Rückzugsorte hinter heiligen Mauern

Wo man in Bayerns Klöstern Ruhe, Kultur und Geselligkeit findet


Fürstenfeldbruck / Kelheim / Berching / Metten / Ursberg. Ein Kloster bauen aus Eifersucht? Das musste der bayerische Herzog „Ludewig der Strenge“. Als Sühne – denn er hatte seine Gemahlin wegen vermeintlicher Untreue enthaupten lassen. Nun steht seit 1256 die Zisterzienser-Abtei Fürstenfeld nahe München. Sie wird heute als Kulturzentrum genutzt.

Regelmäßig öffnet die Ordensanlage ihre Türen für Veranstaltungen. Lichtinstallationen verzaubern mit einer Farbenpracht. Zu den Gartentagen im Frühjahr verwandelt sich das Gelände rund um die Abtei in ein Blumenmeer. Mit mehr als 50.000 Besuchern zählt die Schau zu einem der größten Gartenfestivals in Deutschland.

„Verschlossener Ort“ – das ist die Bedeutung für Kloster. Eine Rückzugsstätte für Mönche und Nonnen zum Wohnen und Beten. Rund 1.000 dieser Sakralbauten stehen in Bayern. Einige beherbergen auch Gäste.

Darunter ist das heutige Benediktiner-Kloster Weltenburg in Kelheim. Die vermutlich älteste Abtei in Bayern wurde um das Jahr 600 von Wandermönchen gegründet. Wem Fragen auf der Seele liegen, dem hilft Pater Lukas bei den „Einkehrtagen“ in Gesprächen weiter. Im Gästehaus der Abtei gibt es Übernachtungsmöglichkeiten für längere Aufenthalte. Kreative können an dem eindrucksvollen Ort in Seminaren zu Literatur und Chorgesang sowie in Ikonen-Malkursen dem Glauben näherkommen.

Innehalten, zu sich selbst finden oder bewusster Verzicht auf übermäßiges Essen fällt im Kloster leichter als im Alltag zu Hause. Das bietet die Benediktiner-Abtei Plankstetten in Berching in der Oberpfalz an.

Nicht nur zur Fastenzeit kann man den Körper einer Reinigung unterziehen. Seminarwochen zur gesunden Lebensführung finden in Begleitung von Meditation und Gebeten zu allen Jahreszeiten statt. Für Staunen sorgt bei den Besuchern die Barockbibliothek der Benediktiner-Abtei Metten in Niederbayern. Sie enthält rund 35.000 Bücher, ausgestellt unter kunstvollen Deckengemälden. Da lohnt es sich, vorbeizuschauen und an einem der geführten Rundgänge teilzunehmen. Außerdem erklingen dort das ganze Jahr über Konzerte und Opern.

Reines Weizenmehl und natürliches Wasser sind die Zutaten für den „Leib Christi“. Die dünnen weißen Taler werden in der klostereigenen Hostienbäckerei der St. Josefskongregation der Franziskanerinnen im schwäbischen Ursberg von Hand hergestellt. Kommunionkinder und interessierte Gruppen können sich bei Schwester Marietta zur Führung anmelden.

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Die 19 bayerischen Staatsgemäldegalerien zeigen Werke aus 500 Jahren. Nicht nur in der Landeshauptstadt München, auch in den Filialen von Aschaffenburg bis Füssen. Besonders spannend wird’s beim Blick ins linke Auge Albrecht Dürers ...

So geht Relaxen auf Bayerisch: Baden in der Hopfenwanne, lautlos Schweben im Salzwasserbecken, Einschlafen mit Klangschalen-Tönen. Oder lieber Eintauchen im meistgebuchten Heilbad der Welt?

Das erlebt man in 140 Metern Tiefe: Mit Grubenbahn und Rutsche in die Unterwelt, Multivisions-Projektionen mit Laser-Show, Bergwerksdinner im Kerzenschein. Oder: Erholung für die Atemwege bei einer Übernachtung.

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