Wir haben die Wahl!

Wer den Stromanbieter wechselt, kann oft kräftig sparen

Selbst den Lieferanten wählen – davor scheuen viele noch zurück. Foto: Roth

Berlin. Jeder dritte deutsche Haushalt zahlt zu viel Geld für seinen Strom. Das lässt sich aus dem Monitoringbericht der Bundesnetzagentur ableiten: Jeder dritte Kunde hängt demnach noch immer im teuren „Grundversorgungstarif“ fest.

Der „Grundversorger“ – das ist der klassische örtliche Anbieter, meistens also ein Stadtwerk. Und in dessen normalerweise teuersten Tarif ist man eingestuft, wenn man noch nie gewechselt hat. Das lässt sich aber schnell ändern: Die Kündigungsfrist beträgt in diesem Fall nur 14 Tage!

Drei Personen sparen bis zu 300 Euro im Jahr

In der Grundversorgung sind übrigens automatisch auch Kunden gelandet, die von den Insolvenzen der Anbieter Teldafax oder Flexstrom betroffen waren. Wer also mal bei einem Stromanbieter landet, der Pleite geht, bei dem wird’s trotzdem nicht dunkel – die Stadtwerke müssen einspringen, ohne Unterbrechung.

Aus dem teuren Basistarif auszusteigen, lohnt sich praktisch immer. Wie viel man sparen kann, ist aber ganz unterschiedlich. Und man sollte nicht einfach glauben, was da in der Werbung als Einsparpotenzial genannt wird.

Ein durchschnittlicher Drei-Personen-Haushalt verbraucht so zwischen 3.000 und 4.200 Kilowattstunden pro Jahr. „Das ist beispielsweise abhängig davon, wie oft die Familienmitglieder zu Hause sind, wie viel Energie die Geräte im Haushalt verbrauchen und wie stromsparend sich die Familie verhält“, erklärt Jan Ulland vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft. Das Sparpotenzial liegt hier bei etwa 150 bis 300 Euro im Jahr – je nach Region.

Voreinstellungen lassen sich ändern

Dafür lohnt es sich, aktiv zu werden. Zumal es sehr einfach ist, den Anbieter zu wechseln.

Dafür benötigt man den Jahresverbrauch von der letzten Stromabrechnung. Damit macht man im Internet einen Preisvergleich (etwa bei check24.de oder verivox.de).

Dabei muss man aber die Voreinstellungen checken, nach denen die Anbieter jeweils sortiert werden, und diese Einstellungen eventuell ändern. Denn Vorkasse, Kautionszahlungen und Bonusmodelle für Neukunden sollte man vermeiden. Sie machen zwar den Tarif billiger – im Fall einer Insolvenz des Anbieters hat der Kunde am Ende doch zu viel gezahlt. Auch Strompakete sind nicht wirklich sinnvoll: Wer weniger verbraucht, zahlt drauf. Vertragslaufzeiten von mehr als zwölf Monaten sollte man nicht akzeptieren, sie binden einen zu lange.

Ist die Entscheidung für einen Stromanbieter gefallen, füllt man seinen Vertrag aus. Dazu benötigt man einige Informationen zum Lieferanten und zum Netzbetreiber, die man auf der Jahresrechnung findet. Die Kündigung des bisherigen Vertrags übernimmt der neue Anbieter. Am Ende der Laufzeit des alten Vertrags sollte man aber dem neuen Anbieter den Zählerstand melden. Und diesen sicherheitshalber dokumentieren – ganz einfach mit einem Foto.


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