Tipp der Woche

Über den Preis kann man reden

Hingucker: Durchsichtige Stühle in einem Geschäft der italienischen Möbelfirma Kartell. Foto: Roth

Möbelkauf: Warum Feilschen erlaubt ist und was Sie sonst noch wissen sollten

Ob Küche oder Wohnzimmer: Wer sich neu einrichtet, muss dafür oft ziemlich tief in die Tasche greifen. Dabei lässt sich auch beim Möbelkauf sparen – wenn man nicht überstürzt handelt.

Zunächst gilt es, in aller Ruhe Kataloge und Prospekte zu sichten und dann bei verschiedenen Möbelhäusern anzufragen: Wird diese Marke geführt, was kostet das gewünschte Modell?

Wer sich nun aber beim Bummel durch ein Einrichtungshaus spontan in ein tolles Teil verliebt – auch der sollte versuchen, den Namen dieses Produktes und den Hersteller herauszufinden. Und sich dann zu Hause über den marktüblichen Preis informieren. Das geht am schnellsten per Internet.

Im Netz wird das gute Stück vielleicht sogar zum Schnäppchenpreis angeboten. Allerdings lohnt sich das nur, wenn die Versandkosten nicht zu hoch sind oder das Möbelstück in akzeptabler Entfernung zum Wohnort abgeholt werden kann.

Rabatt für Barzahler

Wer nicht so viel Geduld hat, sollte im Möbelhaus auf jeden Fall einen Verkäufer ansprechen. Denn der Betrag auf dem Preisschild ist oft nicht das letzte Wort. „Heute reden alle über den Preis – das gilt auch für die Möbelbranche“, sagt André Kunz, Geschäftsführer beim Bundesverband des Deutschen Möbel-, Küchen- und Einrichtungsfachhandels in Köln. Allerdings gebe es keine Richtwerte dafür, ob und wie viel Rabatt im Einzelfall drin ist: „Das liegt daran, dass sich viele Einrichtungen aus mehreren Modulen zusammensetzen, in denen nicht überall der gleiche Spielraum enthalten ist.“ Zudem kaufen Möbelhäuser in der Regel selbst zu unterschiedlichen Konditionen ein.

Grundsätzlich gilt jedoch, ähnlich wie beim Autokauf: Wer bar zahlt, kann Skonto bekommen. Manchmal packt der Verkäufer im Einrichtungshaus auch die Anlieferung und den Aufbau in den Endpreis hinein.

Vorsichtig sollte man bei Händlern sein, die damit werben, neue Möbel mit kleinen Macken anzubieten. „Fehlerhafte Möbel werden in der Regel nicht ausgeliefert“, weiß Kunz. Vielmehr könne man davon ausgehen, dass solche Serien speziell gefertigt werden – und oft handele es sich um Produkte, die denen bekannter Hersteller sehr ähnlich sehen.

Ein echtes Schnäppchen können dagegen Ausstellungsstücke sein. Oft haben sie nur ein paar kleine Kratzer, werden aber mit erheblichem Preisnachlass losgeschlagen.

Kühlen Kopf bewahren

Von auffälligen Preissenkungsschildern mit hohen Prozentzahlen sollte man sich ansonsten nicht blenden lassen. Nicht immer ist wirklich preiswert, was derart angepriesen wird. Also: Kühlen Kopf bewahren, vergleichen, nachfragen!

Das gilt sogar bei einem Räumungsverkauf. Was ein Verkäufer da von sich aus anbietet, wird selten das Ende der Fahnenstange sein.

Übrigens: Die Behauptung „dieses spezielle Angebot gilt nur heute“ kann man natürlich glauben. Muss man aber nicht.

Info: Secondhand-Handel

Schöne Gebrauchtmöbel kann man oft günstig in der Nachbarschaft finden: In großen Kleinanzeigen-Portalen wie www.kalaydo.de oder www.quoka.de lässt sich gezielt nach Couch, Eckbank & Co. suchen. Für Ikea-Fans gibt es zudem eine spezielle Plattform: www.wikinea.de

Nur im Rheinland und in Freiburg ist die internationale Kette Troc vertreten. Hier kann man Secondhand-Möbel kaufen – oder selbst in Kommission geben (www.troc.com/de/).


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