise auch einen grundgebührfreien Tarif nehmen, bei dem lediglich pro Minute abgerechnet wird“, sagt Experte Kuch. „Branchenüblich sind 5 bis 9 Cent pro Minute.“

Wird das Internet nur wenig genutzt, kann eine Tagesflat für rund 2 Euro gebucht werden, „ab 4 bis 5 Euro monatlich gibt es aber schon monatliche Datenpakete“. Eine Datenflat lohnt sich also für die meisten eher als eine Telefonflat. Man sollte sich seine bisherigen Telefondaten auf alten Rechnungen also genau anschauen.

Tarif optimieren: Wann ein Wechsel sinnvoll sind

Wer mit einem Minutentarif immer mehr als 10 Euro im Monat verbraucht, sollte zu einer Allnet-Flatrate wechseln. „Ist das Datenvolumen ständig schon vor Monatsende aufgebraucht, sollte man in ein teureres Tarifmodell mit mehr Datenvolumen wechseln, anstatt möglicherweise jeden Monat kostenpflichtig Datenvolumen nachzubuchen“, rät der Experte. „Der Tarifwechsel in einen teureren Tarif mit mehr Leistung ist bei den meisten Providern sofort möglich, wer in einen günstigeren Tarif wechseln möchte, findet den Kündigungs- oder Wechseltermin im Online-Kundencenter seines Anbieters.“

Beim Vergleich von Tarifen gilt: Immer das Kleingedruckte lesen

Aber in welchen Tarif will ich hineinwechseln? Hier gilt: Auch immer das Kleingedruckte lesen. Und die enthaltenen Leistungen (Anzahl der Inklusivminuten, Inklusiv-SMS und Datenvolumen) genau miteinander vergleichen. „Darüber hinaus gibt es immer noch Tarife mit Datenautomatik, die sofort kostenpflichtig Datenvolumen nachbuchen, wenn das Inklusivdatenvolumen aufgebraucht ist. Wer das nicht möchte, sollte auf einen Tarif mit Datenautomatik verzichten oder diese – wenn möglich – im Online-Kundencenter deaktivieren“, sagt Alexander Kuch.

Surfen und streamen: Welches Datenvolumen sollte unbedingt drin sein?

Wer nicht nur telefoniert, sondern auch unterwegs surft, mal Musik oder einen Film unterwegs streamt, der kommt natürlich nicht mit den kleinsten Tarifen aus. „Allnet-Flats mit drei oder vier Gigabyte Datenvolumen kosten heute in der Regel zwischen 10 und 15 Euro, was aber für die meisten Nutzer ausreichend ist“, sagt der teltarif.de-Experte. „Für Musik- und Videostreaming bieten die Telekom und Vodafone die Tarifoptionen „Telekom StreamOn“ und „Vodafone Pass“ an, bei denen die Nutzung zahlreicher Streaming-Dienste nicht auf das Inklusivdatenvolumen angerechnet wird.

Eine derartige Option hat O2 zwar nicht im Angebot, bietet dafür aber die O2-Free-Tarife, bei denen nach Verbrauch des Inklusiv-Datenvolumens die Datenverbindung nicht so stark gedrosselt wird, dass das Internet quasi abgeschaltet ist. Bei den O2-Free-Tarifen ist auch nach der Drosselung mit 1 MBit/s noch unbegrenzt Streaming in geringerer Auflösung möglich.“

Für Wenig-Telefonierer: Prepaid als Alternative

Wer nur wenig selbst telefoniert und hauptsächlich erreichbar sein möchte, der kann auch heute noch einen Prepaid-Tarif nutzen. Aber dann sollte man auf eine Besonderheit achten: „Prepaidkarten haben keine Laufzeit – und können daher auch vom Anbieter jederzeit mit Monatsfrist gekündigt werden“, erklärt teltarif.de-Fachmann Alexander Kuch. „Die Kündigung erfolgt meist per SMS. Ein Notfallhandy mit Prepaidkarte in der Schublade sollte also mindestens einmal monatlich eingeschaltet werden!“

Tarif variieren: Zubuchbare Optionen

Sie lohnen sich, wenn man jeden Monat eine sehr stark schwankende Nutzung hat. „Insbesondere bei Prepaidtarifen lohnt es sich, eine Allnet-Flat oder ein Datenpaket zwischendurch mal für einen Monat pausieren zu lassen, wenn man sie in diesem Monat nicht benötigt“, sagt Alexander Kuch.

Smartphone gratis zum Vertrag: Das lohnt sich meistens nicht

Einige wechseln ihren Tarif, weil ihnen dann ein nagelneues Smartphone quasi dazugeschenkt wird. Aber: geschenkt wird einem natürlich nichts. Die 0-Euro-Zuzahlungsgeräte klingen verlockend, lohnen sich aber in den wenigsten Fällen, wenn man mal nachrechnet. „Sehr stark subventionierte Geräte mit Vertrag gibt es heutzutage nur noch in Ausnahmefällen“, sagt der Experte. „Werden teure Premium-Smartphones mit einem Anschaffungspreis von 0 Euro mit Vertrag beworben, zahlt man in der Regel 15, 20 oder 25 Euro mehr Grundgebühr pro Monat. In diesem Fall sollte man den Aufpreis für die Hardware mit 24 multiplizieren und ausrechnen, ob es nicht günstiger ist, das Smartphone im freien Handel getrennt vom Tarif zu kaufen, anstatt es über zwei Jahre abzustottern. Das ist in Summe nämlich meist teurer.“

Außerdem sollte man darauf achten, ob die Smartphones ohne Aufpreis mit Vertrag auch die gleiche technische Ausstattung und die aktuelle Betriebssystem-Version haben, sonst erwirbt man womöglich einen veralteten Ladenhüter, der schon bald keine Software-Updates mehr bekommt oder zu wenig Speicherplatz oder Arbeitsspeicher hat.