Pfützen, na und?

Wie man seine Schuhe wetterfest für die kalte Jahreszeit macht

Berlin. Plitsch, platsch, Füße nass? Von wegen: Wenn im Herbst der Regen einsetzt und sich dicke Pfützen bilden, bleiben Schuhe und Strümpfe schön trocken. Das ermöglichen raffinierte Entwicklungen aus dem Labor – wie zum Beispiel eine wasserdichte atmungsaktive Membran zum Aufsprühen vom Schuhpflegemittel-Hersteller Collonil in Berlin.

Leder schützt die Menschen schon lange vor Wind und Wetter. Creme und Wachs machen es wasserabweisend. Doch das reichte dem Unternehmen nicht: Ulrich Drechsler, Leiter Forschung und Entwicklung, stellte mit seinem Team ein neues Imprägnier-Spray auf Basis der Karbon-Technologie her.

„Es bildet Strukturen auf der Materialoberfläche aus, die im Einzelnen zehnmal feiner sind als ein Haar“, so der Wissenschaftler. Sprüht man die Mischung auf Schuhe oder Textilien, entsteht ein ultrafeines Gitternetz aus Polymerfaser-Ketten. „Das haftet lange auf der Oberfläche“, sagt Drechsler.

An dieser Schutzschicht perlt Wasser ab, Feuchtigkeit kann aber problemlos aus dem Schuh entweichen. „Eine technologische Revolution“, versichert Firmenchef Frank Becker, der übrigens 50 Paar Schuhe besitzt.

So einfach war das mit der Schuhpflege früher nicht. Vor gut 100 Jahren hantierten die Leute noch mit Spuckwichse, einer Paste, die sich nur mit dem Einsatz von reichlich Speichel verwenden ließ. Doch dann erfand die Firma Werner & Mertz in Mainz im Jahr 1901 die erste Schuhcreme mit Wachs („Erdal“). Sie machte die Treter wetterfest und ließ sie glänzen. Der Dose mit dem roten Froschkönig verdankte das Unternehmen nach dem Ersten Weltkrieg den Aufstieg zum größten deutschen Hersteller. Aber Schuhe sollen ja nicht nur vor Nässe, sondern auch vor Kälte schützen. Da ist Leder nicht unbedingt die erste Wahl.

Echte Hingucker sind zum Beispiel Thermoboots. In den robusten Winterstiefeln steckt Kunststoff (Polyurethan) vom Chemie-Unternehmen BASF in Ludwigshafen. Das Material schließt Millionen feiner Luftbläschen ein. Das macht den Schuh leicht und isoliert ihn.

Spezielle Kunststoffe ermöglichen Arbeitsschuhe für die Arktis

Eine Weiterentwicklung des Schaumstoffs (Elastopan Extrem Frost) bleibt sogar bei minus 45 Grad biegsam und ist rutschfest auf Eis und Schnee. Damit eignet er sich sogar zur Fertigung von Arbeitsschuhen für die Arktis und Sibirien.


So pflegt man Lederschuhe richtig

Foto: Privat
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  • Für Glattlederschuhe empfiehlt Schuhmacher Axel Himer aus Köln Hartwachs-Schuhcreme. Hier ist der Anteil an schützenden, pflegenden Stoffen am höchsten. Bei etwa jedem fünften Schuhputzen eine Mischemulsion benutzen. Sie dringt tiefer ein und frischt die Farbe auf.
  • Lederfett nur für stark strapazierte Arbeits- oder Wanderschuhe benutzen.
  • Perfekten Glanz erzeugt eine Polierbürste, wenn man sie in ein Tuch wickelt, einen Nylonstrumpf darüberzieht und verknotet. Mischemulsionen frühestens nach 15 Minuten polieren, Hartwachscremes erst nach einer Stunde. Diese Zeit benötigen Öle zum Einziehen, Wachse zum Aushärten und Lösungsmittel zum Verdunsten.

Mehr Tipps unter: himershoes.com

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