RSS Feed abonnieren
Feedback senden

Speicher voll, Akku schlapp

Wie man sein Smartphone am besten aufräumen sollte

Oft ist der Smartphone-Speicher genau dann zu voll, wenn er am meisten gebraucht wird. Deshalb sollte man regelmäßig richtig entrümpeln. Doch was sind die größten Platzfresser? Und was sollte man noch alles in Ordnung bringen?

Foto: Adobe Stock

Foto: Adobe Stock

Der Smartphone-Speicher ist mal wieder randvoll, die Masse an Dateien und Apps macht schon länger den Überblick schwer, während sich der Akku immer schneller leert: Dann ist es höchste Zeit, das Gerät zu entrümpeln. Zeit, die man sich aber besser schon vor so einem Zustand genommen hätte. AKTIV hat einen Experten gefragt, wie man die technische Pflegekur am besten angeht.

Doch damit hier keine falschen Hoffnungen geschürt werden: Man macht auch mit der großen Putzaktion aus seinem iPhone 5 kein iPhone X oder aus einem Samsung Galaxy S5 kein S9. Das Smartphone ist danach auch nicht unbedingt Welten schneller, aber: Es ist sicherlich aufgeräumter und wieder angenehmer in der Handhabung.

„Man sollte sich um seine Technik kümmern“, sagt Jörg Geiger, Experte beim Technikmagazin „Chip“. „Wer ständig nur neue Fotos, Videos und Musik auf sein Gerät lädt und nie ausmistet, der läuft irgendwann Gefahr, dass er keinen Platz mehr hat, zum Beispiel für wichtige Updates. Um der Speicherfalle zu entgehen, muss regelmäßig aufgeräumt werden.“

Ein Back-up machen

Bevor man wild mit dem Aufräumen beginnt und munter herumlöscht, sollte man auf jeden Fall eine Sicherungskopie erstellen. Sowohl beim Android- als auch beim Apple-System iOS hat man dafür zwei Möglichkeiten: Entweder man sichert lokal, also auf seinem PC oder Laptop, oder man macht es mithilfe einer Cloud.

„Lokal geht es schneller, die Cloud-Sicherung ist bequemer, aber sie kann auch kostenpflichtig sein (vorher checken!), und die eigenen Daten liegen dann eben auch auf einem Server irgendwo auf der Welt“, sagt Geiger. Wer da Sicherheitsbedenken hat, sollte lieber die lokale Methode wählen.

„Alternativ kann man sich auch quasi seine eigene Cloud schaffen – mit einem Netwerkspeicher (kurz: NAS), in den man selbst Festplatten einbauen kann“, rät der Fachmann. „Dahin kann ich ganz komfortabel Daten übers WLAN sichern, gebe sie aber nicht auf einen fremden Server.“ Für den NAS plus Festplatten muss man aber schon mit mindestens 200 Euro rechnen. Wer nichts ausgeben will, nutzt eine der beiden anderen Lösungen.

Fotos und Videos löschen und sortieren

Fotos und Videos sind der erste der drei großen Speicherfresser auf Smartphones. Denn die Geräte speichern nicht nur die vielen Dinge, die man so gerne im Alltag oder Urlaub knipst, sondern auch Bilder, die man zum Beispiel via Whatsapp geschickt bekommt. Da heißt es also: Mal durchschauen, was man wirklich noch braucht. Gerne hat man von einem Motiv ja drei oder vier Bilder gemacht – benötigt man die wirklich alle?

„Generell sollte man sein Smartphone auf keinen Fall als Fotoarchiv nutzen“, warnt der Chip-Experte. „Ein Smartphone kann verloren gehen, oder der verbaute Speicher gibt mal seinen Geist auf – dann sind die Bilder für immer weg!“ Also: Ab damit auf den Rechner, eine externe Festplatte oder in die Cloud.

„Außerdem empfehle ich, einen Favoritenordner einzurichten, da kann man dann seine Highlights sichern und schnell darauf zugreifen.“ Für die Übersichtlichkeit sollte man generell Alben einrichten, so findet man seine Bilder schneller, als wenn man sie nur unter dem Datum der Aufnahme suchen kann.

Wer verhindern will, dass auch in Zukunft Fotos schnell den Speicher zumüllen, kann die Auflösung anpassen, mit der Fotos gemacht werden. Es muss ja nicht für alle Zwecke immer die größtmögliche Auflösung sein.

„Beim iPhone gibt es auch noch die Funktion Live Photos, wenn man einmal drückt, werden gleich mehrere Bilder aufgenommen. Wer das nicht braucht, sollte die Funktion abschalten“, sagt Geiger.

Alles, was für Fotos gilt, gilt natürlich auch für Videos, die noch mehr Speicher fressen. Auch da heißt es beim Frühjahrsputz: Ab auf den Rechner, Speicher oder in die Cloud und Überflüssiges auf dem Smartphone selbst löschen.

Musikdateien ausmisten

Musikdateien brauchen ebenfalls viel Speicherplatz, unbedingt auch hier mal durchschauen, was man wirklich noch hören will – und was sich vielleicht doch besser auslagern und bei Bedarf wieder nachladen lässt.

In Zeiten von Webradios und Streamingdiensten braucht man womöglich gar nicht mehr alle Dateien, die da noch auf dem Smartphone vor sich hin vegetieren.

Apps unter die Lupe nehmen

Sowohl bei Android-Geräten als auch beim iPhone kann man sich anzeigen lassen, welche App wie viel Speicherplatz belegt. Bei Androids findet man diese Angaben unter Einstellungen/Speicher/Apps, bei iPhones unter Einstellungen/Allgemein/iPhoneSpeicher (nach unten blättern). „Man sieht dort auch, wann eine App zuletzt benutzt wurde.“

Die Spiele-App, die Ihre Kinder einst heiß geliebt haben, wurde schon seit 15 Monaten nicht mehr genutzt? Dann kann sie weg! Neu laden kann man sie bei Bedarf ja trotzdem wieder. So identifiziert man ganz leicht Löschkandidaten.

Ordner, Cache und Speicherkarte checken

Mit den genannten Maßnahmen hat man schon viel erreicht, wer aber richtig groß aufräumen will, der kann bei Android-Systemen noch die Ordner „Downloads“ und „Dokumente“ durchforsten und dort Überflüssiges löschen. Schaut man sich die einzelnen Apps in den Einstellungen an, kann man dort auch den Cache leeren.

„Der wird angelegt, damit Apps schneller starten, das braucht man aber vielleicht nicht bei jeder App“, erklärt der „Chip“-Experte. Klar muss einem aber sein: Der Cache füllt sich auch wieder, „da muss man, wenn man das denn will, öfter mal nachputzen“.

Android-Nutzer sollten auch dran denken, die Speicherkarte in ihrem Gerät in die Aufräumarbeiten miteinzubeziehen. iPhone-Nutzer haben keine gesonderte Speicherkarte an Bord.

Home-Screen aufräumen

Der Startbildschirm füllt sich bei vielen mit der Zeit wie von selbst. Auch hier hilft ein Ausmisten, gerade bei Android-Smartphones, die gleich mit mehreren Startbildschirmen aufwarten. „Da lässt sich das ein oder andere Widget sicher löschen, das heißt ja nicht, dass die App verschwindet“, sagt Geiger.

Außerdem kann man die Anordnung der Apps auch noch mal überdenken. Danach findet man sein Smartphone sicherlich übersichtlicher. Wer mag, kann in dem Zuge auch sein Hintergrundbild noch mal austauschen, dann hat man einen frischen Look.

Hardware reinigen

Ein Frühjahrsputz wäre natürlich nicht komplett, wenn wir uns nicht ums Smartphone selbst, also die äußeren Werte, kümmern würden. Nehmen Sie Ihr Gerät aus der Hülle oder Schale heraus (wenn Sie denn so etwas zum Schutz benutzen) und reinigen Sie alles von Krümmeln und Staub.

„Um das Smartphone anschließend abzureiben, reicht ein ganz leicht feuchtes fusselfreies Tuch, am besten mit einem winzigen Spritzer Glasreiniger benetzt“, so der Experte. Zum Schluss sollte man seinem Gerät noch einen Neustart gönnen, „der tut ihm in einigen Abständen einfach gut“.


Mehr zum Thema:

Sie wollen Ihre Smartphone-Daten von Apples Betriebssystem iOS zu Android oder umgekehrt umziehen lassen? Viele Handynutzer trauen sich das nicht. Doch das ist kein Problem mehr – wenn man diese Experten-Tipps berücksichtigt.

Neue Computer und Smartphones sind wie ein neues Leben. Endlich ist man den Ballast auf der alten lahmen Kiste los. Zu früh gefreut: Ungewollte Programme warten schon auf einen – und können sogar ernsthafte Probleme bereiten. Was dagegen tun?

Bilder und andere Dateien einfach ins Internet auslagern, wo man den Speicherplatz oft geschenkt bekommt: Hier erfahren Sie, worauf Sie bei diesem Cloud Computing achten sollten und welche wichtigen Anbieter es gibt.

Laptop geklaut oder Computer gecrasht: Das kann passieren... Gut, wenn man dann vorgesorgt hat – per Back-up, also mit einer zweiten Sicherung wichtiger Dateien. Ein Experte erklärt, warum er auf externe Festplatten setzt.

Wer Computer, Smartphone, Tablet oder Digitalkamera weiterverkaufen, verschenken oder entsorgen möchte, sollte vorher sensible Daten richtig löschen. Das klingt oft einfacher, als es ist. Sichere Experten-Tipps lesen Sie hier.

Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

Zum Anfang