Schnelle Orientierung für Mieter und Käufer

Was man über den Energieausweis wissen sollte

Stuttgart. Egal, ob Verkauf oder Vermietung: Der Energieausweis muss Interessenten unaufgefordert bei der Besichtigung vorgelegt werden. Er dokumentiert, wie viele Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr das Gebäude benötigt – und warnt damit auf einen Blick vor hohen Nebenkosten.

Es gibt zwei Varianten. „Beim Bedarfsausweis wird der theoretische Energiebedarf unter standardisierten Bedingungen errechnet“, erklärt Jochen Autenrieth vom Baukosteninformationszentrum Deutscher Architektenkammern. Gängiger ist der Verbrauchsausweis: „Er nennt den durchschnittlichen Verbrauch aller Bewohner in mindestens drei zusammenhängenden Jahren.“

So oder so kann der persönliche Verbrauch allerdings höher oder niedriger ausfallen – beide Varianten geben also nur einen groben Hinweis auf die tatsächlich anfallenden Kosten.

Wichtig: das Ausstellungsdatum! Seit Mai gibt es neue Energieausweise – die Gebäude sind jetzt in Klassen von „A+“ bis „H“ eingeteilt.

Bewertung fällt jetzt strenger aus

Und die Kriterien sind viel strenger als früher. Im grünen Bereich liegen nur noch Neubauten und voll sanierte Häuser. Somit werden viele Gebäude in dem neuen Ausweis mit einer schlechteren Einstufung bewertet werden als im alten. „Da die breite Masse nicht energetisch modernisiert ist, sind schlechte Energieklassen weit verbreitet“, betont Autenrieth.

Die neuen Ausweise müssen beim Deutschen Institut für Bautechnik registriert werden. „Ausweise ohne Registriernummer sind ungültig“, so der Experte. Die alte Form wird aber noch oft zu sehen sein: Energieausweise bleiben generell zehn Jahre lang gültig.

Immobilienbesitzer, die jetzt erstmals vermieten oder auch verkaufen wollen, bekommen das Dokument bei den örtlichen Verbraucherzentralen, bei Energieberatern oder Architekten. Die Kosten liegen je nach Größe des Gebäudes und Ausweistyp zwischen 100 und 400 Euro. Autenrieth warnt davor, sich das Dokument selbst im Internet zusammenzuklicken: „Das ist sehr fehlerträchtig.“

Und wenn der Eigentümer keinen oder einen falschen Energieausweis vorlegt, gilt das als Ordnungswidrigkeit.

Übrigens …

Experten finden

Immobilienbesitzer finden hier Fachleute, die Energieausweise ausstellen:
energie-effizienz-experten.de
gih.de
bak.de (Rubrik „Bauherr“)


Mehr zum Thema:

Normalerweise ist er die größte Anschaffung des Lebens: der Kauf einer eigenen Immobilie. Es gilt also, sich vor dem Gang zum Notar so gut wie nur irgend möglich zu informieren – sowohl, was das Objekt selbst und seine Lage betrifft, als auch über die Baufinanzierung.

aktualisiert am 27.09.2017

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