Tricksen mit dem Steuer-Bonus

Wird der Einsatz von Handwerkern clever terminiert, gibt’s oft mehr Geld vom Finanzamt zurück

Gauben ins Dach: Das schafft mehr Wohnfläche. Foto: dpa

Berlin. Wer sich zum Beispiel Gauben ins alte Dach setzen lassen will, die Fassade frisch verputzen, die Bäder fliesen, wer mal wieder alle Räume streichen oder die Fußböden erneuern will: Der kann oft mehr Steuern sparen, wenn solche Arbeiten gebündelt und trickreich terminiert werden. 1.200 Euro extra sind drin!

Dazu muss man zunächst wissen, dass grundsätzlich jeder Einsatz von Handwerkern im eigenen privaten Haushalt subventioniert wird. Ein Fünftel vieler Kosten erstattet der Staat – allerdings nur für Ausgaben bis zu 6.000 Euro im Jahr. Man kann sich da also per Steuererklärung bis zu 1.200 Euro jährlich gutschreiben lassen, die im Steuerbescheid direkt von der Steuerlast abgezogen werden.

Diese 20 Prozent gibt es aber nicht auf alles: Materialkosten sind außen vor. Geltend machen kann man vor allem den Arbeitslohn oder auch die Fahrtkosten der Handwerker – und die dafür jeweils anfallende Mehrwertsteuer. Damit das Finanzamt das akzeptiert, muss übers Konto bezahlt werden und gegen Rechnung; die Material- und die Arbeitskosten sollten dabei separat ausgewiesen sein.

Erlaubte Tricks: Wenn die steuerlich relevanten Ausgaben voraussichtlich über 6.000 Euro liegen, verschiebt man einige Arbeiten bewusst ins nächste Jahr. Oder man einigt sich mit dem Handwerksbetrieb darauf, einen Abschlag zu zahlen, während die Arbeiten laufen – und den Rest dafür erst nach dem Jahreswechsel zu bezahlen. Oder man bittet um ein Zahlungsziel im Januar, falls die 6.000-Euro-Grenze im laufenden Jahr schon überschritten ist.

„Auch das ist eine legale Möglichkeit“, so der Neue Verband der Lohnsteuerhilfevereine, „es kommt nur auf den Zeitpunkt der Zahlung an.“ Allerdings sollte man den Abstand zwischen dem tatsächlichen Ende der Arbeiten und der letzten Überweisung in möglichst engen Grenzen halten.

Die Sache mit den Dachgauben wird übrigens erst seit kurzem subventioniert: Das Finanzministerium hat sich einem Urteil des Bundesfinanzhofs angeschlossen, wonach der Steuer-Bonus auch für Erweiterungen der eigenen Wohn- oder Nutzfläche gewährt werden soll. Dachgeschoss- und Kellerausbau sind daher inzwischen ausdrücklich begünstigt. Auch beim Bau eines Carports oder einer Terrassenüberdachung sowie bei Kosten für die „Gartengestaltung“ muss das Finanzamt mitspielen.


Mehr zum Thema:

Michael H. aus dem Kreis Esslingen: Für meinen Jahresausgleich habe ich Ihren Artikel zum Steuerbonus für Handwerkerleistungen aufbewahrt. Sie schreiben, dass man da jetzt auch Carports angeben kann. Ich habe 2014 neu gebaut, im Bauantrag war der Carport schon berücksichtigt, aber er ist erst Monate später erstellt worden, nach dem Einzug. Kann ich diese Kosten geltend machen, obwohl das keine Renovierungs- oder Sanierungskosten sind?

Ein Wintergarten, ein Speicherausbau, ein neues Badezimmer: Größere Baumaßnahmen sind immer mit Aufwand verbunden. Wir verraten Ihnen, wie Bauherren ihre Nerven und Geldbeutel schonen.

Wenn die Steckdose tot ist oder der Wasserhahn tropft, muss oft ein Handwerker her. Leider ist es gar nicht so einfach, gute Leute zu finden ... Da kann ein Tipp vom Nachbarn helfen – und natürlich das Internet.

Zwei Dinge sind sicher im Leben, weiß der Volksmund – der Tod und die Steuern … Und sicher ist damit auch, dass AKTIV immer wieder Tipps zu Steuerthemen gibt. Wichtige Artikel finden Sie hier.

aktualisiert am 29.09.2017

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