Experten-Tipps zum Abspeichern

Worauf Sie digitale Daten am sichersten sichern

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Süße Babyfotos, tolle Urlaubsvideos, die Steuererklärung oder auch wichtige Korrespondenz mit Behörden und Versicherungen: Heutzutage liegt fast alles auf irgendwelchen digitalen Datenträgern. Doch was, wenn die Festplatte im Computer nach einem Gewitter einen Überspannungsschaden hat oder die Speicherkarte der Kamera ohne Vorwarnung keinen Mucks mehr macht?

„Ohne ausreichende Sicherung sind die Daten in einem solchen Fall meist verloren“, erklärt Holger Skurk, Bereichsleiter IT-Infrastruktur & Digital Office bei Bitkom, dem Branchenverband der Informationswirtschaft. Und das passiert häufiger, als man denkt, denn egal ob Festplatte, Speicherkarte, CD oder USB-Stick: „Kein Datenträger ist für die Ewigkeit gemacht. Wer seine Daten sicher aufbewahren will, sollte deshalb eine Sicherungskopie haben“, sagt der Experte.

Datensicherung auf CD und Blu-ray-Disc

Daten zur Sicherung ausschließlich auf CD oder Blu-ray-Disc zu brennen, ist heutzutage nicht mehr empfehlenswert. Inzwischen sind CDs & Co. nämlich nicht mehr billiger als andere Speichermedien. Zudem braucht man bei den heute üblichen großen Datenmengen meist mehrere Rohlinge. Das macht die Sache unpraktisch – oft genug sichert man dann aus Bequemlichkeit zu unregelmäßig. Außerdem altern CDs und Blu-ray-Discs, auch wenn sie nicht benutzt werden. Deshalb müssen sie regelmäßig kontrolliert werden „Da man diesen Alterungsprozess nicht von außen erkennen kann, sollte man mindestens einmal pro Jahr überprüfen, ob die Daten noch lesbar sind“, rät der Fachmann.

Datensicherung auf USB-Stick und Speicherkarten

„USB-Sticks sind für den kurzfristigen Datentransport gedacht und nicht für die langfristige Sicherung geeignet“, erklärt Skurk. Das Risiko daran: Die Sticks können nicht beliebig oft beschrieben werden, doch man sieht natürlich nicht, wie „abgenutzt“ das Innere ist. Dadurch kann plötzlich ganz unerwartet Schluss ein. Außerdem werden die kleinen, handlichen Dinger mechanisch meist stark belastet und halten deshalb oft nicht so lange, wie man glaubt. „Für Speicherkarten gilt das gleiche wie für USB-Sticks“, erklärt Skurk. Zusatzproblem bei Bildern auf dem Handy oder Smartphone: „Bei einem Reset sind oft alle Fotos weg“, so der Experte.

Datensicherung auf externen Festplatten

Inzwischen sind selbst gigantische Speicherkapazitäten für kleines Geld erhältlich, sodass man sämtliche Daten bequem auf einer einzigen externen Festplatte unterbringen kann. Grundsätzlich sind die Platten außerdem deutlich stabiler als Sticks, Speicherkarten und CDs. Aber auch hier gibt es Grenzen. „Wie lange die Platte hält, hängt stark von der Belastung ab“, erklärt Skurk. Strapaziös sind einerseits die Inbetriebnahme beim Einschalten des Rechners, andererseits mechanische Belastungen, wie beispielsweise Erschütterungen. „Schon das einfache Umkippen der Platte auf dem Tisch kann bei einer stark beanspruchten Platte das Aus bedeuten“, so der Experte. Wer die Platte schonend behandelt, hat aber normalerweise lange Freude dran. Tipp: Idealerweise lagert man Sicherungskopien wichtiger Dokumente und Bilder nicht in der eigenen Wohnung. Wenn’s brennt oder Einbrecher die Bude leer räumen, sind nämlich auch die Daten auf der externen Festplatte weg.

Datensicherung in einer Cloud

Cloud-Dienste gibt es von allen großen Internet- und Telefonanbietern. Dabei liegen die Daten auf dem Server des Anbieters. In der Regel sind die ersten fünf Gigabyte Speicherplatz gratis. „Hier hat man keine Probleme mit der Haltbarkeit des Datenträgers, denn dafür ist der jeweilige Anbieter zuständig“, erklärt Skurk. Besonders praktisch: Man kann jederzeit von jedem Ort über das Internet an die Fotos und Dokumente heran. Zwar werden die Daten in der Cloud grundsätzlich verschlüsselt, doch wie streng der Anbieter es mit der Sicherheit nimmt, kann man als Anwender nicht kontrollieren. Deshalb lohnt sich in jedem Fall ein Blick in die Allgemeinen Geschäftsbedingungen und die Datenschutzerklärung des jeweiligen Anbieters.


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