Süßer Kick mit Zucker

Wird Bubble Tea die Welt erobern?


Neonfarben, dicker Strohhalm, viele bunte Kügelchen: Der Bubble Tea aus Asien, den es in Bars und bei Fast-Food-Ketten gibt, ist Kult. Professor Peter Wippermann, Trendforscher an der Universität Essen, weiß warum.

AKTIV: Was fasziniert an der klebrigen Kalorienbombe?

Wippermann: Der Geschmack! Er scheidet die Generationen: ratlose Eltern hier und ihre begeisterten Kinder dort. Bubble Tea ist Getränk gewordene Jugendkultur. Es betont die Individualität durch die Kombination seiner Zutaten und eint gleichzeitig eine Szene.

AKTIV: Ist es eine Eintagsfliege oder ein Trend?

Wippermann: Das Getränk wird uns länger faszinieren, es ist kein Sommerhit wie Hugo, der Mix aus Sekt und Holunderblütensirup. Die Manga-Kultur Asiens hält ihn frisch und den Kindern die eigenen Eltern vom Leib.

AKTIV: Also Bubble Tea für immer?

Wippermann: Nein, er wird keine Lebensgewohnheit. Für die älteren Dauerjugendlichen ist das Getränk zu süß und die Bubbles sind zu infantil. Der Großversuch von McDonald’s aber wird es an den Tag bringen: Entweder entwickelt sich hier ein spektakulärer Nischenmarkt zum Mainstream und verliert damit den Kultstatus. Oder er rettet seine Bedeutung in der Szene, indem er bei McDonald’s ein Sommerflop wird.

AKTIV: Ernährungsexperten laufen Sturm. Sie wollen den Bubble Tea verbieten.

Wippermann: Ein Vertriebsverbot von Bubble Tea wird es auf absehbare Zeit wohl in Europa nicht geben. Zwar wurde in den USA der Kampf gegen Zucker bereits aufgenommen, selbst Coca-Cola will sich um die Volksgesundheit kümmern. Aber in Amerika ticken die Uhren bei gesetzlichen Verboten etwas anders und deutlich lauter als bei uns.

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