In den Ferien abheben statt abhängen

Urlaub 2015: So individuell wie dieses Jahr haben die Deutschen noch nie geplant

Berlin/Hannover. Mit dem Heißluftballon über die weißen Tuffsteinfelsen im türkischen Kappadokien schweben oder im Sportwagen durch den Wüstensand in Dubai brettern. So sehen die Urlaubs-Highlights des Jahres aus, die ab Mittwoch dieser Woche auf der Reisemesse „Internationale Tourismusbörse“ in Berlin vorgestellt werden.

„Der Trend geht zum Erlebnisbaustein“, sagt Anja Braun. „Der Wunsch nach Individualität nimmt zu“, so die Sprecherin der Tui-Touristik in Hannover. Und die Spontaneität. Statt zu Hause am PC oder im Reisebüro suchen die Urlauber sich am Ferienort aus, was ihnen Spaß macht – via Smartphone oder Tablet. „So kann der Reisende sich kurzfristig entscheiden, wie sein Urlaubstag aussehen soll, und individuell auch kurzfristig buchen“, sagt Braun.

Im letzten Jahr nutzten 30 Prozent (2012: 15 Prozent) der Reisenden das mobile Internet, so die Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen in Kiel. Die Wissenschaftler untersuchen seit 35 Jahren mit repräsentativen Umfragen das Urlaubsverhalten der Deutschen.

Auch bei Städtereisen ist das Smartphone immer mit dabei, um fernab klassischer Sightseeing-Touren Paris, London, Wien oder Berlin kennenzulernen. An der Spree etwa lässt sich ein Graffiti-Workshop buchen. An ausgefallenen Orten kann man sich dort unter Anleitung eines Künstlers verewigen. Wer eher auf Kulinarisches steht, fährt im Gourmet-Bus mit und genießt ein fünfgängiges Fingerfood-Menü – frisch zubereitet in der Bord-Küche.

Für solche exotischen Kurz-Trips gaben die Deutschen im vergangenen Jahr um die 20 Milliarden Euro aus. Geht es um ihren Urlaub, sind sie generell großzügig. Für ihn gaben sie 2014 im Schnitt 1.071 Euro pro Kopf aus. Zwei Jahre zuvor waren es noch 150 Euro weniger.

Insgesamt verreisten im vergangenen Jahr 72 Millionen Bundesbürger. Den Jahresurlaub von mehr als fünf Tagen ließen sie sich 66 Milliarden Euro kosten. Der größte Anteil davon bleibt im Inland. Denn die beliebtesten Ziele liegen immer noch in Deutschland, es folgen Spanien, Italien, die Türkei und Österreich. Knapp zwei Drittel der Reisen gingen in diese Länder.

Langsam aber entwickeln sich die Deutschen zu wahren Entdeckern. „Sie werden mutiger, besuchen unbekanntere Länder fernab der Heimat“, sagt Reiseexpertin Braun. Dazu gehören etwa Costa Rica oder auch Panama.

Die lassen sich gut per Kreuzfahrtschiff erreichen. Auf ihnen verbrachten im vergangenen Jahr gut 1,8 Millionen Deutsche ihren Urlaub. Die Abenteuerlust ist also ungebrochen. Beim rechtzeitigen Buchen aber lässt man lieber nichts anbrennen. Die Entscheidung, wohin die Reise geht, fällt inzwischen bis zu sechs Monate im Voraus – auch mit Blick auf die Ferienplanung in den Betrieben.

Genug Zeit, um sich auf die Highlights zu freuen. Das muss nicht die Ballon- oder Sportwagentour sein. Es geht auch entspannter: etwa mit einem professionellen Foto-Shooting am Strand der Dominikanischen Republik. Solche Bilder schaut man sich gern wieder an.


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Foto: Fotolia

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