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Deutschland macht Musik

Von Flöte bis E-Gitarre: 14 Millionen Deutsche spielen ein Musikinstrument

Besonders Jugendliche greifen zum Instrument. Auf Gitarre und Keyboard spielen sie Lieblingssongs oder werden selbst mit spezieller Aufnahme-Software musikalisch kreativ. Das lässt die Kassen der Branche kräftig klingeln.

Mal richtig aufdrehen: Jeder vierte Jugendliche spielt ein Instrument. Foto: Mauritius

Mal richtig aufdrehen: Jeder vierte Jugendliche spielt ein Instrument. Foto: Mauritius

Berlin/Bonn. Musizieren – damit macht jeder so seine Erfahrungen. Von quälend schiefen Tönen, wenn der Nachwuchs ein Liedchen flötet, bis zum bombastischen Konzertsound, den geübte Gitarristen den Saiten entlocken.

„Ob Laie oder Profi, ein Instrument zu spielen ist eine hochemotionale Sache“, sagt Daniel Knöll, Geschäftsführer des Branchenverbands Society of Music Merchants in Berlin. Und eine lukrative obendrein: Allein 2016 (neueste Zahlen) setzte die Branche mit dem Verkauf von Instrumenten und Zubehör 960 Millionen Euro um. Über 5 Prozent mehr als im Vorjahr.

Gespielt wird, was im Radio läuft

Der sich ständig ändernde Musikgeschmack der Kunden gibt den Takt vor. Knöll: „Die Leute wollen spielen, was im Radio läuft.“ Deshalb sei neben Instrumenten digitales Equipment wie Mikrofone, Kopfhörer und Aufnahme-Software gefragt. Damit erwirtschaftet die Branche gut ein Drittel ihres Umsatzes.

Ob elektronisch oder akustisch: Mittlerweile musizieren laut Branchenverband rund 14 Millionen Deutsche, in jedem sechsten Haushalt werden ein oder mehrere Instrumente gespielt. Nach Angaben des Deutschen Musikrats greifen 24 Prozent aller 17-Jährigen regelmäßig zum Instrument. Davon spielt jeder Zweite seine Lieblingssongs aus auf Gitarre oder Keyboard.

Musikschulen setzen auf Band- und Chorprojekte

Dafür aber braucht’s Übung. Entsprechend gut laufen die Geschäfte für die mehr als 1.000 Musikschulen: Bei ihnen zupfen, flöten und drummen mehr als 1,5 Millionen Jugendliche.

„Der Markt hat sich in den vergangenen 15 Jahren massiv verändert“, sagt Mario Müller, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands der Freien Musikschulen: „Normaler Unterricht allein reicht nicht mehr. Wir sind heute Dienstleister, die immer öfter Band- oder Chorprojekte anbieten und betreuen.“

So was hat seinen Preis: Für eine halbe Stunde Unterricht pro Woche werden im Monat mindestens 70 bis 90 Euro fällig.

Für Anfänger können Instrumente ausgeliehen werden

Die musikalischen Angebote kommen nicht nur bei Schulen an, die damit ihre Ganztagsbetreuung aufhübschen. „Auch Erwachsene belegen vermehrt wieder Kurse“, weiß Müller. Ältere Erwachsene ab 60 Jahren kommen übrigens nicht selten mit geschenkten Gutscheinen: „Ihnen geht es nicht darum, ein Instrument perfekt zu spielen. Sie wollen etwas Außergewöhnliches machen.“

Wenn das passende Instrument dafür fehlt: kein Problem! Zahlreiche Händler und Musikschulen verleihen sie. Ab 10 Euro monatlich gibt es beispielsweise eine Geige, Akustik-Gitarre – oder eine Ukulele. „Diese vorzugsweise viersaitige kleine Schwester der Gitarre ist ein typisches Einsteiger-Instrument“, so Musiklehrer Müller.


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