Arbeitswelt

Wie sag ich's dem Chef?


Der Fall Ballack: Offene Worte sind okay – aber auf den richtigen Weg kommt es an

Köln/Mannheim. Die Kritik von Michael Ballack an der Mannschaftsaufstellung, der knallharte Konter seines Vorgesetzten Jogi Löw – haben wir sowas Ähnliches nicht auch schon mal selbst erlebt?

„Es gibt Parallelen zwischen dem Zoff in der Nationalelf und der Arbeitswelt“, bestätigt Jeannine Ohlert, Psychologin an der Sporthochschule Köln. „Auch im Betrieb werden ständig Entscheidungen getroffen, die dann für einige gut und für andere weniger gut sind.“ Ob man dagegen was sagen darf und wie, „das ist eine Frage der Team-Kultur“.

Also konkret – wie geht man   mit „seinem“ Jogi Löw am Arbeitsplatz um?

Erste Regel: das Vier-Augen-Gespräch suchen. „Den Chef vor versammelter Mannschaft zu kritisieren“, warnt Ohlert,  „ist so heikel wie Michael Ballacks Gang über die Presse.“ Wobei sich ein Mannschaftsführer auch im Job als hilfreich erweisen kann: „Der bringt das vielleicht besser rüber – und verhindert zudem, dass der Vorgesetzte mit jedem kleinen Mist belatschert wird.“

„Beleidigungen sind tabu“

Zweite Regel: sachlich bleiben. „Auch im Umgang von Mitarbeiter und Chef gelten die üblichen Kommunikationsregeln“, betont die Psychologin. „Man sollte darauf achten, nicht die Person zu kritisieren, sondern die Situation.“

Dritte Regel: unbedingt Fouls vermeiden. „Beleidigende Äußerungen sind in jedem Betrieb tabu“, sagt Alexander Zumkeller, oberster Arbeitsrechtler beim Elektrotechnik-Konzern ABB in Mannheim. „Das Gleiche gilt für Kritik, die sich auf reine Verdachtsmomente und nicht auf nachprüfbare Fakten stützt.“  Also nicht gleich an die Decke springen.

Ganz schlecht: mit der Kritik nach draußen gehen. Wer über Dritte Stimmung macht und so tut, als wäre er ein kleiner Ballack, der riskiert die gelbe Karte.

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