Urteil

Vermieter räumt unberechtigt Keller – Mieterin bekommt Schadenersatz

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Im Keller kann man aufheben, was man will. Mitunter sogar eine schlafende Schildkröte. Ein solches Tier in Hannover hatte jedoch Pech. Der Hausbesitzer ließ den Lagerraum seiner Mieterin entrümpeln, weil Nachbarn angeblich Müll in dem unverschlossenen Abteil einlagerten.

Neben einer alten Küche und Reisetasche ließ er auf dem örtlichen Bauhof aus Versehen auch eine 25 Jahre alte Vierzehen-Schildkröte entsorgen, die in einer Tiertransportbox im Keller ihren Winterschlaf gehalten hatte. Wegen der eigenmächtigen Räumung muss der Mann nun Schadenersatz leisten.

Selbst wenn der Zugang nicht mit einem Schloss versehen ist, kann ein Vermieter nicht davon ausgehen, dass der Besitz im Keller aufgegeben worden ist, argumentierte das Gericht.

Keller einfach leer geräumt

Die Klägerin hatte zuletzt im Januar 2013 nach ihrer Schildkröte „Max“ geschaut. Als ihr Lebensgefährte etwa vier Wochen später nach dem Tier sehen wollte, war der Keller leer geräumt. Der Vermieter ließ in dieser Zeit den nicht mit einem Vorhängeschloss gesicherten Keller räumen.

Mieterin muss auf Zettel an der Tür nicht reagieren

Der Vermieter sagte, für ihn sei nicht erkennbar gewesen, dass der Keller genutzt wurde. Die Tür war unverschlossen. Selbst als der Hausmeister eine Nachricht an die Tür hinterließ, meldete sich niemand.

Die Mieterin musste jedoch auf den Zettel nicht reagieren, so das Gericht. Es stellte fest, dass es „nicht ungewöhnlich ist, dass Mieter ihnen zugewiesene Kellerräume nur in größeren Abständen anlassbezogen aufsuchen“.

Die Frau bekommt insgesamt rund 500 Euro Schadenersatz. 200 Euro für die Küche und 300 Euro für die Schildkröte (AG Hannover, 6.11.2013, 502 C 7971/13).


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