Schneller aus dem Mietvertrag?

Was man wissen sollte, wenn es um einen Nachmieter geht

„Na dann – viel Spaß in meiner alten Bude!“ Wann es zur Schlüsselübergabe kommt, hängt oft allein vom Vermieter ab. Foto: fotolia

Neuer Job in einer anderen Stadt, Einzug beim Partner, Nachwuchs in Sicht – oder einfach nur die Traumwohnung gefunden: Es gibt viele Gründe, schnell aus dem alten Mietvertrag raus zu wollen. Und es spart viel Geld, wenn man einen Nachmieter stellen darf. Aber – wann darf man das? AKTIV hat darüber mit Gerold Happ von Haus & Grund und mit Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund gesprochen.

Zunächst sollte man wissen: Bei einem „normalen“, unbefristeten Mietvertrag gilt eine Kündigungsfrist von drei Monaten. In manchen Verträgen ist auch geregelt, wie das Mietverhältnis verfrüht aufgelöst werden kann. Steht im Vertrag nichts, gilt das, was man mit dem Vermieter ausmacht.

Aber Achtung: Juristen wissen, dass ein Vermieter sich da auf gar nichts einlassen muss – drei Monate doppelt Miete zahlen zu müssen, gilt sozusagen als zumutbar.

In der Praxis freuen sich natürlich viele Vermieter, wenn man ihnen einen solventen Nachfolger frei Haus liefert! Lässt sich der Vermieter darauf ein, sollte man schriftlich die Zahl der Nachmieter vereinbaren, die man höchstens präsentieren muss.

Steigt die Miete für den Neuen?

Bevor man auf die Suche geht, sollte man aber fragen, ob die Kaltmiete gleich hoch bleibt oder ob der Neue mehr zahlen soll.

Man sollte auch vorab klären, welche Informationen (wie zum Beispiel Einkommensnachweise) der Vermieter vorgelegt bekommen möchte. Und mit jedem der potenziellen Nachmieter sollte man schriftlich festlegen, wer sich um fällige Schönheitsreparaturen kümmert.

Bessere Karten hat, wer einen zeitlich befristeten Vertrag unterschrieben hat oder einen Vertrag, in dem die Kündigung für eine bestimmte Zeit ausgeschlossen ist.

Vermieter hat drei Monate Zeit

Denn in so einem Fall muss der Vermieter oft akzeptieren, dass der Mieter einen Nachmieter stellt – beispielsweise, wenn die Wohnung zu klein wird, weil ein weiteres Kind kommt. Auch wenn man berufsbedingt die Stadt wechselt oder in ein Pflegeheim ziehen möchte, muss der Vermieter mitspielen: weil die Mieter-Interessen überwiegen.

Beide Parteien können dann in einem Aufhebungsvertrag festhalten, wie sie weiter verfahren wollen.

Es ist aber ein Gerücht, dass der Mieter stets nur drei mögliche Nachmieter präsentieren muss. „Drei schlechte Nachmieter helfen dem Mieter nicht weiter“, weiß Ropertz, „ein guter dagegen wäre durchaus ausreichend.“ Grundsätzlich gilt: Der Vermieter darf durch den Wechsel nicht schlechter gestellt werden.

Zudem hat der Vermieter bis zu drei Monate Zeit, sich zu entscheiden. Reagiert er dann noch nicht, obwohl der Mieter solvente und angenehme Nachmieter präsentiert hat, kann der Mieter nach den drei Monaten die Mietzahlungen einstellen. Allerdings ist es sinnvoll, zuvor einen Anwalt oder den Mieterverein um Rat zu fragen.


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