Neuer Streaminganbieter startet im September in Deutschland

Wie das Online-Videoportal Netflix den weltweiten TV-Markt aufmischt

Köln. Boah, was ist der Typ böse! Frank Underwood, gespielt von Weltstar Kevin Spacey, schreckt als fieser politischer Strippenzieher in der zigfach preisgekrönten US-Serie „House of Cards“ vor keinem Machtkampf zurück.

Die Serie ist ein Hit – und mehr. Sie ist eine Revolution auf dem Unterhaltungsmarkt. Zwar weist „House of Cards“, in Deutschland derzeit zu sehen beim Pay-TV-Kanal Sky, alle typischen Merkmale einer mit üppigem Budget ausgestatteten Fernsehserie auf. Doch produziert wurde die Erfolgsreihe eigentlich gar nicht fürs TV. Sondern fürs Internet!

Genauer: fürs amerikanische Online-Videoportal Netflix. Per Internet-Stream können sich zahlende Kunden dort Filme und Serien anschauen. Mit der Eigenproduktion „House of Cards“ aber hat das Unternehmen nun sogar weitere Glieder der tradierten TV-Wertschöpfungskette übernommen.

„Das klassische Fernsehen steht am Anfang seines Endes“

Mischt das Web jetzt den Fernsehmarkt auf? Der Berliner Medienwissenschaftler Professor Klaus Goldhammer zumindest macht den alteingesessenen Sendeanstalten wenig Hoffnung. Er sagt: „Klassisches TV steht am Anfang seines Endes.“ Zwar würden Branchen-Dickschiffe wie RTL „nicht morgen schließen, aber die Sender werden merken, dass ihnen in der digitalen Welt neue Konkurrenz entsteht“.

Und was für eine! Netflix ist bereits in 40 Ländern aktiv, hat fast 50 Millionen zahlende Kunden. In den USA sind Netflix-Streams für ein Drittel des gesamten Internet-Datenverkehrs verantwortlich!

Im September geht der Dienst auch in Deutschland an den Start. Bis dahin, so verkündete kürzlich ein Netflix-Sprecher, werde das Unternehmen weitere 3 Milliarden Dollar ins Programm investieren.

Und auch andere Online-Konkurrenten schlafen nicht. So machen Amazon und Yahoo derzeit mit aufwendigen Serien-Eigenproduktionen von sich reden.

Für den Netzexperten haben die Web-Firmen mit ihrem Programm-Portfolio dabei vor allem junge Zuschauer im Visier. „Gerade die schauen schon heute weniger lineares TV, sie wollen selbst bestimmen, wann sie was sehen können.“ Ein guter Online-Streamingdienst ermögliche das. „Und zwar für relativ kleines Geld, legal und ohne Werbeunterbrechung.“


Hintergrund

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Streaming-Portale in Deutschland

  • Derzeit sind hierzulande etwa 50 Streaminganbieter aktiv. Marktführer wie Maxdome, Watchever oder Amazon haben dabei jeweils mehrere Tausend Titel im Angebot.
  • Voraussetzung für den störungsfreien Empfang von Streams ist ein Internet-Breitbandanschluss, über den nach Zahlen der Bundesnetzagentur 70 Prozent der Haushalte verfügen.
  • Laut der Beraterfirma Deloitte wollen 44 Prozent der Deutschen zukünftig Filme streamen oder online herunterladen.

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