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Wettbewerb: Jeder dritte Haushalt kauft Strom zu teuer!

Wer den Stromanbieter wechselt, kann oft kräftig sparen

Jeder dritte deutsche Haushalt zahlt noch zu viel Geld für seinen Strom. Dabei ist ein Wechsel des Anbieters gar nicht schwierig – einfacher kann man Geld kaum sparen! Ein Experte erklärt, worauf man dabei achten sollte.

Selbst den Lieferanten wählen – davor scheuen viele noch zurück. Foto: Roth

Selbst den Lieferanten wählen – davor scheuen viele noch zurück. Foto: Roth

Berlin. Den Stromanbieter wechseln kann so schwierig nicht sein: Schließlich haben das 4,6 Millionen Haushaltskunden allein im Jahr 2016 gemacht, wie der jüngste Monitoringbericht der Bundesnetzagentur ausweist. Dort steht aber auch: „Der Anteil der Haushaltskunden in der klassischen Grundversorgung beläuft sich auf 30,6 Prozent“ – jeder Dritte kauft seinen Strom damit noch unnötig teuer ein. Dabei kann ganz einfach sparen, wer die Preise vergleicht und den Anbieter oder wenigstens den Tarif wechselt.

Jens Hakenes von der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online hat ein Beispiel parat. „Eine Familie mit einem Kind verbraucht pro Jahr im Schnitt etwa 3.000 Kilowattstunden“, sagt er. „Im Berliner Grundversorgungstarif zahlt sie dafür etwa 1.000 Euro im Jahr – beim Wechsel zu einem anderen Anbieter würde sie nur rund 750 Euro zahlen.“ Das Sparpotenzial, das je nach Wohnort verschieden ist, liegt in Berlin also bei gut 250 Euro pro Jahr.

 „Es gibt viele Kunden, die den Aufwand eines Wechsels überschätzen oder ihn nicht für lohnend halten“, weiß der Fachmann, „und viele haben Angst vor Problemen.“ Die sei aber völlig unbegründet: „Falls ein Wechsel nicht wie erwartet klappt, liefert der Grundversorger“, so Hakenes. „Also keine Sorge: Niemals wird ein Kunde plötzlich ohne Strom sein.“

Der neue Stromanbieter kündigt den alten Vertrag

Wer wechseln möchte, kann eines der einschlägigen Portale nutzen (etwa switchup.de, wechselpilot.com oder cheapenergy24.de) und dort die Preise vergleichen. Dafür muss man nur die eigene Postleitzahl und den Jahresverbrauch eingeben. Man wählt einen günstigeren Anbieter aus und beauftragt diesen, was meist direkt per Internet geht. Der neue Stromlieferant kündigt dann im Namen des Kunden den alten Vertrag. „Schließlich muss man beiden Anbietern noch den aktuellen Zählerstand mitteilen – das war’s“, sagt der Experte.

Ein Hindernis kann die Kündigungsfrist sein. Die erfragt man am besten beim alten Anbieter (nach einer Preiserhöhung hat man übrigens ein Sonderkündigungsrecht). „Ansonsten wird der neue Anbieter sowieso erst aktiv, wenn die Kündigungsfrist passt.“

Bei der Wahl des Tarifs sollte man auch auf die Laufzeit achten

Bei der Auswahl sollte man sich nicht nur vom Preis blenden lassen: „Die günstigsten Tarife haben oft die längsten Laufzeiten“, warnt Hakenes. Auch der Wechselbonus, mit dem viele Unternehmen locken, gilt nur im ersten Jahr, ab dem zweiten Jahr wird’s also wieder teurer.

Was man noch wissen sollte: Erstens – niemals per Vorkasse zahlen! „Geht der Anbieter pleite, ist das Geld womöglich weg, ohne dass man dafür eine Leistung bekommt.“ Zweitens – lieber kein Strompaket einkaufen, also eine fixierte Menge: „Wer am Ende mehr benötigt als vorab bestellt, zahlt dafür dann oft deutlich mehr“, weiß Hakenes. „Und rechnerisch zahlt auch der drauf, der weniger als das georderte Paket verbraucht.“

Sparen kann oft auch, wer sich nicht groß mit den vielen anderen Anbietern beschäftigen will: Häufig hat der örtliche Grundversorger neben dem unnötig teuren Standardtarif noch andere, günstigere Tarife im Angebot.


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