Berlin. „Die neue Mütterrente bringt mir nichts, ich war ja nie berufstätig.“ Wer so etwas zu hören bekommt, vielleicht sogar von der eigenen Mama, sollte wissen: Das Gegenteil ist richtig!

So hat eine Frau, die vor Jahrzehnten „nur“ drei Kinder großgezogen hat, damit jetzt einen eigenständigen Rentenanspruch. Denn für jedes Kind werden zwei Beitragsjahre gutgeschrieben, was die Mindestversicherungszeit von fünf Jahren bereits abdeckt. Daher würde zum Beispiel eine 70-jährige dreifache Mutter sofort eine eigene Rente erhalten – und das rückwirkend ab Juli 2014, wie die Deutsche Rentenversicherung Bund erklärt. Wobei auch hier gilt: Rente nur auf Antrag!

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Ältere Hausfrauen mit zwei Kindern sind nicht etwa gekniffen. Ihnen fehlt zwar ein Beitragsjahr, um die Mindestzeit abzudecken, dieses Jahr können sie aber per Nachzahlung kaufen. Dafür muss man aktuell einmalig 1.020,60 Euro „freiwillige Beiträge“ bei der Rentenkasse abliefern. So entsteht ein Rentenanspruch von rund 120 Euro im Monat.

Auch wenn Finanzamt und Krankenkasse davon was abzwacken mögen – stets gilt: Die Sache rechnet sich schon nach gut einem Jahr. Und wer noch eine Weile lebt, bekommt das für die Nachzahlung eingesetzte Geld sogar vielfach zurück.

Auch mit nur einem Kind kann sich die Sache lohnen

Mit lediglich einem Kind wird’s etwas knapper: Einer einmalig nötigen Nachzahlung von rund 3.060 Euro steht eine Monatsrente von aktuell rund 71 Euro brutto gegenüber. Hier rentiert sich die Sache also erst nach etwa fünf Jahren.