Praktisch, kostenlos – und widerrufbar

Warum eigentlich jeder eine Bankvollmacht erteilen sollte

Schließfach: Auch dafür gibt es spezielle Vollmachten. Foto: Ullstein

Berlin. Ein Skiunfall zum Beispiel ist schnell passiert – und kann finanziell üble Nebenwirkungen haben: Wenn man nicht per Bankvollmacht vorgebeugt hat.

Eingegipst oder gar bewusstlos im Krankenhaus? Trotz des persönlichen Unglücks geht das wirtschaftliche Alltagsleben weiter! Ohne Vollmacht haben aber der Ehepartner oder die Kinder keinen Zugriff aufs Konto des Betroffenen, stehen also schlimmstenfalls bald ohne Bares da. Damit es nicht so weit kommt, sollte aus Sicht des Bankenverbands im Prinzip jeder zumindest einer Person seines Vertrauens eine Bankvollmacht für die gewünschten Konten erteilen. Das ist in der Regel kostenlos.

Eine allgemeine Vorsorge- oder Generalvollmacht hilft nämlich oft nicht weiter: „Die meisten Banken bestehen auf einer speziellen Vollmacht, da eine Generalvollmacht sehr allgemein ist“, sagt Julia Topar vom Bankenverband. Darum haben die Kreditinstitute eigene Formulare, die man in der Regel in der entsprechenden Filiale zusammen mit dem Bevollmächtigten unterschreiben muss. „Eine solche Vollmacht ist auf Bankgeschäfte beschränkt und kann jederzeit widerrufen werden“, so Topar.

Auch im Todesfall hilft die Vollmacht noch, wenn sie entsprechend weitreichend erteilt worden ist. Denn für den Zugriff auf Konto oder Schließfach benötigen die Erben Erbvertrag oder Testament und oft sogar einen Erbschein. Bis der ausgestellt ist, können Wochen vergehen. Derweil werden womöglich Beträge vom Konto des Toten abgebucht, die nicht mehr bezahlt werden müssten – dieses Geld zurückzuholen, ist schwierig.

Übrigens: Natürlich darf ein Bevollmächtigter, wenn er das möchte, auf das entsprechende Konto auch per Online-Banking zugreifen.


Mehr zum Thema:

Ob bei einem Brand oder einem Einbruch: Dokumente können zerstört werden oder verschwinden. Darum, rät die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, gehören wichtige Unterlagen in ein Schließfach. Zum Beispiel …

Plötzlich liegt man im Krankenhaus. Aber Rechnungen laufen weiter im Mailfach auf, Online-Bestellungen werden bestätigt, Ebay-Auktionen enden... Was tun, damit auch im Notfall nichts anbrennt? Eine Expertin gibt Tipps.

Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

'' Zum Anfang