Bernau. Wenn Nebelschwaden übers Moor ziehen, kommen einem düstere Geschichten in den Sinn – von Irrlichtern und armen Seelen, versunkenen Menschen und trostloser Einsamkeit. Dabei sind Moore Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten. Und als Kohlenstoffspeicher leisten sie einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz. aktiv hat sich in ein paar der Moorlandschaften in Baden-Württemberg hineingewagt.

Naturerlebnis für Kinder

Rinnsale plätschern durch lichten Fichtenwald, üppige Moospolster bedecken den Boden: Im Bernauer Taubenmoos erschließt der Zauberwald-Pfad eine verwunschene Moorlandschaft. Spiel-, Erzähl- und Infostationen machen den Weg zum Naturerlebnis. Kinder können am Wasserrad plantschen oder von Kletterbäumen ins Moor schauen.

Erlebnispfade im Moor vermitteln dessen Einzigartigkeit

Ob Torfmoose, Rosmarinheide oder Wollgras: Nur wenige Pflanzen kommen mit den Lebensbedingungen der Hochmoore zurecht. Schon Kalkstaub an den Schuhen kann dieses System verändern. Deshalb dürfen die Naturschutzgebiete nur auf den angelegten Wegen begangen werden – auch auf dem Kaltenbronn, einer auf 900 Metern gelegenen Hochmoorlandschaft bei Gernsbach im Nordschwarzwald. Im Infozentrum vermittelt eine Ausstellung die Einzigartigkeit des Gebiets, Kinder können die Natur spielerisch erfahren.

Nutzung der Moore durch Land- und Forstwirtschaft

Auf Bohlenwegen lassen sich auch das Schwenninger Moos auf der Baar mit dem Neckarursprung (Dauerausstellung im Umweltzentrum) und das Schopflocher Moor auf der Schwäbischen Alb erkunden. Es entstand vor Millionen Jahren durch eine Eruption: Das herausgeschleuderte Gestein verwitterte zum wasserstauenden Boden (Infos im nahen Naturschutzzentrum).

Erst im Sommer eröffnet wurde der Moor-Erlebnispfad im großflächig renaturierten Arrisrieder Moos im Allgäu. Infotafeln erklären unter anderem die Entstehung der Moore und deren Nutzung durch Torfabbau, Land- und Forstwirtschaft.

Federseemuseum für die ganze Familie

Das Federseemoor bei Bad Buchau ist das größte zusammenhängende Moorgebiet Südwestdeutschlands. Vor oder nach dem Rundgang durch 15.000 Jahre Leben am See im Federseemuseum kann man auf dem Archäologischen Moorlehrpfad an Pfahlbausiedlungen vorbei zu den Fundstellen spazieren. Der Naturschutzbund Federsee bietet regelmäßig Themenführungen an. Am 1. November geht’s um den „Nebel über dem Moor“.

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