Urteil

Unfall auf der Wasserrutsche: Betreiber haftet nicht für Verletzungen

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Wer im Freibad auf einer Wasserrutsche flott ins Becken rutscht, muss selbst auf seine Sicherheit achten. Der Betreiber des Bads muss die Rutsche zwar mit Warnhinweisen versehen, haftet aber nicht für Verletzungen, wenn sich ein Badegast nicht an die vorgeschriebene Rutschhaltung hält. Das entschied jetzt das Oberlandesgericht Hamm und bestätigte damit ein Urteil des Landgerichts Paderborn aus erster Instanz.

Verletzung nach Aufprall

Der Fall: Eine 22-jährige Frau aus Ritterhude in der Nähe von Bremen hatte im Sommer in Paderborn ein Freibad besucht. Beim Rutschen auf der Wellenrutsche brach sie sich einen Lendenwirbel. Weil sie nicht nach vorn gebeugt, sondern in einer aufrechten Sitzposition rutschte, hob sie kurzzeitig von der Bahn ab und verletzte sich beim Aufprall am Rücken. Die Frau verlangte vom Betreiber des Freibads Schadensersatz, unter anderem 30.000 Euro Schmerzensgeld. Ihrer Meinung nach ist die Form der Rutsche fehlerhaft. Ein Extra-Hinweis auf die Gefahr des Abhebens gab es an der Rutsche nicht. Sonst hätte sie die gefährliche Bahn erst gar nicht benutzt, argumentierte die Klägerin.

Ihre Klage auf Schadensersatz blieb jedoch ohne Erfolg. Der vom Gericht beauftragte Sachverständige konnte keine Verletzung der Verkehrssicherungspflicht des Betreibers feststellen.

Auf die richtige Haltung kommt es an

Die Rutsche genügt den sicherheitstechnischen Anforderungen. Auch die infrage gestellte Wellenform stellt demnach keine Gefahr dar, die über das übliche Risiko einer solchen Anlage hinausgeht. Verletzungen seien vermeidbar, so die Experten, wenn die Badegäste die an der Rutsche angebrachten Benutzerhinweise beachten: sitzend und nach vorne vorgebeugt. Wird so gerutscht, ist ein ungewolltes Abheben nicht möglich. Erst wenn der Benutzer eine aufrechte Sitzhaltung einnimmt, kommt er auf einer Welle mitunter in eine ungünstige Position. Die Beine heben ab, die Füße fliegen hoch und der Rutschende gerät in eine Rückenlage, wo er sich unter unglücklichen Umständen auch verletzen könnte.

Der Freibad-Betreiber haftet auch nicht, weil er die Rutsche unzureichend beaufsichtigt habe, so das Gericht weiter. Und auf den korrekten Sitz weist die Beschilderung ausreichend hin (OLG Hamm, 6.5.2014, 9 U 13/14).


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aktualisiert am 28.06.2017

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