Im Notfall sicher verbunden

Über Mobiltelefon oder Notrufsäule: Wie Hilfe zuverlässig ankommt


Landsberg/Lech. Knallig orange und doch sieht man meistens über sie hinweg: Dabei sind die Notrufsäulen, die alle zwei Kilometer an Bundesautobahnen und Landstraßen stehen, auch im Zeitalter der Mobiltelefone nützlich. Ist der Akku leer oder der Empfang gestört, helfen sie zuverlässig weiter: 2012 immerhin 74.000 Unfall- oder Pannenopfern.

In einem Punkt sind die Notrufsäulen jedem Smartphone sogar überlegen. Ihr Standort ist geografisch vermessen – und viel genauer als eine Handy-Ortung. „So wird jeder Anrufer eindeutig gefunden“, erklärt Birgit Luge-Ehrhardt von der GDV Dienstleistungs-GmbH der Deutschen Autoversicherer.

Die GDV betreibt die bundesweite Notrufzentrale in Hamburg. Sie ist mit einfachem Tastendruck an jeder Säule gratis erreichbar. 2012 wurden 81 Prozent der 17.000 installierten Nottelefone mindestens einmal genutzt.

Geschulte Mitarbeiter der Zentrale bündeln rund um die Uhr alle Hilferufe, helfen die Lage zu bewerten, schicken Arzt oder Polizei oder fragen das Pannenopfer, welcher Hilfeleister kommen soll.

Dramatisch wird es, wenn bei Hitze ein Baby im Auto eingeschlossen ist

Wer zum Beispiel Mitglied im ADAC ist, fordert meist einen „Gelben Engel“ an, im vergangenen Jahr rund 4,2 Millionen Mal. Am häufigsten, nämlich 900.000-mal, für Starthilfe. Bis zu 40 der auffälligen Servicefahrzeuge lässt Saliha Cölkusu (37) ausschwärmen. Sie ist Disponentin in der ADAC-Hilfezentrale Süd, eine von fünf Koordinantionsstellen bundesweit.

Rund um ihren Schreibtisch im oberbayerischen Landsberg am Lech gleicht das leise Stimmengewirr einem Bienenkorb. Denn Cölkusu und die 14 Kollegen, mit denen sie in einer Acht-Stunden-Schicht sitzt, telefonieren emsig mit den Fahrern der Servicewagen, mit Werkstätten und Unfall- oder Pannenopfern.

Noch stärker als in der sommerlichen Reisezeit glühen die Telefonleitungen übrigens im Winter: „6.600 Hilfeleistungen am 13. Februar 2012, das war ein Rekordtag“, berichtet der Leiter der Hilfezen­trale Süd, Andreas Weigel.

Sonst rufen 2.400 Autofahrer am Tag an, etwa wenn sie ihren Schlüssel im Auto eingesperrt haben. Bundesweit passierte das 2012 knapp 100.000-mal, „bei uns oft mehrmals am Tag“, erzählt Cölkusu. „Dramatisch wird’s, wenn ein Baby bei Hitze im Auto ist.“

Wer dort auch sein Handy liegen hat, muss zur Notrufsäule. Wo die nächste steht, zeigt der kleine Pfeil auf jedem schwarz-weißen Randpfosten.

Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

'' Zum Anfang