Internet

Virtuelle Spielwiese


Ideenwettbewerb am Computer: 1 Million „Linden Dollar“ vergab Lichtspezialist Osram in „Secondlife“ bei der Preisverleihung Ende April für Produktvorschläge. Foto: Osram

Fujitsu Siemens Computers und Osram treten in "Secondlife" auf

 

München. „Schöne, neue Marketing-Welt“ oder reine Spielerei zum Zeitvertreib? Die Meinungen über die Internetplattform „Secondlife“ gehen weit auseinander.

Wer seinen Avatar, also seine Spielfigur beziehungsweise seinen künstlichen Charakter, etwa auf die Markeninsel von Fujitsu Siemens Computers schickt, der kann ins Innere eines Rechners „fliegen“ und sich dessen Bestandteile erläutern lassen – Einblicke, die so im realen Leben nicht möglich sind.

 

Neue Geräte einfach testen

 

Der Münchner Computerhersteller ist seit Oktober 2007 virtuell dabei. „Wir bieten unseren Kunden so eine weitere Informationsquelle“, erklärt Projektmanagerin Birgit Jaser. „Zugleich wollen wir selbst Erfahrungen sammeln, wie gut solche unkonventionellen Ideen ankommen.“

Firmen, die erst in zwei Jahren in virtuelle Welten einsteigen, könnten zu spät dran sein. Jaser: „,Secondlife’ ist heute eine Spielwiese.“

 

 

Denn neben Unterhaltung und Spaß geht es auch um das Kennenlernen der Produkte: Die Nutzer können virtuelle Varianten realer Geräte testen, einen neuen Laptop von Fujitsu Siemens etwa – den sie danach womöglich mit realer Währung kaufen.

Mit der Aussicht auf 1 Million „Linden Dollars“, der „Spielwährung“ in „Secondlife“, machten von Dezember 2007 bis Ende April 2008 knapp 100 Nutzer bei einem Wettbewerb der Firma Osram mit. Gesucht waren „innovative Ideen rund ums Licht“. „Wir waren überrascht über die Qualität der Ideen und haben nicht erwartet, so ausgereifte Ideenskizzen zu erhalten“, freut sich Juliane Braun, Leiterin der Unternehmens-Kommunikation bei Osram, „auch wenn wir vorher wussten, dass es hier ein großes Kreativ-Potenzial geben würde.“

 

Vorschläge real umsetzen

 

Gegen Vorschläge zu Hintergrundbeleuchtungen für Mobiltelefone oder Fernbedienungen zum Lichtsteuern setzte sich am Ende eine neue Art von Stimmungslicht für Wohnräume durch.

„Wir prüfen derzeit, ob sich daraus ein reales Produkt umsetzen lässt“, berichtet Unternehmenssprecherin Braun. „Wenn ja, werden wir mit dem jeweiligen Designer eine individuelle Vereinbarung treffen.“ Ein Beispiel, wie virtuelle Ideen zu wahrem Leben erwachen können ...

 

Eva Schröder

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