Tipp der Woche

Wegweiser im Tarif-Dschungel


Oft ähnlich –und doch so verschieden: Der optimale Tarif sieht für jeden Handy-Nutzer etwas anders aus. Fotos: Vario Images

Handy-Gespräche können kaum noch billiger werden

Nur 5 Cent pro Minute? Das klang zu schön, um wahr zu sein. Tatsächlich hat Debitels spektakulärer Handy-Tarif „Crash 5“ für viele negative Schlagzeilen gesorgt.

Anfangs schimpften Verbraucherschützer über ein kaum zu ergatterndes Lockvogel-Angebot – und nach Ablauf der Mindestlaufzeit warf Debitel kurzerhand Crash-5-Kunden, die zu viel telefoniert hatten, aus der Leitung.

Kein Wunder: Wer heute weniger als 10 Cent pro Minute verlangt, kann eigentlich kaum noch damit verdienen. Warum das so ist, erklärt Manfred Breul, Bereichsleiter Telekommunikation beim Branchenverband Bitkom: „Die Bundesnetzagentur setzt Entgelte fest für die Verbindungen in die unterschiedlichen Netze. Bis Ende März 2009 liegen sie je nach Anbieter zwischen 7,92 und 8,8 Cent pro Minute, hinzu kommt noch die Mehrwertsteuer.“ So viel muss also jeder Mobilfunk-Anbieter selbst bezahlen für alle Gespräche in die Netze anderer Anbieter. „Preissenkungen von bis zu 1,5 Cent pro Minute sind also das Maximum, was in den nächsten Monaten drin ist“, schätzt Breul.

9 Cent pro Minute oder pro SMS

Schon hart an dieser Kante bewegen sich die Mobilfunk-Discounter Fonic und Cong-star, die nur 9 Cent pro Minute oder SMS nehmen.

Ob das tatsächlich die für Sie günstigste Variante ist? Könnte durchaus sein – aber: Es gibt ja nicht nur das Handy!

Manche Anbieter haben zum Beispiel eine DSL-Leitung, also einen sehr schnellen Internetzugang, im Angebot – und bieten mit dem Internetpaket auch gleich eine Handy-Flatrate an. Das ist entweder ein Pauschalpreis für eine feste Zahl Telefonstunden oder unbegrenztes Mobiltelefonieren für einen festen Preis.

„Ob sich das rechnet, kann nur jeder Verbraucher für sich selbst herausfinden“, betont Expertin Barbara Steinhöfel von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Dazu müsse man einfach Rechnungen der vergangenen Monate analysieren: „Wie viele Minuten habe ich im Schnitt telefoniert?

Wie viele Minuten in welches Mo-bilnetz, wie viele ins Festnetz, wie viele ins Ausland? Und wie viele SMS tippe ich pro Monat?“ So könne man ein  An-gebot finden, das zum eigenen Telefonierverhalten passt.

Neues Gerät für weniger als 50 Euro

Anhaltspunkte geben dabei Vergleichsportale im Internet (beispielsweise www.teltarif.de oder www.heise.de).

Wer selbst kaum telefoniert oder gar nur angerufen werden möchte, der fährt mit einer „Prepaid“-Karte am besten. Darauf ist ein Gesprächsguthaben geladen. Und ein einfaches Handy ohne Karte bekommt man inzwischen für deutlich unter 50 Euro, in Geschäften wie auch im Internet.

Wer sich gegen die Prepaid-Karte und für einen Vertrag entscheidet, sollte auf die Laufzeit achten: Wer sich langfristig an einen Anbieter bindet, kann nicht von günstigeren Tarifen profitieren – falls die Minutenpreise doch wieder ins Rutschen kommen.

Bettina Blass

 

Info: Handy-Software

Im Internet finden sich für Technikbegeisterte immer neue Optionen. Ein Beispiel: Die Handy-Software „Cellity Communicator“ macht viele Auslandsgespräche günstiger – und bietet an, das eigene Telefonbuch auf dem Server zu speichern.

www.cellity.com

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