Freizeitparks

„Unser Konkurrent ist Mallorca“

Die Black Mamba ist eine der Hauptattraktionen im Phantasialand Brühl. Foto: Phantasialand

Das organisierte Vergnügen boomt in Deutschland

Brühl. Ein tiefes Brummen kündigt sie an. Augenblicke später schießt die Achterbahn aus dem Turm und wirbelt ihre Fahrgäste kopfüber durch die Luft. Corina und Patrik Habeth kreischen. Im Nu sind sie mit der „Black Mamba“ vorbei. Und rasen weiter.

Die Habeths wollen hier im Freizeitpark Phantasialand im rheinischen Brühl einen Tag relaxen. „Einen Kick abholen und den Kopf freikriegen“ will Patrik Habeth, der beruflich als Gutachter arbeitet. „Ein bisschen Vergnügen und abschalten“ möchte Corina, die sich außerhalb ihrer Freizeit mit Marketing beschäftigt.

Besucherzahl legt ständig zu

So ein Ausflug in den Freizeitpark gehört für viele Deutsche zum Sommer. Unbeschwerte Stunden erleben, in eine andere Welt abtauchen, den Alltag vergessen – vielen ist das ein bis zwei Stunden Anfahrt und bis zu 40 Euro teure Tickets wert.

Stolze 32 Millionen Besucher zählten die deutschen Freizeitparks 2011, fast 2 Millionen mehr als 2010. Geschätzte 900 Millionen Euro Umsatz spülen Jung und Alt, Familien, Singles und Achterbahn-Fans in die Kassen von Phantasialand, Europa-Park & Co. Die 75 Parks sichern rund 20 000 Arbeitsplätze, ist von Professor Hermann-Josef Kiel zu hören, der an der Hochschule Heilbronn Freizeit-Management lehrt.

Und Innovation wird ganz groß geschrieben: „Die Parks investieren pro Jahr einen dreistelligen Millionenbetrag“, berichtet Kiel. „Alle zwei Jahre muss eine neue Attraktion her.“ Zum Beispiel ein 4-D-Kino mit vibrierenden Sitzen, Wasser- und Wind-Düsen wie im Movie Park in Bottrop. Denn wer schon einmal da war, will Neues erleben. Wie die Habeths – die jetzt zum elften Mal Brühl besuchen.

Kinder machen da keine Ausnahme. Deshalb stellten Modellbauer im Legoland im bayerischen Günzburg Szenen aus der TV-Serie „Ninjago“ nach. Und im Hansa-Park in Sierksdorf (Schleswig-Holstein) entstanden weitere Kaufmannshäuser aus mittelalterlichen Hansestädten. „Wir machen Geschichte erlebbar“, sagt Parkchef Christoph Andreas Leicht.

Hotels entführen in fremde Welten

Manche Parks haben so viel Attraktionen, dass sie an einem Tag kaum zu schaffen sind. Da lohnt ein Kurztrip: Hotels, Ferienhäuser oder Tipi-Zelte bieten Unterkunft; Shows und Bars sorgen für Abendunterhaltung. Eine vierköpfige ­Familie kostet das 300 bis 400 Euro. Doch das Geschäft mit dem Kurz­urlaub blüht. „Unser Hauptkonkurrent ist im Grunde Mallorca“, sagt Roland Mack, Chef des Europa-Parks.

Auch die Hotels entführen mit ihrem Baustil in fremde Welten, nach China, Afrika,  Spanien. „Der ganze Besuch soll ein Erlebnis sein“, sagt Phantasialand-Chef Ralf-Richard Kenter. „Darin liegt die Kunst.“

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Unbeschwerte Stunden erleben, in eine andere Welt abtauchen, den Alltag vergessen – ein Ausflug in den Freizeitpark gehört für viele Deutsche zum Sommer. Ziele für den Kurztripp gibt es viele in Deutschland.

AKTIV stellt ihnen zwölf große Freizeit- und Erlebnisparks vor.

 


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