Tipp der Woche

Weiterbildung: Staat fördert Lernen für den Job

Das Finanzamt hilft, am Ball zu bleiben

Weniger Urlaub, mehr Weiterbildung! Mit dieser unpopulären Forderung hat der Deutsche Industrie- und Handelskammertag deutlich gemacht, wie wichtig lebenslanges Lernen ist. Wer beruflich Schritt halten möchte, muss sich ständig mit neuen Technologien, Methoden oder EDV-Programmen auseinandersetzen. Dabei kann Weiterbildung helfen – zum Beispiel nach Feierabend, in der Elternzeit oder am Wochenende. Der Staat fördert so ein Engagement: Wer sich fortbildet, kann kräftig Steuern sparen.

Arbeitsgruppe wird anerkannt

Viele Ausgaben lassen sich  anrechnen. Voraussetzung: Die Fortbildung muss in engem Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit stehen. Zwar gibt es einen Pauschbetrag für alle Werbungskosten, zu denen zum Beispiel auch Ausgaben für eine beruflich bedingte zweite Wohnung zählen. Diese Pauschale beträgt 920 Euro pro Jahr (seit 2011 sind es 1000 Euro pro Jahr). Doch wer mehr ausgibt, kann jeden Euro voll auf das zu versteuernde Einkommen anrechnen.

„Bei Fortbildungen sind das Ausgaben für den Kursus oder den Fachkongress, für Bücher oder Software, für Fahrten zur Fortbildung, für Übernachtungen und gegebenenfalls auch Verpflegung – und die Prüfungsgebühren“, sagt Patricia Adamski von der Vereinigten Lohnsteuerhilfe Essen.

Wenn sich Arbeitnehmer privat zu Lern- und Arbeitsgruppen für eine bestimmte Prüfung treffen, können sie die Kosten ebenfalls anrechnen lassen: „Beispielsweise eine Gruppe, die für die Meisterprüfung gemeinsam paukt“, erklärt die Steuerexpertin.

„Trifft sich diese Gruppe jedes Mal an einem anderen Ort, können sich die Teilnehmer gegenseitig Bestätigungen schreiben, dass sie teilgenommen haben. So lässt sich die jeweilige Fahrt absetzen.“

Neben solchen handgemachten Bestätigungen („Eigenbelege“) erkennt das Finanzamt natürlich auch klassische Belege an, etwa Rechnungen. Hilfreich sind Zeugnisse oder Zertifikate, die Auskunft über den Inhalt des Kurses oder des Kongresses geben.

Auch Büffeln in der Babypause zählt

Eine interessante Möglichkeit bietet sich für Väter und Mütter in Elternzeit an: Sie haben während der Babypause keine Einkünfte, aber trotzdem Ausgaben, wenn sie sich nebenbei weiterbilden.

Machen sie über diese Ausgaben eine Steuererklärung, so wird amtlich festgestellt, dass es diese Ausgaben gab. Steht die Fortbildung in Zusammenhang mit dem Beruf, aus dem der Arbeitnehmer später wieder Einkünfte zu versteuern hat, kann er die Ausgaben nachträglich geltend machen: „Man spricht hier von vorweggenommenen Werbungskosten“, erklärt Adamski.

Auf diese Weise können auch Kosten für eine Umschulung Steuern sparen.

Bettina Blass


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