Urteil

Vogelplage: Viel Lärm um Krähen-Krawall

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Auch eine Krähe hat Rechte: Ein Bewohner der Stadt Achim in der Nähe von Bremen in Niedersachsen muss lautes Gekrächze und herabfallenden Vogelkot einer in der Nachbarschaft nistenden Saatkrähen-Kolonie ertragen. Auch wenn ihn die schwarzen Vögel nerven – er darf sie nicht vertreiben, urteilte das Verwaltungsgericht Stade.

Rentner rückte mit der Krähen-Klatsche an

Der Rentner hatte im Frühjahr 2012 zunächst eine Sondererlaubnis des Landkreises erhalten, einen Teil der Krähen in der Nachbarschaft zu verscheuchen. Nachdem es dem Mann mit einer hölzernen Krähen-Klatsche, die laute Knallgeräuschen verursacht, tatsächlich gelungen war, einen Großteil der Vogelgruppe zu vergrämen, schritt die Behörde ein. Sie fürchtete um den Bestand der Kolonie.

Weil sich der Bürger nach wie vor von den Vögeln belästigt fühlte, reichte er gegen diesen Entscheid Klage ein. Das Verwaltungsgericht Stade hat sie jedoch abgewiesen. Denn nach dem Naturschutzgesetz dürfen wild lebende und geschützte Arten wie die Saatkrähe weder vertrieben, noch verletzt oder gar getötet werden, so die Begründung des Gerichts. Auch die Brutstätten der Vögel dürfen nicht angetastet werden.

Eine Ausnahme sei gegeben, wenn das öffentliche Interesse berührt sei oder wenn es für die Gemeinschaft oder Einzelne zu unzumutbaren Härten komme. Solche seien in dem Fall aber nicht zu erkennen gewesen, so die Richter: Außerdem brüten die Krähen nur einen begrenzten Zeitraum im Jahr und ziehen dann weiter (Verwaltungsgericht Stade, 15.4.2014, 1 A 1490/10).


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