Autoversicherung: Lieber nicht zu knauserig...

Wie man Rabatte bei der Kfz-Police richtig nutzt

Werkstattbindung, Tiefgaragenstellplatz, Kilometerbegrenzung – es gibt viele Möglichkeiten, den Beitrag zur Kfz-Versicherung zu drücken. Aber Achtung: Wenn man die Bedingungen dann nicht einhält, kann es teuer werden.

Sparsam fahren: Das geht auch bei der Versicherung. Foto: Fotolia

Sparsam fahren: Das geht auch bei der Versicherung. Foto: Fotolia

Hamburg. Bald wird das wieder großes Thema: Lässt sich bei der Kfz-Police durch einen Wechsel des Anbieters sparen? Oft wird das der Fall sein. Und wenn man schon die Akte öffnet, sollte man auch an wichtige Details denken: Denn viele Möglichkeiten, den Beitrag zu drücken, sind nicht ohne.

Eine Vertragsstrafe kann viel höher sein der Jahresbeitrag

Etwa der Rabatt, den es dafür gibt, dass nur der Versicherte selbst fährt: Was, wenn doch mal jemand anderes am Steuer sitzt – und einen Unfall baut? „Der Versicherungsschutz wird dadurch nicht gefährdet“, sagt Bianca Boss vom Bund der Versicherten. „Aber es handelt sich um einen Vertragsbruch.“ Also müsse man mit einer Vertragsstrafe rechnen – „die kann mehrere Jahresbeiträge hoch sein“.

Ähnlich sieht es aus, wenn man ausnahmsweise nicht wie vereinbart in der Tiefgarage, sondern am Straßenrand parkt und der Wagen dort beschädigt wird. „Je nach Schaden und Tarif wird die Versicherung bezahlen“, urteilt Expertin Boss. Allerdings werde man wohl nachweisen müssen, dass man nicht einfach regelmäßig draußen parkt. Und auch hier sei eine Vertragsstrafe drin.

Wer eine bestimmte Kilometerleistung pro Jahr angegeben hat, kann es nachmelden, wenn er tatsächlich weniger fährt: Dann gibt es vielleicht Geld zurück. Aber: „Man muss melden, wenn man mehr fährt als vereinbart.“ Wer über die Jahre gerechnet im Schnitt noch unter der angegebenen Kilometerleistung liegt, muss sich laut Boss da allerdings vorerst noch keine Gedanken machen. Auch bei der „Werkstattbindung“ muss man aufpassen – das allerdings nur im Schadensfall.

Wer dann nämlich das Auto doch einfach in einer selbst gewählten Werkstatt reparieren lässt, „der muss die Mehrkosten selbst zahlen“, warnt die Expertin. Und wer generell Wert auf Originalteile legt, sollte lieber auf die Rabatt-Klausel mit der Werkstattbindung verzichten.

Modern sind sogenannte Telematik-Tarife: Hier bekommt der Kunde etwas zurück, wenn er dank spezieller Technik nachweisen kann, dass er extrem umsichtig fährt. „Es kann aber auch sein, dass der Kunde weniger gut fährt, als er dachte“, sagt Boss – dann müsse er nachzahlen.

Fazit der Expertin: „Auf Rabattkonditionen sollte sich nur einlassen, wer ganz sicher ist, dass er die Vertragsbedingungen im Alltag auch erfüllen kann.“


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aktualisiert am 09.10.2017

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