Personentracking

Wie besorgte Eltern ihre Kinder fernüberwachen

Wo bleibt bloß mein Kind? Ängstliche Eltern zermartern sich nicht länger den Kopf, sondern fernüberwachen ihre Sprösslinge auf Schritt und Tritt. Ob per App, GPS-Tracker oder Peilsender.

Das sogenannte Personentracking funktioniert beispielswiese per App von Smartphone zu Smartphone: Die Eltern sehen den Aufenthaltsort oder die Route des Kindes auf einer Landkarte und bekommen Textinfos. Die Ortung läuft mithilfe der Satellitensignale des Global Positioning Systems (GPS) oder des Mobilfunknetzes. Eine weitere Überwachungstechnik sind GPS-Tracker. Das sind spezielle Minigeräte, die wie Navis die Position des Kindes berechnen. In ihnen steckt auch eine SIM-Karte, sodass sie die Koordinaten an ein Handy senden können.

In der folgenden Galerie stellen wir Ihnen einige Kinderortungs-Gadgets vor, die auch in Deutschland zu haben sind.


Die Anbieter empfehlen, die Funktionsweise der Trackingdienste mit den Kindern zu besprechen. Die Sicherheit, die die Hightech-Ausrüstung garantieren soll, ist allerdings trügerisch: Schließlich kann auch das beste Gerät verloren beziehungsweise absichtlich weggeworfen werden. Oder der Akku ist im entscheidenden Moment leer, denn die permanente Positionsübermittlung saugt viel Strom.

Die ständige elterliche Observation hat auch psychologische Nachteile. „Die Überwachungsgeräte erzeugen eine Atmosphäre der Angst“, sagt Paula Honkanen-Schoberth, Geschäftsführerin des Deutschen Kinderschutzbundes: „Es wird ein Bild gezeichnet, nach dem überall Gefahren für Kinder lauern. Das ist aber nicht der Fall.“ Und gerade vor sexuellem Missbrauch schützten die Apparate nicht, denn dieser findet meist im näheren Umfeld statt.

Unter der Dauerkontrolle können Kinder auch keine Selbstständigkeit entwickeln, so die Kinderschützerin. Haben die Eltern die Gadgets heimlich installiert, leidet zudem das Vertrauen. Besser sei es, mit den Kleinen altersgerecht, aber offen über die Gefahren zu reden.

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