Urteil

Unfall an der Engstelle: Fahrer haften je zur Hälfte

Foto: Fotolia

Stoßen an einer Engstelle auf der Straße zwei Autos zusammen, haften beide Beteiligte zu gleichen Teilen für den Schaden. Schließlich hätten sie den Unfall verhindern können, indem sie anhalten und sich verständigen, wer als Erster vorbei darf und einer von beiden daraufhin zurücksetzt. Und zwar unabhängig von der Frage, wer von beiden ursprünglich Vorfahrt hatte. Das entschied das Landgericht Heidelberg.

Beide haften, wenn keiner bremst

Ein Fall wie in der Gemeinde Wiesloch südlich von Heidelberg kommt recht häufig vor: Eine Frau fuhr dort in ihrem Wagen auf einer kleinen Nebenstraße. Die rechte Straßenseite war mit parkenden Fahrzeugen belegt. Deshalb musste die Frau die linke Straßenseite mitbenutzen, sodass der Gegenverkehr nicht mehr gleichzeitig passieren konnte.

Wie es der Zufall will, kam ihr just in dem Augenblick eine Fahrerin mit ihrem Pkw entgegen. Beide Fahrzeuge stießen zusammen, da keine von beiden bremste. Es entstand ein Streifschaden am Auto der Klägerin von circa 1.500 Euro. Das Geld wollte sie von der Versicherung der Gegenseite erstattet haben.

Doch sie hatte Pech: Die Richter entschieden, dass beide Fahrerinnen gleichermaßen für den Unfall verantwortlich sind, da beide zum Zeitpunkt des Zusammenstoßes noch fuhren. (Landgericht Heidelberg, 2.10.2013, 1S 14/13).


Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

'' Zum Anfang