Advent mit Abwechslung

Weihnachtsmärkte in Bayern: Wo es besonders feierlich und außergewöhnlich ist

Nürnberg. Die Bedingungen sind klar: Wer mindestens 160 Zentimeter groß, zwischen 16 und 19 Jahre alt, weiblich und absolut schwindelfrei ist, kann sich als Nürnberger Christkind bewerben. Alle zwei Jahre wählt eine Jury aus einer Vielzahl von Bewerberinnen aus der Frankenmetropole ein Mädchen aus.

Als Christkindlesmarkt-Botschafterin muss die Auserwählte ein straffes Programm bewältigen. Neben den vielen öffentlichen Auftritten gehören auch Besuche in Krankenhäusern, Altenheimen und Kindergärten dazu. Am Anfang aber steht die Eröffnungsrede am Freitag vor dem ersten Advent in Lockenpracht und Engelsgewand auf dem Balkon der Frauenkirche.

Erstmals 1628 als „Kindles-Marck“ schriftlich erwähnt, ist der Christkindlesmarkt mit rund 180 Buden und zwei Millionen Besuchern jährlich nicht nur der bekannteste und größte Weihnachtsmarkt in Bayern, er zählt auch zu den ältesten. Noch früher gab es den „Lebzeltermarkt“ in Augsburg. Das belegt das Rathausprotokoll von 1498. Die Menschen konnten sich dort ihre Vorräte für den Winter zulegen.

Advent in Bayern: Traditionell oder modern

Das einst begrenzte Angebot wurde inzwischen um ein Vielfaches erweitert. An den geschmückten Buden glitzern mal kunstvoll gefertigte Christbaumanhänger, mal lächeln einen lustige „Zwetschgn-Mandl“ an. Fahrgeschäfte werden aufgebaut, und „echte“ Menschen und Tiere stellen die Heilige Familie in einer Lebendkrippe dar.

Alljährlich locken Hunderte Weihnachtsmärkte in Bayern mit Plätzchen- und Glühweinduft Besucher an. Allein im Stadtgebiet München sind es 75. Man findet sie nicht nur in Straßen und auf Plätzen. Marktbummler erwartet an außergewöhnlichen Orten ein besonderes Erlebnis.

Für alle Nostalgiker bietet die Schloss-Weihnacht Mittelalteratmosphäre – wie auf der Burg Trausnitz bei Landshut. Hier hält der Advent mit Kunsthandwerk und Kreativ-Workshops für Kinder Einzug. Man sollte nicht ängstlich sein, wenn die Perchten mit dem Krampus zu Besuch kommen. Das sind verkleidete Gestalten mit Furcht einflößenden geschnitzten Holzmasken.

Lebkuchen und Uferromantik? Auch das gibt es in Bayern in der Vorweihnachtszeit. Die Hafenweihnacht in Lindau im Bodensee sorgt jedes Jahr an vier Wochenenden für festliche Stimmung.

In Bayerns Landeshauptstadt zeigt sich der Advent mit orientalischem Flair auf der Münchner Theresienwiese. Wo man wenige Wochen zuvor beim Oktoberfest zu Bier und Schweinshaxe schunkelt, werden beim Winter-Tollwood asiatische und afrikanische Speisen angeboten.

In einen nachgebauten Stollen geht es in Auerbach in der Oberpfalz. Veranstaltet wird die stimmungsvolle Bergwerksweihnacht vom Bergbaumuseum Maffeischächte.

Wer von alledem nicht genug bekommen kann, kommt im mittelalterlichen Rothenburg ob der Tauber das ganze Jahr in Adventsstimmung. In Käthe Wohlfahrts Weihnachtsdorf finden Weihnachtsbegeisterte auch im Sommer Passendes für den nächsten Christbaum.


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