Elektro-Auto

Wege zu einer neuen Energie-Balance


Hessen setzt auf einen Mix aus Kernkraft, Kohle, Sonnenstrom, Biomasse, Wind und Wasser

Frankfurt. Kraftwerke und Fahrzeuge, die keinerlei Schadstoffe mehr ausstoßen – das wünscht sich die hessische In­dustrie. Es ist zwar noch Zu­kunftsmusik, rückt aber in greifbare Nähe.

So stellt Opel im März auf dem Genfer Autosalon den emissionsfreien Ampera vor. Und die Modernisierung des Steinkohle-Kraftwerkes Staudinger bietet die Möglichkeit, es in einigen Jahren zu einem Null-Emissionskraftwerk auszubauen. Voraussetzung dafür ist die Entwicklung einer Technologie zum Abscheiden von Kohlendioxid (CO2).

Die Industrie kann auf Energie aus Kohlekraftwerken wie Staudinger nicht verzichten. Sie fordert einen umfassenden Energie-Mix von Kernkraft, Kohle, Sonnenstrom, Biomasse, Wind und Wasser.

Erneuerbare auf 20 Prozent steigern

Albert Filbert, Chef des Darm­städter Energieversorgungs-Unternehmens HSE AG und Präsidiumsmitglied der Vereinigung hessischer Unternehmerverbände (VhU), nennt das Energieprogramm „Konzept 2020“ der neuen hessischen Landesregierung den „richtigen Weg“. Der Anteil erneuerbarer Energien soll bis ins Jahr 2020 auf 20 Pro­zent gesteigert werden.

 

Filbert: „Wir müssen die Chancen nutzen, die in einer Steigerung des Anteils an erneuerbaren Energien auf 20 Prozent bis 2020 liegen. Wir müssen die unternehmerischen Chancen ergreifen – beispielsweise durch die Einführung von Elektro-Autos und den Aufbau eines Infrastrukturnetzes dafür.“

Die VhU und die in der „In­dustrieplatz-Initiative“ organisierten Mitgliedsunternehmen begrüßen das klare Be­kenntnis der Landesregierung zur Laufzeitverlängerung des Kernkraftwerks Biblis und zur Beschleunigung des Neubaus von Staudinger.

Die Energie-Kosten für die Industrie sind hoch, das gilt vor allem für die hessische Chemie-Produktion, die allein 10 Prozent der Strom- und Gasmenge verbraucht. Jürgen Vormann, Vorsitzender der Ge­schäftsführung von InfraServ, dem Betreiber des Industrieparks Höchst: „Energie ist teuer. Deshalb wird schon aus Eigennutz gespart.“

„Bei Strom gibt es fast ein Monopol“

Da die fossilen Brennstoffe knapper werden, steigen die Energiepreise langfristig weiter. Große Probleme be­reitet den deutschen Betrieben je­doch „die fehlerhafte Wettbewerbsstruktur“ in Deutschland. Vormann: „Hierzulande erzeugen nur vier Unternehmen beinahe den gesamten Strom  – fast ein Monopol.“ Die Ziele von InfraServ: aus eigener Kraft eine wettbewerbsfähige Energie-Infra­struk­tur schaffen, die Selbstversorgung bei Strom weiter zu steigern und ein ausgewogener Brennstoff-Mix.

Texte: Maja Becker-Mohr

 

Opel Ampera: 60 Kilometer mit Strom

Erst danach setzt der Benzin-Motor ein

Rüsselsheim. Acht von zehn deutschen Autofahrern sind täglich weniger als 50 Kilometer unterwegs. Sie sind die Zielgruppe für den neuen Elektro-„Ampera“ von Opel.

Ehe die gespeicherte Energie verbraucht ist, hat der Fahrer wieder Zugriff zu einer 230-Volt-Steckdose, an der er die Batterie wieder aufladen kann“, sagt Gherardo Corsini, Di­rektor E-REV Implementierung bei GM Europe/Adam Opel GmbH in Rüsselsheim.

E-REV steht für „Extended Range Electric Vehicle“ und bezeichnet Elektro-Autos mit bis zu 100 Kilometern rein elektrischer Reichweite und einem zusätzlichen kleinen Verbrennungsmotor als Generator. Bleibt man unter 60 Kilometern, wird kein Sprit verbrannt. So werden keine Schadstoffe an die Umwelt abgegeben. Bei weiteren Strecken wird ganz normal getankt. Der Ampera ist vom                  5. bis 15. März in Genf zu sehen.

www.opel.de

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