Das Wichtigste auf einen Blick:
- Die Fahrradbranche in Deutschland schwächelt leicht: 2025 wurden rund vier Millionen Räder verkauft, ein Minus von 4 Prozent.
- E-Bikes bleiben gefragt – rund 17 Millionen sind unterwegs, auch sportliche Fahrräder ohne Motor gewinnen wieder an Bedeutung.
- Neue Technik und mehr Sicherheit sollen den Markt ankurbeln, etwa Blinker im Lenker, smarte Schlösser und innovative Helme.
Gegenwind für die deutsche Fahrrad-Industrie: 2025 wurden bei uns knapp vier Millionen Räder verkauft, ein Minus von 4 Prozent, damit setzte die Branche knapp 6 Milliarden Euro um. Nach den jüngsten Krisenjahren gibt man sich jetzt aber vorsichtig optimistisch: „Wir pendeln uns auf stabilem Niveau ein“, so Burkhard Stork, Chef des Zweirad-Verbands ZIV.
Sportliche Bio-Bikes zunehmend gefragt
„Entscheidender für viele ist, dass sich das Rad im Alltag angenehm und sicher fahren lässt“
Benjamin Wenz, Sprecher bei Riese & Müller
E-Bikes liegen weiter im Trend: 2.550 Euro ließen Kunden im Schnitt für ein neues E-Bike springen.
Aber auch sportliche „Bio-Bikes“ ohne Motor sind gefragt. aktiv hat sich die Zweirad-Trends angeschaut.
Motor bleibt Maß aller Dinge
Rund 17 Millionen E-Bikes sind in Deutschland unterwegs, zwei Millionen wurden allein im letzten Jahr verkauft. Der Trend geht weg vom Fokus aufs Gewicht: „Entscheidender für viele ist, dass sich das Rad im Alltag angenehm und sicher fahren lässt“, erklärt Benjamin Wenz, Sprecher beim Hersteller Riese & Müller. Heißt: Aufrechte Sitzposition, breitere Reifen, auch der lange verpönte tiefere Einstieg wird salonfähiger. Weiterhin dürften Automatikgetriebe Fahrt aufnehmen, besonders bei Lastenrädern und Urban Bikes.
Gravel boomt weiter
Wer es noch nicht weiß: Ein Gravelbike vereint sportlichen Rahmen mit breiteren Reifen. Und sorgt für Speed auf Asphalt und Spaß im Gelände. Die Gattung ist Hoffnungsträger der Branche. Im Kommen: elektrische Schaltwerke für präzise Gangwechsel. In dieser Saison dürfte man zudem auch die ersten riesigen 32-Zoll-Bereifungen sehen. Ihr Vorteil: mehr Laufruhe.
Mehr Sicherheit
Blinker im Lenker und neue Helmkonzepte – etwa faltbare Modelle für Pendler – setzen sich zunehmend durch. Auch Schlösser werden smarter: Neue Modelle lassen sich per App oder Fingerabdruck öffnen.
Jeder Fünfte pendelt mit dem Rad
Bewegung auf zwei Rädern ist beliebt – auch auf dem Weg zur Arbeit. Laut Fahrrad-Monitor 2025 des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr (BMDV) nutzen 22 Prozent der Berufstätigen regelmäßig das Fahrrad für den Weg zur Arbeit. Bei Auszubildenden liegt der Anteil sogar bei 33 Prozent. Insgesamt schwingen sich 41 Prozent der Deutschen regelmäßig auf den Sattel. Besonders in Städten mit guter Infrastruktur wie Radschnellwegen wächst die Nutzung. Und ein Drittel der Befragten gibt an, bei besserer Infrastruktur zukünftig öfter Rad fahren zu wollen. Für die deutsche Fahrradbranche bedeutet das Potenzial. Mehr Zweirad-Pendler treiben nicht nur den Bedarf an robusten Alltagsrädern und E-Bikes, sondern bedeuten auch Umsatzpotenzial bei Wartung, Zubehör und Dienstleistungen.

Nach seiner Ausbildung zum Bankkaufmann studierte Uli Halasz an drei Universitäten Geschichte. Ziel: Reporter. Nach Stationen bei diversen Tageszeitungen, Hörfunk und TV ist er jetzt seit zweieinhalb Dekaden für aktiv im Einsatz – und hat dafür mittlerweile rund 30 Länder besucht. Von den USA über Dubai bis China. Mindestens genauso unermüdlich reist er seinem Lieblingsverein Schalke 04 hinterher.
Alle Beiträge des Autors




