Die Zeiten von Landkarten aus Papier und Informations-Broschüren sind weitgehend vorbei. Wer heutzutage mit dem Auto unterwegs ist, kann schnell und praktisch Handy-Apps nutzen. Für fast alle Bereiche des Autofahrens gibt es mittlerweile kleine Assistenzsysteme zum Herunterladen.

Wir verraten Ihnen einige elektronische Helferlein, die auch Verkehrsexperte Roman Suthold vom ADAC Nordrhein für sinnvoll und seriös erachtet.

Autofahrer-Apps zum Sparen: Günstiger tanken, waschen und parken

Die günstigste Tankstelle in der Nähe lässt sich mithilfe der kostenlosen App „Clever tanken“ (Android und iOS) herausfinden. Die Position des Autofahrers wird per GPS-Verbindung festgestellt, in der App sind die rund 15.000 deutschen Tankstellen archiviert, über deren aktuelle Preise sie ständig informiert ist. Vergleichen ist damit kein Problem mehr: „Die App ist sehr etabliert und arbeitet genau“, sagt Roman Suthold, Mobilitätsexperte beim ADAC Nordrhein.

Das gelte auch für die kostenlose Android-App „Blitzer.de“, die vor festen und mobilen Radargeräten im In- und Ausland warnt und damit ebenfalls fiese Kostenfallen umschiffen hilft. Gespeist wird die Anwendung von einer Blitzer-Datenbank, die unter anderem von den Nutzern auf dem neuesten Stand gehalten wird. Blitzer-Apps dürften jedoch nicht während der Fahrt genutzt werden, mahnt Suthold. Wer erwischt werde, müsse mit einem Punkt in Flensburg und einer Geldbuße rechnen: „Man sollte sich deshalb immer vor der Fahrt informieren.“

Über die kostenlose „Wash-App“ (Android und iOS) ist der Nutzer nicht nur über die Standorte und Öffnungszeiten der teilnehmenden Waschstraßen informiert. Die Anwendung rechnet die Autowäschen auch per Kreditkarte ab. Bei mehrmaligem Besuch bestimmter Waschanlagen gibt es Rabatte.

Eine womöglich günstige Alternative zu öffentlichen Parkplätzen bietet die kostenlose App „Ampido“ (Android und iOS). Über die Plattform vermieten private Parkplatz-Eigentümer stundenweise ihre Stellfläche oder Garageneinfahrten an registrierte Nutzer. Das kann vor allem in Großstädten günstiger sein als die offiziellen und ohnehin meistens belegten Parkplätze. Und für Autofahrer, deren eigener Stellplatz oft frei bleibt, bietet die App die Chance, ein paar Euro hinzu zu verdienen.

Apps für Notfälle: Pannenhilfe schnell verständigt

So ziemlich alle Automobil-Klubs sind mittlerweile per App erreichbar, wenn mal etwas passiert ist. Über die kostenlose App der ADAC-Pannenhilfe (Android und iOS) können Mitglieder des ADAC im Ernstfall Hilfe über eine Hotline rufen. Auch Daten zum Standort, Angaben zum Fahrzeug und die Pannenursache können zugesendet werden, sobald der Button „Pannenhilfe anrufen“ geklickt wird.

Die kostenlose App „ACV Co-Pilot“ (Android und iOS) des Automobil-Clubs Verkehr bietet ebenfalls eine schnelle Verbindung mit einer Notrufzentrale. Hörgeschädigte oder Menschen mit Sprachbehinderungen haben die Möglichkeit, mit einer barrierefreien Chatfunktion einen Notruf abzusetzen.

„Hilfe organisiert jeder Automobil-Klub – unabhängig davon, ob jemand Mitglied ist oder nicht“, sagt Suthold. Ob das etwas koste, hänge jedoch vom Einzelfall ab.

Navigations-Apps: Weise Wegweiser zu freien Parkflächen, den besten Routen und stillen Örtchen

Navigations-Apps gibt es reichlich, die Gratis-App „Here WeGo“ (Android und iOS) hat den Vorteil, dass die für fast alle Länder erhältlichen Karten auch offline genutzt werden können. Das schont das Datenvolumen und erspart – vor allem außerhalb der EU – hohe Roaming-Gebühren. „Das Kartenmaterial ist hier sehr detailliert“, sagt Suthold.

Apps führen aber mittlerweile auch zu ganz speziellen Zielen. „ParkTag“ – ebenfalls kostenlos – navigiert zu freien öffentlichen Parkplätzen, auch in Parkhäusern in der Nähe, und erinnert den Nutzer daran, wo er sein Auto abgestellt hat.

Die kostenpflichtige App „Toiletten Scout“ (Android und iOS) weist den Weg zum nächsten öffentlichen WC und bietet die Möglichkeit, dieses auch zu bewerten.

Und über die Gratis-App „Waze“ (Android und iOS) warnen sich die Nutzer gegenseitig vor Sperrungen, Staufallen oder lästigen Baustellen.

Eine Alternative: Die für Klub-Mitglieder kostenlose „ADAC Maps“-App (Android und iOS) sammelt aktuelle Daten der Polizei, der Rundfunksender oder des ADAC selbst und informiert ebenfalls über Staus und günstige Umleitungen.

Apps für mehr Sicherheit: Kindern und sich selbst zuliebe

Am Steuer sollten Autofahrer keine E-Mails oder SMS schreiben, geschweige denn ohne Freisprechanlage telefonieren. Zu viel Ablenkung erhöht schließlich die Unfallgefahr enorm. Die in der Basisversion kostenlose Android-App „MyPassi“ unterdrückt Anrufe oder Nachrichten, sobald sich der Nutzer ans Steuer setzt. „Da wird der Autofahrer diszipliniert“, so Experte Suthold. Ein elektronischer Assistent verschickt hier auch Abwesenheitshinweise.

Die Sicherheit von Schulkindern will die Gratis-App „Schutzranzen“ (Android) erhöhen, die Suthold ebenfalls für sinnvoll erachtet. Sie warnt Autofahrer, sobald sie in die Nähe einer der 16.300 deutschen Grundschulen kommen und dort schneller als 30 Stundenkilometer fahren.

Apps für Autokäufer: für Neuzulassungen, Gebrauchtfahrzeuge und Oldtimer

Im Dschungel des Neu- und Gebrauchtwagen-Markts bieten kostenlose Portale wie „Autoscout 24“ (Android und iOS) und „mobile.de“ (Android und iOS) schon lange Orientierung. Beide Angebote sind auch als App verfügbar. Der potenzielle Autokäufer muss lediglich Suchkriterien wie Erstzulassung, Baujahr oder Kilometerstand eingeben und kann über die App einfach mit dem Anbieter Kontakt aufnehmen. Angeboten werden auch Motorräder oder Nutzfahrzeuge. Beide Apps punkteten mit der Vielzahl an Nutzern und daher mit ihrem großen Angebot, sagt Verkehrs-Experte Suthold.

Informationen über Vor- und Nachteile diverser Fahrzeugtypen, deren technische Schwächen, ihrer Wertentwicklung und Versicherungskosten bietet der ADAC mit seiner kostenlosen App „Autodatenbank“ (Android und iOS). „Die ist sehr aktuell gehalten“, sagt Suthold.

Apps fürs Carsharing: Abgefahren aus dem Stehgreif

Wer sich kein Auto kaufen, aber trotzdem damit fahren will, kann mittlerweile auf eine Fülle von Angeboten zurückgreifen. Vor allem junge Menschen verzichteten gern auf ein eigenes Fahrzeug und stiegen auf Mietfahrzeuge um, sagt Verkehrswissenschaftler Suthold.

Eher auf kurzzeitiges Mieten ausgerichtet seien die Tarife der Gratis-Apps der Carsharing-Anbieter Drive Now (Android und iOS) und Car2go (Android und iOS), bei denen die Autos an jeder Ecke abgestellt werden könnten. Drive Now habe jedoch ein größeres Fahrzeug-Angebot als Car2go. Die Apps zeigen auf einer Karte die verfügbaren Fahrzeuge in der Umgebung an. Die registrierten Nutzer können sie dann unkompliziert reservieren und bezahlen.

An festgelegte Stationen gebunden sind die Nutzer der kostenlosen „Cambio“-App (Android und iOS), die sich vor allem an Langzeitmieter wendet.

Die Gratis-Anwendung von „Free2Move“ (Android und iOS) eignet sich für Autofahrer, die gerne verschiedene Carsharing-Anbieter in Anspruch nehmen. Die App zeigt die Fahrzeuge von Car2go, Drive Now, Flinkster und Co. ebenfalls auf einer Karte an. Die Angebote der Vermieter können nicht nur miteinander verglichen, sondern auch sofort gebucht werden.