Urlaub

Wenn Junior allein verreist

Wenn der Nachwuchs flügge wird: Ein Bild aus dem TV-Film „Nils Holgerssons wunderbare Reise“. Foto: Bremedia Produktion GmbH

Ob große InterRail-Tour oder kleiner Wochenend-Ausflug mit Freunden: Wenn der Nachwuchs flügge wird, stehen Reisen ohne Mami und Papi oft ganz oben auf der Wunschliste. Was Eltern dafür wissen sollten:

„Bei längeren Reisen ist es sinnvoll, den benötigten Betrag auf ein Konto einzuzahlen, von dem der Jugendliche nach Bedarf abheben kann“, rät Tanja Beller, Pressesprecherin beim Bundesverband Deutscher Banken.

Praktische Prepaid-Kreditkarte

Zwar verfügten 2011 nach einer repräsentativen Befragung des Verbandes 87 Prozent der 16- bis 18-Jährigen über ein eigenes Girokonto. „Eltern sollten aber vor der Reise klären, ob die Bankkarte auch im Ausland funktioniert“, empfiehlt Beller. Auch sollte man mit Reserven planen: Konten für Minderjährige können nämlich grundsätzlich nicht überzogen werden.

„Zusätzlich sollte man immer ausreichend Bargeld mitgeben“, rät Beller. Sind im Reiseland Kreditkarten obligatorisch, bieten sich Prepaid-Kreditkarten an (wie sie funktionieren, steht im Netz: www.aktiv-online.de/prepaid-cash).

Bei Touren in Deutschland gilt einfach die ganz normale Krankenversicherung. „Für Auslandsreisen ist eine private Auslandskrankenversicherung notwendig, da die deutschen Krankenversicherungen die Kosten nicht in jedem Fall vollständig erstatten“, sagt Jens Wegner, Pressereferent beim Verband der privaten Krankenversicherung. So eine Versicherung muss vor der Abreise abgeschlossen werden! „Besteht bereits eine Familien-Police, ist der Jugendliche darüber in der Regel auch geschützt, wenn er alleine verreist – das sollte aber im Versicherungsvertrag nachgelesen werden.“

Wichtige Standard-Police

Wenn der Nachwuchs unterwegs andere schädigt, hilft eine andere Standard-Police: „Minderjährige, die alleine verreisen, sind über die private Haftpflichtversicherung der Eltern abgesichert – sofern sie nicht verheiratet sind und noch bei den Eltern wohnen“, erklärt Stephan Schweda, Pressereferent beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft.

Die Haftpflicht-Police gilt meistens weltweit – sicherheitshalber sollten Eltern aber auch hier den Vertrag checken. „Wichtig ist auch, dass eine sogenannte Forderungsausfall-deckung in der Police enthalten ist“, sagt Schweda. Dann leistet der Versicherer, wenn dem Kind beispielsweise nach einem Unfall Schadenersatz zusteht, der Unfallgegner aber nicht zahlen kann.

Kommen unterwegs wichtige Dokumente abhanden, etwa der Pass, sollte der Jugendliche sich an die örtlichen Behörden wenden – deutsche Botschaft oder Konsulat inklusive. Deren Kontaktdaten sollte man also dabeihaben. Ebenfalls hilfreich: getrennt aufbewahrte Kopien der Dokumente. Für andere Notfälle schließlich sollte Junior sich die internationale Notrufnummer merken – sie lautet: 112.

Info: Begleitung für Kinder

Manchmal sollen schon kleinere Kinder alleine verreisen – beispielsweise, weil die Großeltern oder der geschiedene Partner in einer anderen Stadt wohnen. Damit dann alles glattläuft, bieten viele Airlines sowie die Deutsche Bahn einen Begleitservice an: Das Kind wird vom Anfang bis zum Ende der Fahrt betreut. Altersgrenzen, Buchungsfristen und Konditionen hängen vom Anbieter ab; bei der Bahn beispielsweise kostet eine Strecke 30 Euro extra.


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