Alle vier Minuten ein Einbruch

Wie vernetzte Haustechnik Dieben das Handwerk erschwert

Köln. Das professionelle Werkzeug eines Einbrechers ist 30 Zentimeter lang, schmal und passt in jeden Jackenärmel: „Den Schraubendreher an der richtigen Stelle eines ungesicherten Fensters angesetzt – und in 30 Sekunden ist der Dieb drin“, sagt Knut Samsel, Kommissar bei der Kriminalprävention des Kölner Polizeipräsidiums.

Fast 150.000 Mal sind Diebe im vergangenen Jahr bundesweit in Häuser und Wohnungen eingedrungen: alle vier Minuten und so oft wie seit 15 Jahren nicht mehr. Der Schaden – Beute und Zerstörung – beläuft sich auf rund 480 Millionen Euro.

Von Oktober bis Dezember schnellen die Fallzahlen nach oben. Meistens kommen die Diebe freitags und samstags. Und zwischen 18 und 19 Uhr. Fast die Hälfte aller Einbrecher steigt durch Terrassentüren oder Fenster ein.

Einen Schutz gegen das Aufhebeln bieten Stangenverriegelungen im Rahmen. Für 200 bis 350 Euro lässt sich ein Fenster nachrüsten. Seriöse Fachbetriebe in der Nähe kennen die polizeilichen Beratungsstellen, die man auch im Internet unter ao5.de/polizei-beratung finden kann.

Doch immer mehr Privathaushalte investieren in Hightech. „Der Trend geht zu vernetzten Systemen“, sagt Michael Bräuer, Marketing-Chef bei der Sicherheitstechnikfirma Abus aus Wetter an der Ruhr. So schlägt die App auf dem Smartphone Alarm, wenn jemand die Wohnung verlässt und die Tür nicht richtig abschließt – und wenn sich jemand von außen am Schloss zu schaffen macht.

Wer eine internetfähige Überwachungskamera installiert, kann sich dann Livebilder schicken lassen – und wenn nötig sofort die Polizei rufen.

Auch Licht und Rollläden lassen sich per App steuern, um die Wohnung belebt aussehen zu lassen. Der Markt für derartige Technik wächst. Haushalte und Betriebe haben im vergangenen Jahr 673 Millionen Euro dafür ausgegeben – knapp 3 Prozent mehr als 2012.

In der Statistik schlagen diese Investitionen zu Buche: Bei immerhin 60.000 der 150.000 Einbrüche haben die Täter im vergangenen Jahr aus Angst vor Entdeckung aufgegeben. Das sind 40 Prozent aller Fälle. Vor 15 Jahren scheiterte lediglich ein Drittel der Versuche.


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