Erst prüfen, dann surfen

Wie man sich gegen gefährliche QR-Codes schützt

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Seit einiger Zeit sind sie allgegenwärtig: schwarz-weiß gewürfelte Quadrate, die man mit dem Handy scannen kann. Diese sogenannten QR-Codes führen in der Regel zu Internetseiten. Sie können aber beispielsweise auch hinterlegten Text oder Adressen anzeigen. QR steht für „quick response“ (engl. „schnelle Antwort“). Es geht schließlich deutlich einfacher, einen solchen Code abzuscannen, als eine lange und komplizierte Internetadresse fehlerfrei abzutippen. Das ist leider auch Betrügern bewusst.

Und so führt ein QR-Code nicht immer nur zu guten Internetseiten. Vielmehr kann er auf Seiten im Netz führen, in denen sogenannte Schad-Software („Malware“), versteckt ist. Wer diese Seiten öffnet, kann sich Software aufs Handy laden, die Kontaktdaten ausspioniert, vielleicht funktioniert das Mobiltelefon auch einfach nicht mehr, oder es werden über einen Trojaner Passwörter geklaut. „Das ist genau so, als wenn man am Computer eine Internetseite mit Schad-Software öffnet und keinen Virenschutz beziehungsweise keine Firewall installiert hat“, sagt Johannes Endres, Chefredakteur der Computertechnikzeitschrift c’t.

Der richtige Umgang mit QR-Codes

Den QR-Code nun zu verteufeln, hilft jedoch nicht weiter. Denn böse Software kann beispielsweise auch hinter Links versteckt sein, die per Mail kommen. Wichtig ist vielmehr der richtige Umgang damit. „Man sollte nicht jeden QR-Code scannen“, sagt Endres – genauso wenig, wie man jeden Link klicken sollte. Die Finger lassen sollte man beispielsweise von QR-Codes, die ohne weitere Informationen an einem Laternenpfosten kleben.

Sind sie dagegen in einer Zeitschrift abgedruckt oder auf einem Werbeplakat, das in einer Glasvitrine hängt, ist das Risiko geringer. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, nutzt einen QR-Reader, der die URL hinter einem Code nicht sofort öffnet, sondern diese erst anzeigt. Kommt sie dem Nutzer merkwürdig vor, kann er den Vorgang abbrechen. „Vor allem Nutzer von Android-Handys sollten diese Scanner nehmen“, sagt Endres. Denn Android-Geräte seien virenanfälliger als beispielsweise Apple-Geräte.

Um zu sehen, ob der installierte QR-Reader diese Vorschau bietet, sollte man einen sicheren Code zum Beispiel aus einer Zeitschrift scannen. „Aber es kann passieren, dass nach dem nächsten Update der QR-Reader diese Vorschau nicht mehr bietet“, sagt der Computerfachmann. Darum sollte man seine App immer wieder prüfen. Qrafter  und Barcode-Scanner bieten beispielsweise derzeit diese Vorschau.


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