Tipp der Woche

Wer die Wahl hat …


Den Stromanbieter wechseln – bringt das eigentlich was? Foto: Roth

Der Wechsel in einen anderen Strom-Tarif ist einfach – und bringt Geld

Die Teldafax-Pleite war wohl nur der Anfang: Nach einer gerade vorgelegten Studie der Unternehmensberatung A. T. Kearney sind noch andere Strom-Discounter mit unsoliden Geschäftsmodellen unterwegs. Der Wirbel verunsichert die Verbraucher – dabei könnten viele durch einen Wechsel des Stromanbieters sparen.

Die Angst, plötzlich im Dunkeln zu sitzen, ist unbegründet: Sollte der neue Anbieter nicht liefern können, ist der örtliche Grundversorger verpflichtet, die Stromversorgung zu übernehmen.

20 bis 40 Euro pro Jahr

Nach Daten der Bundesnetzagentur ist im Schnitt ein Cent Ersparnis pro Kilowattstunde drin – im Vergleich zum teuersten Tarif, der „Grundversorgung“. Schon der Wechsel in einen günstigeren Tarif des örtlichen Versorgers bringt mehr als einen halben Cent. Je nach Haushaltsgröße und Verbrauch lässt sich die Rechnung also schnell um 20 bis 40 Euro pro Jahr senken.

„Der Wechsel ist einfach und sicher“, betont Aribert Peters vom Bund der Energieverbraucher. „Wenn Sie dem neuen Anbieter eine Vollmacht zur Kündigung des alten Vertrags erteilen, kümmert er sich um die Erledigung der Formalitäten.“ Das kann aber ein bis zwei Monate dauern.

Der Wechsel kostet nichts, technische Arbeiten etwa am Stromzähler sind nicht nötig. Die Ablesung erledigt weiterhin der örtliche Netzbetreiber. Möglicherweise muss man den Zählerstand aber auch selbst ablesen und dem Netzbetreiber sowie dem neuen Lieferanten mitteilen.

Einen Überblick über die bundesweit rund 6.000 Tarife verschaffen kostenlos nutzbare Rechner im Internet. Sie finanzieren sich zwar durch Provisionen der Anbieter – dennoch hält Peters ihre Dienstleistung für objektiv und wichtig.

Allerdings fordern er und andere Verbraucherschützer, riskante Tarife (etwa mit Vorkasse) nur auf ausdrücklichen Wunsch anzuzeigen. Die entsprechenden Häkchen sollte man also deaktivieren – das geht aber meistens mit einem Mausklick. Anfänger sollten zudem die Finger von Bonus-Modellen lassen: Den Bonus gibt es nur einmal, dafür lauern oft Fallen etwa bei der Laufzeit oder der Kündigungsfrist.

Mehrere Portale nutzen

Länger als ein Jahr sollte man sich nicht an den neuen Anbieter binden – und je kürzer die Kündigungsfrist, desto besser.

Um sinnvoll vergleichen zu können, muss man nur wissen, wie viel Strom man braucht. Das steht auf der letzten Jahresabrechnung. Achtung: Es lohnt sich, mehrere der Tarifrechner zu nutzen und die Ergebnisse abzugleichen.


www.energieverbraucher.de

www.energieverbraucherportal.de

www.stromauskunft.de

www.strommagazin.de

www.toptarif.de

www.verivox.de

Info: Risiko vermeiden

Wer sparen, aber trotzdem ruhig schlafen will, sollte von folgenden Tarif-Varianten die Finger lassen:

  • Vorkasse – falls der Anbieter pleitegeht, ist das Geld weg.
  • Strompaket – verbraucht man mehr, muss man teuer nachkaufen; verbraucht man weniger, verschenkt man den Rest.
  • Sensationell günstiger Preis – dahinter steckt möglicherweise ein Schneeballsystem wie beim Pleite-Anbieter Teldafax.

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