Das Wichtigste auf einen Blick:
- Eine PVC-Anlage lohnt sich vor allem bei einem hohen Eigenverbrauch. Möglicherweise steigt dieser in den kommenden Jahren, etwa durch die Anschaffung einer Wärmepumpe oder eines Elektroautos.
- Nach etwa 15 Jahren hat sich die Anschaffung amortisiert, wenn die Solaranlage aus eigener Tasche gezahlt wurde. Zusätzlich gibt es vielfältige Förderangebote der Länder oder auf regionaler Ebene.
- Die heutigen Anlagen arbeiten enorm effizient. Daher kann auf fast jedem Dach eine lohnenswerte Solaranlage montiert werden. Optimal sind Dachflächen ab 50 Quadratmetern.
Strom ist recht teuer geworden: Die Kilowattstunde aus dem Netz kostet nach Angabe des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft knapp 40 Cent. „Die Kosten für die Kilowattstunde Sonnenstrom vom Dach dagegen liegen alles in allem zwischen 10 und 20 Cent“, sagt Berater Sebastian Zirngibl von der Energieagentur Regensburg. Jede über die Jahre selbst erzeugte und verbrauchte Kilowattstunde spart also bis zu 30 Cent – und das läppert sich.
Das A und O für eine lohnende Photovoltaik-Anlage ist heutzutage also ein möglichst hoher Eigenverbrauch. Denn die früher so lukrative Einspeisevergütung rechnet sich kaum noch und wird in Zukunft weiter reduziert werden.
Ein Stromspeicher ist meistens sinnvoll
30 Cent kann eine selbst erzeugte und verbrauchte Kilowattstunde sparen
Ein weiterer Faktor ist die Größe der Anlage – je größer, desto wirtschaftlicher kann sie werden, da die Fixkosten für Planung, Montage & Co. weitgehend gleich sind. „Hier sollte man auch an die Zukunft denken – beispielsweise ob in einigen Jahren ein Elektroauto oder eine Wärmepumpe den Stromverbrauch erhöhen“, rät der Experte. Eine überschlägige Wirtschaftlichkeitsberechnung bieten die Online-Rechner der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin oder der Verbraucherzentralen.
Fast jedes Dach eignet sich für eine Anlage
Gut zu wissen: Die früher vielfach diskutierten Aspekte wie Dachausrichtung, Dachneigung, Verschattung, bedeckter Himmel und Ähnliches spielen kaum noch eine Rolle. „Heutzutage kann man praktisch auf jedem Dach eine Photovoltaikanlage realisieren, die sich rechnet“, so Zirngibl. Auch der Flächenbedarf ist überschaubar, für eine mittlere Anlage mit einer Leistung von etwa 10 KW-Peak reichen etwa 50 bis 60 Quadratmeter Dachfläche. „Im Vergleich zu den früheren Modulen hat sich der Wirkungsgrad der Module mehr als verdoppelt“, erläutert der Ingenieur.
Solarpflicht: Das gilt es ab 2026 zu beachten
Immer mehr Bundesländer führen eine Solarpflicht für öffentliche Gebäude und Firmenbauten ein. Das bedeutet: Bei Dachsanierungen oder Neubauten muss eine PVC-Anlage montiert werden. Eine Ausnahme gilt meist bei Dachflächen unter 50 Quadratmetern. Die Pflicht kann auch für Privatpersonen gelten, das unterscheidet sich jedoch je nach Bundesland. Sogar einzelne Kommunen können Regelungen über eine Baupflicht beschließen. Werden die örtlich geltenden Regeln zur Solarpflicht nicht befolgt, drohen ordentliche Geldstrafen. Vor einer Sanierung oder einem Neubau sollten sich Hausbesitzer also frühzeitig über die genauen Anforderungen vor Ort informieren. Eine Übersicht zu den unterschiedlichen Regelungen der Bundesländer bietet etwa der ADAC.
Eine eigene Anlage zahlt sich nach etwa 15 Jahren aus
Bevor das Sparschwein jubeln kann, muss man allerdings erst einmal Geld in die Hand nehmen. Für eine 10 KW-Peak-Anlage muss man derzeit 12.000 bis 14.000 € rechnen, für den Speicher kommen noch etwa 5000 € bis 7000 € on top. „Kann man aus Eigenmitteln finanzieren, liegt die Amortisationszeit häufig zwischen 10 und 15 Jahren, bei einer Kreditfinanzierung wegen der Zinskosten entsprechend länger“, sagt der Fachberater. Immerhin: Die KfW fördert den Sonnenstrom im Programm 270 mit einem relativ zinsgünstigen Kredit, manchmal gibt es auch Förderungen der Länder oder auf regionaler Ebene (Recherche unter foerderdatenbank.de).

Mit der Investition lieber nicht zu lange warten
Bevor man konkrete Angebote einholt, ist eine unabhängige Beratung (Verbraucherzentralen, Energieagenturen und so weiter) empfehlenswert. Wer danach tatsächlich mit einer eigenen Solaranlage liebäugelt, sollte nicht mehr allzu lange zögern. „Die Module werden kaum noch billiger, aber die Fachkräfte für die Installation werden teurer werden“, so die Einschätzung des Experten.
Angst vor dem Bürokratie-Irrsinn früherer Zeiten muss man bei privat betriebenen kleineren Anlagen dagegen nicht mehr haben, da die notwendigen Anträge in der Regel über den Installationsbetrieb gestellt werden. Es fällt auch keine Gewerbesteuer mehr an, zudem sind Kauf und Installation inzwischen mehrwertsteuerfrei.
Silke Becker studierte Soziologie, BWL, Pädagogik und Philosophie. Seit ihrem Abschluss arbeitet sie als Redakteurin und freie Journalistin. Außerdem hat sie mehrere Bücher veröffentlicht. Am liebsten beschäftigt sie sich mit den Themen Geld, Recht, Immobilien, Rente und Pflege.
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