Dass es Autos gibt, die millionenfach vom Band rollen, ist vor allem Henry Ford zu verdanken. Denn er gründete 1903 in den USA die Ford Motor Company. Bis dato war die Produktion von Autos aufwändiges Handwerk, doch nun startete im Ford-Werk nahe Detroit die Fließbandfertigung. Das T-Modell (Bild oben) konnte nicht nur viel schneller hergestellt werden als andere Wagen, sondern war auch qualitativ hochwertiger und unschlagbar günstig. Es wurde ein Bestseller. Rund 15 Millionen Mal wurde der im Volksmund „Tin Lizzy“ („Blechliesel“) genannte Wagen zwischen 1908 und 1927 produziert. Bis 1972 belegte die Blechliesel Platz eins unter den Pkw-Bestsellern aller Zeiten – bis sie der kleine VW Käfer aus Deutschland vom Thron stieß.

Welche Pkws sonst noch in ihrem Segment Verkaufsrekorde gebrochen haben, sehen Sie in der folgenden Bilderstrecke. Aufgenommen wurden sowohl unverändert gebaute Fahrzeuge als auch Typen, die über mehrere Baureihen unter demselben Namen vom Band liefen.

Das meistverkaufte Auto der Welt: der Toyota Corolla

Er wird auch „König der Kompaktklasse“ genannt, gilt als gut verarbeitet, günstig und sparsam. Der Toyota Corolla ist ein japanisches Volksauto und war auch hierzulande sehr erfolgreich, bis er 2007 vom Toyota Auris ersetzt wurde. 1966 stellte Toyota die erste Generation des Corolla vor, die zweite Generation war ab Anfang der 1970er Jahre auch in Deutschland erhältlich. Der Corolla entwickelte sich schnell zum Bestseller. Schon fünf Jahre nach seiner Markteinführung waren fünf Millionen Exemplare verkauft.

Mit einer Stückzahl von rund 43 Millionen ist der mittlerweile in elfter Generation gebaute Corolla heute nicht nur der meistverkaufte Pkw der Kompaktklasse, sondern das meistgebaute Auto überhaupt. Der VW Golf, ein weiterer Star der Kompaktklasse, wurde bis heute mehr als 30 Millionen Mal produziert. Auf der Liste der meistgebauten Autos aller Zeiten steht der Golf auf Platz drei und ist damit der erfolgreichste deutsche Pkw überhaupt. Den VW Käfer überholte der Golf nämlich schon im Jahr 2002.

Der meistverkaufte Rennwagen der Welt: Porsche 911 GT 3 Cup

Schon ein normaler Straßenporsche hat ordentlich Dampf im Kessel. Doch die Rennversion des 911ers legt noch einmal eine Schippe drauf. 1998 stellte Porsche erstmals den seriennahen Rennwagen namens GT 3 Cup vor. Damals beschleunigte das Auto auf Basis des Porsche 996 von 0 auf 100 Stundenkilometer in weniger als vier Sekunden. Immer mehr Rennteams wollten die Rakete aus Zuffenhausen haben.

Bis heute wurden vom Porsche GT 3 Cup mehr als 3.000 Exemplare verkauft. Damit ist er der erfolgreichste Rennwagen der Welt. Vor allem bei Porsche-Markenpokalen geht der Bolide an den Start. Die Werte der aktuellen Version lassen erahnen, dass dieses Auto nichts für die Großstadt ist, sondern nach wie vor eher auf der Nordschleife des Nürburgrings zu Hause ist: Der Heckantrieb bietet 485 PS, vier Liter Hubraum und sechs Zylinder.

Das meistverkaufte Ein-Zylinder-Auto der Welt: BMW Isetta

Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es viele skurrile Kleinstwagen, die die Deutschen auf spartanische Art mobilisierten. Die Isetta von BMW, gebaut zwischen 1955 und 1962, gehörte ohne Zweifel dazu. Der Einstieg erfolgte über eine große Fronttür, die an einen Kühlschrank erinnerte. An viel Bewegungsfreiheit und sonstigen Komfort war nicht zu denken und der winzige Ein-Zylinder-Motor hatte anfangs gerademal zwölf PS und 245 Kubikzentimeter Hubraum zu bieten.

Dafür durfte man die Isetta wegen ihrer übersichtlichen Motorisierung mit einem Motorradführerschein fahren – ein entscheidender Vorteil zu jener Zeit. Denn die Sehnsucht nach einem fahrbaren Untersatz mit Dach war groß, einen Auto-Führerschein hatten aber nur wenige. Für BMW, damals in einer ernsten wirtschaftlichen Krise, war die Isetta ein Rettungsanker. Die „Knutschkugel“ verkaufte sich 161.728 Mal und ist bis heute das meistverkaufte Auto aller Zeiten mit nur einem Zylinder.

Der meistverkaufte Roadster der Welt: Mazda MX-5

Ein zweisitziger Sportwagen ohne festes Dach und ohne viel Komfort – so wird ein Roadster definiert. Als der japanische Hersteller Mazda im Jahr 1989 mit dem MX-5 einen schicken Vertreter dieser Gattung auf den Markt brachte, war diese Bauform fast in Vergessenheit geraten. Die große Zeit der Roadster waren die 1950er und 1960er Jahre mit Modellen wie dem Austin Healey 3000 oder dem Mercedes 190 SL. Auch wegen Sicherheitsbedenken gingen die Verkaufszahlen anschließend zurück.

Selbst Mazda glaubte zunächst nicht an einen Erfolg. Bei Markteinführung des MX-5 wurde an eine Jahresproduktion von 5.000 Stück gedacht. Aber schon bis Ende 1990 waren fast 141.000 Fahrzeuge produziert. Bis heute hat sich der offene Mazda, mittlerweile in vierter Generation gebaut, mehr als eine Million Mal verkauft. Kein Roadster war bisher erfolgreicher.

Das meistverkaufte Auto mit Hybrid-Antrieb der Welt: der Toyota Prius

Damals war er ein Exot, mittlerweile hat fast jeder Hersteller einen Hybrid-Antrieb im Programm. Der Toyota Prius war bei seiner Premiere 1997 das erste Großserien-Modell mit kombiniertem Verbrennungs- und Elektromotor. Heute wird er in der vierten Generation angeboten und ist mit rund 3,5 Millionen verkauften Exemplaren der Allzeit-Bestseller unter den Autos mit verschiedenen Antrieben.

Beim Anfahren und bei geringer Beschleunigung, aber auch beim Rückwärtsfahren wird der Wagen möglichst elektrisch beschleunigt, die Akkus werden beim Bremsen und beim Bergabfahren geladen. Die Umwelt freut es: Bei Tests lag der Verbrauch immer wieder deutlich unter fünf Litern. Dazu trägt auch das äußerst windschnittige Design bei, das von Kritikern aber immer wieder als unansehnlich bezeichnet wird.

Das meistverkaufte Mittelklasse-Modell der Welt: der Fiat 124

Schöne Gefährte konnten die Italiener immer bauen, aber die PS-verliebte Nation südlich der Alpen bediente auch souverän die Massen. Kein anderes italienisches Mittelklasse-Modell wurde so oft produziert wie der äußerst sachlich gestaltete Fiat 124. Zwischen 1966 und 2012 liefen rund 20 Millionen Exemplare vom Band. Die meisten davon allerdings nicht als Fiat 124, sondern als russischer Lada.

Denn die Sowjetunion gehörte zu den zahlreichen Ländern, die den Wagen in Lizenz bauten. Und das weitgehend unverändert von 1970 bis 2012. Auch in Spanien, Indien oder der Türkei wurde der Fiat 124 unter anderem Namen nachgebaut. Fiat selbst produzierte seinen kosmopolitischen Bestseller nur von 1966 bis 1975. Heute ist das Vernunfts- und Volksauto nahezu vergessen. Die große Rostanfälligkeit hat wohl auch dazu beigetragen, dass nur wenige Modelle überlebt haben.

Das meistverkaufte unverändert gebaute Auto der Welt: der VW Käfer

Schon der Klang des Boxermotors machte den VW Käfer unverwechselbar. Dort, wo bei anderen Autos meistens der Kofferraum war, befand sich beim Bestseller aus Wolfsburg der klingelnde luftgekühlte Antrieb: nämlich hinten. Rund 21,5 Millionen Mal wurde der Käfer gebaut, damit ist es nicht nur das erfolgreichste Auto mit Heckmotor, sondern auch der meistverkaufte Pkw ohne große Veränderungen. Denn nachdem 1945 die Serienfertigung des motorisierten Krabbeltiers begann, wandelte sich der Kleinwagen nur wenig.

Für die Deutschen war der Käfer das Fortbewegungsmittel der Wirtschaftswunderzeit schlechthin und für VW lange Zeit ein Erfolgsgarant. 1972 wurde das 15.007.034ste Exemplar gebaut. Damit stieß der rundliche Kleinwagen das bis dato meistgebaute Auto der Welt, das Ford T-Modell, vom Thron. In Deutschland wurde die Produktion bereits 1978 eingestellt, der allerletzte Käfer rollte aber erst 2003 in Mexiko vom Band.

Der meistverkaufte Pick-up der Welt: die F-Serie von Ford

Auch dieser Lastesel ist ein echter Volkswagen. Allerdings nicht in Deutschland, sondern in den USA. Die Lademeister der F-Serie von Ford sind seit langem die Bestseller in ihrem Segment. Seitdem die Baureihe 1948 startete, wurden rund 35 Millionen Exemplare auf die Räder gestellt. Das Gesicht und die Motorisierung haben sich immer wieder gewandelt, das Konzept nicht. Mittlerweile wird die 13. Generation des Ungetüms vermarktet.

Vor allem die vielen Karosserie-Varianten und die sehr günstigen Preise begründen den Erfolg der F-Serie. Dazu kommen eine hohe Zuladung und Anhängelast. Dieses Fahrzeug ist ein Alleskönner, der hierzulande aber kaum zu sehen ist. Nach Europa wird die F-Serie jedenfalls nicht offiziell exportiert: Der Wagen ist wohl zu groß und zu benzindurstig für die hiesigen Märkte.

Der meistverkaufte Kleinstwagen der Welt: der Mini

Dieses Auto verdankt die Welt der Suezkrise von 1956. Weil in Großbritannien das Rohöl knapp wurde, gaben die Chefs der British Motor Corporation (BMC) einen günstigen und sparsamen Kleinstwagen in Auftrag. Heraus kam 1959 der Mini mit Platz für vier Personen, aber nur 3,05 Meter Länge. Der VW Käfer mit rund vier Meter Länge war im Vergleich dazu ein Riese. 41 Jahre lang, bis 2000, wurde das britische Kultgefährt fast unverändert produziert.

Zunächst von der BMC, später von Nachfolgeunternehmen und Lizenzpartnern. Der Mini mit der damals äußerst innovativen Kombination aus quer eingebautem Frontantrieb und kompakter Karosserie lief rund 5,3 Millionen Mal vom Band und war heimlicher Star in vielen Filmen. So zwängte sich zum Beispiel Rowan Atkinson als Mr. Bean (Bild) immer wieder hinter das Steuer des fahrbaren Zwergs. Als der Mini eingestellt wurde, gab es Nachfolge-Versionen unter BMW-Regie, die noch immer erfolgreich sind.

Das meistverkaufte Rutschauto der Welt: das Bobby-Car

Noch kleiner als der Mini und noch viel sparsamer und umweltschonender ist das Bobby-Car. Und Steuern und Versicherungen werden auch nicht fällig. Seit 45 Jahren bringt das etwa 60 Zentimeter lange Spielzeug Kleinkinder in Fahrt, der Klassiker in Rot hat sich seit der Markteinführung 1972 auf der Internationalen Spielwarenmesse in Nürnberg mehr als 19 Millionen Mal verkauft. Kein anderes Rutschauto ist damit so beliebt wie der von der BIG-Spielwarenfabrik im bayerischen Burghaslach produzierte Bestseller.

Eigentlich wurde das Bobby-Car erfunden, um dem Nachwuchs das Laufenlernen zu erleichtern. Mittlerweile hat es sich aber zur Familienkutsche gewandelt: Bei den beliebten Bobby-Car-Rennen setzen sich auch Erwachsene ans Plastik-Steuer, um so schnell wie möglich eine abschüssige Strecke herunterzubrettern.